DAX gegen Dow Jones: Wer bietet die größeren Chancen?

Welcher Leitindex wird sich in den kommenden Wochen und Monaten besser entwickeln? – Wir schauen in diesem Beitrag auf die Charttechnik: (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Im gestrigen Beitrag hatten wir die aktuelle Charttechnik von DAX und Dow Jones unter die Lupe genommen.

Für die Analyse hatte ich mich der 200-Tage-Linien und dazu in prozentualen Abständen verschobenen parallelen Durchschnitts-Linien bedient.

Das Resultat: Der DAX hat am 11. August 2017 kurz vor der 200-Tage-Linie wieder nach oben gedreht.

Der Dow Jones stoppte seinen Rückgang kurz vor dem um 5% nach oben verschobenen 200-Tage-Gleitenden Durchschnitt.

Dies ist zwar keine Garantie, aber die Wahrscheinlichkeit, dass beide Leitindizes ihre Korrekturen weitgehend abgeschlossen haben, hat sich dadurch erhöht.

Das zeigt die charttechnische Erfahrung bei vergleichbaren Ereignissen. Und tatsächlich gewann der Dow Jones am Dienstagabend fast 200 Punkte.

DAX oder Dow Jones: Wer hat jetzt die besseren Karten?

Wenn wir also mit einer recht guten Wahrscheinlichkeit davon ausgehen können, die Tiefpunkte in beiden Leitindizes gesehen zu haben, stellt sich die Frage:

Welcher Index bietet in den kommenden Wochen und Monaten die besseren Chancen?

Dazu schauen wir auf den Spread zwischen beiden Indizes. Diesen Indikator hatte ich in der Vergangenheit schon mehrfach vorgestellt.

Wenn Sie die Herleitung und Funktion des Spread kennen, dann können Sie auch einfach den folgenden Abschnitt überspringen.

So funktioniert der Spread

Spread bedeutet übersetzt: Spreizung, in diesem Fall zwischen 2 Vergleichswerten.

Und so wird der Indikator berechnet:

Der Schlusskurs eines Wertes – in unserem Fall des Dow Jones – wird börsentäglich durch den des anderen (DAX) dividiert und das Ergebnis anschließend mit 100 multipliziert.

So erhalten Sie als Resultat eine Indikator-Kurve, die Ihnen exakt die Relative Stärke der miteinander verglichenen Märkte anzeigt.

Dow Jones hat seit Juni klar die Nase vorn

Schauen wir uns das einmal gemeinsam im folgenden Chart an:

spread dax dow jones_23-08-2017

Spread: Dow Jones zeigt Relative Stärke gegenüber DAX

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Sie sehen hier ganz bewusst den Verlauf seit Mai 2011.

Ab dem Spread-Hochpunkt im September 2011 tendierte der Indikator bis zum Sommer 2016 unter Schwankungen abwärts.

Das bedeutet: Der Dow Jones hat sich in diesen knapp 5 Jahren tendenziell schwächer bewegt als der DAX.

Das dokumentieren Ihnen auch die eingezeichneten roten und grünen Trendlinien im Spread:

Steigt der Indikator, dann entwickelt sich der Dow Jones (relativ) besser als der DAX.

Umgekehrt demonstriert der deutsche Leitindex Relative Stärke, wenn der Spread sinkt.

Zum besseren Vergleich mit den Indizes habe ich bei 2 Trends beispielhaft die Zeiträume mit vertikalen Balken versehen.

Eine wesentliche Veränderung in der Beziehung zwischen Dow Jones und DAX ergab sich im Sommer 2016:

Zu dieser Zeit verließ der Spread den seit 2011 gültigen Abwärtstrend.

In der Zeit zwischen Sommer 2016 und Juni 2017 war die Führung von beiden Indizes hart umkämpft.

Letztlich setzte sich jedoch der Dow Jones durch, wie der Ausbruch aus dem Abwärtstrend (orangefarbene Linie) in dieser Zeitspanne belegt (gelber Kreis).

Fazit und Empfehlung

Der jüngste Rücksetzer im Indikator endete exakt auf der (gestrichelten grünen) Aufwärts-Trendlinie.

Das spricht ebenfalls für ein Ende der Korrektur im Dow Jones.

Der US-Leitindex hat einen letztlich fast 6 Jahre umspannenden Abwärtstrend eindeutig nach oben verlassen.

Und so können wir mit einer guten Wahrscheinlichkeit unterstellen, dass sich der Dow Jones auch in den kommenden Monaten relativ besser entwickeln wird als der DAX.


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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