Dax geht auf 11.000 Punkte zu

Unter dem Eindruck der EZB-Geldflut kennen die Dax-Anleger zurzeit kein Halten mehr. Am Dienstag setzte der Leitindex seinen Rekordkurs unbeirrt fort und scheiterte im Tagesverlauf nur knapp an der bislang unerreichten Marke von 11.000 Punkten.

Bis auf 10.985 Zähler hat sich der Dax allerdings schon herangepirscht, auch wenn der Schlusskurs deutlich darunter lag. Dennoch reichte es unterm Strich noch für ein Tagesplus von 0,6 Prozent, der Dax ging schließlich mit 10.891 Punkten aus dem Handel und damit so hoch wie nie zuvor.

Banken profitieren von mildem Griechenland-Kurs

Nicht nur die Europäische Zentralbank sorgt mit ihren angekündigten QE-Maßnahmen, die im März starten sollen, für Kauflaune. Auch aus Athen kamen zuletzt Signale der Entspannung.

So rückt die neue griechische Regierung offenbar von ihren Maximalforderungen – etwa nach einem Schuldenerlass – ab und zeigte sich etwas kompromissbereiter als noch vergangene Woche.

Von solchen Meldungen profitierten unmittelbar die Bankwerte. Commerzbank und Deutsche Bank eroberten die Dax-Spitze mit Aufschlägen von 3,4 und 3,2 Prozent. Auch für ThyssenKrupp und Adidas lief es am Dienstag gut, ihre Aktien verteuerten sich jeweils um 2,5 Prozent.

Automobilhersteller standen ebenfalls erneut auf den Einkaufslisten. Branchenkreisen zufolge sollen im Januar gut 2,5 Prozent mehr Neufahrzeuge registriert worden sein als im Vorjahreszeitraum.

Auch die Gewinnschätzungen für das abgelaufene Jahr sowie positive Analystenbewertungen sorgen für Aufwind bei den Autobauern. Die Volkswagen-Vorzugsaktie rückte um 2,4 Prozent vor, BMW-Papiere verteuerten sich um 2 Prozent und der Kurs von Daimler legte um 1,1 Prozent zu.

EuGH-Gutachten belastet Energiekonzerne

Weit abgeschlagen landeten die Energieriesen RWE und Eon unterdessen auf den Schlussrängen des Dax. Grund war die Einschätzung des Generalanwalts vor dem Europäischen Gerichtshof, wonach die deutsche Brennelementesteuer, die die Bundesregierung seit 2011 erhebt, nicht gegen EU-Recht verstößt.

Dementsprechend stehen die Chancen der Konzerne schlecht, die abgeführten Milliardenbeträge vom Bund zurück zu klagen. Eon wurde durch die Abgabe nach eigenen Angaben bislang mit 2,3 Milliarden Euro belastet, Konkurrent RWE zahlte gut 1,2 Milliarden Euro an den Fiskus.

Anleger hatten offenbar auf ein anderslautendes Gutachten gehofft. Sie ließen beide Aktien fallen, die mit Verlusten von 3,9 (Eon) beziehungsweise 4,5 Prozent (RWE) ans Dax-Ende abrutschten.

Ebenfalls in der roten Zone fand sich die Lufthansa-Aktie wieder, die einen erneuten Abschlag von 2,4 Prozent verzeichnete. Die Großwetterlage für die Traditionsairline hat sich nach wie vor nicht verbessert, Aktionäre gehen auf Abstand.

4. Februar 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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