DAX geht die Puste aus – kein neues Allzeithoch

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Schon wieder hat sich der DAX den Kopf an der 13.600 angehauen. Schauen wir auf den Stundenchart mit ATR-Indikator. Der verrät und spannende Infos über den Nachthandel. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Da kann China die Märkte noch so fluten und alles wieder nach oben schieben, um die Krise zu vertuschen – der DAX schaffte diese Woche doch kein neues Allzeithoch. Die Konkurrenz aus den USA hat das natürlich geschafft.

Ist Ihnen überhaupt einmal aufgefallen, wie wenig Handel im Laufe des Tages beim DAX passiert? Vor allem, wenn wir das mit dem außerbörslichen Handel vergleichen.

DAX – Stundenchart und Average True Range (ATR)

Hier sehen Sie den Stundenchart vom DAX der letzten Tage. Eine Kerze ist eine Stunde. Die Lücken im Chart und zwischen den einzelnen Tagen sind die Gaps, die der DAX über Nacht im Xetra gerissen hat. Da fängt der Handel ja erst um 9 Uhr an. Was dazwischen passiert, wird nicht angezeigt.

Unter dem Chart sehen Sie den ATR-Indikator. Ich habe diesen auf eine Einheit gestellt, somit sehen wir die Handelsspanne für die jeweilige Stunde. Über Nacht bzw. um 9 Uhr beim Xetra-Handel sind dann regelmäßig Werte über 150 Punkte zu sehen. Teilweise sogar 200 Punkte Bewegung über Nacht und einmal sogar 230 Punkte!

Tagsüber sind es im DAX dann pro Stunde maximal 100 Punkte. Meist wesentlich weniger. Für die Trader bedeutet dies: Vor Feierabend raus aus dem Handel. Denn keiner weiß, was in der Nacht passiert und wo die Kurse morgen öffnen.

Das sehen Sie selbst im Chart. Erst hatten wir zwei Kurslücken nach unten. Gefolgt von zwei neuen Kurslücken nach oben. Ganz nebenbei ist der DAX in dieser Woche um 600 Punkte gestiegen. Wirtschaftszahlen haben das kaum ausgelöst. Der Coronavirus ist auch immer noch aktiv. Aktueller Stand: 31.528 bestätigte Fälle, 638 Tote. Die Kurse der neuen bestätigten Fälle steigt immer noch steil an. Das Thema ist also nicht so schnell vom Tisch.

Wenn wir aber einmal schauen, wer diese Woche die Gewinner im DAX waren, fällt schnell auf, dass der Coronavirus dort keinerlei Rolle spielt. Die Deutsche Bank konnte diese Woche 12 Prozent zulegen! Infineon immerhin 9 Prozent und sogar die Lufthansa fast 7 Prozent.

Jetzt möchte man meinen, dass weniger Flüge nach China und generell in der Welt auch die Lufthansa betreffen sollte, aber das sehen die Anleger anders.

Es gab diese Woche tatsächlich nur vier Verlierer im DAX: Covestro und adidas mit jeweils minus 1 Prozent, MTU Aero Engines mit minus 2 Prozent und Siemens mit fast 4,5 Prozent. Nächste Woche kann das natürlich schon wieder ganz anders aussehen. Der DAX könnte dann auch schon wieder bei 12.885 Punkten stehen, diese Kursmarke fehlt den Charttechnikern noch im Xetra-Handel.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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