Dax geht schwach ins lange Wochenende

Vier Tage lang hatte der Dax nun Pause, am Karfreitag und Ostermontag fiel der Handel feiertagsbedingt aus.

Doch schon vor dem langen Wochenende wollte nicht so recht Kauflust aufkommen am Parkett. Der Leitindex rutschte vor dem verlängerten Wochenende wieder unter die 12.000-Punkte-Marke.

Mit einem Minus von 0,3 Prozent fiel der Dax aber relativ weich auf einen Endstand von 11.967 Punkten. Das 12.000er-Niveau, das das Barometer nun schon seit einigen Wochen hält, dürfte also auch weiterhin aktuell bleiben.

Skepsis vor US-Arbeitsmarktbericht

Zurückhaltend agierten die Anleger auch mit Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag vorgestellt wurde. Bereits am Mittwoch hatten vorläufige Zahlen darauf hingedeutet, dass sich der Jobmarkt zuletzt schlechter entwickelt hat als erhofft.

Meist wird das von den Börsianern positiv gewertet – denn es schiebt die bevorstehende Zinswende der US-Notenbank womöglich weiter hinaus. Nun aber schrillten die Alarmglocken angesichts der bevorstehenden Berichtsaison.

Stockende Arbeitsmarktzahlen deuten auf eine schwächere Konjunkturentwicklung hin, die sich wiederum auch in den Geschäftszahlen der Unternehmen niederschlagen und Auswirkungen auf den Aktienkurs entfalten könnte.

Auto- und Energiewerte weiter unter Druck

Am Mittwoch dieser Woche läutet der Aluminiumkonzern Alcoa traditionell die Bilanzsaison der US-Unternehmen ein. Insofern dürften nach dem gerade erst abgeklungenen Reigen an Jahreszahlen schon bald erneut die Unternehmensdaten in den Mittelpunkt des Börsengeschehens rücken.

Bei den Einzelwerten rutschten am vergangenen Donnerstag die meisten in die Verlustzone. Erneut gehörten Energie- und Automobilwerte zu den Verlierern.

Besonders hart traf es Eon und Daimler, die mit Abschlägen von 1,4 beziehungsweise 2,7 Prozent zu den schwächsten im Dax gehörten. RWE, Volkswagen und BMW platzierten sich hingegen im Mittelfeld, ihre Papiere gaben zwischen 0,3 und 0,5 Prozent nach.

Lufthansa-Aktie abgestraft

Weiterhin schwach präsentierte sich auch die Lufthansa-Aktie. Mit einem Minus von 2,6 Prozent war sie der zweitschwächste Dax-Wert. Mehrere Analysten hatten den Daumen gesenkt angesichts der vielfältigen Probleme, mit denen die Airline zu kämpfen hat.

Neben dem aktuellen Absturz der Germanwings-Maschine, deren finanzielle Folgen und Reputationsschäden für die Lufthansa noch nicht absehbar sind, schwelt nach wie vor der ungelöste Tarifkonflikt mit den Piloten.

Diese setzen ihre Streiks derzeit zwar aus mit Rücksicht auf die schwierige Lage so kurz nach dem Absturz in den Alpen. Doch vom Tisch sind die Probleme deswegen noch lange nicht.

Hinzu kommt die scharfe Konkurrenz sowohl im Premium- als auch im Billigsegment, die der Lufthansa sowohl am oberen als auch am unteren Ende der Preisklassen die Kunden abspenstig macht. Die Airline muss sich neu aufstellen und positionieren, was ein längerfristiger Prozess ist. Kurzfristig ist daher laut Analysteneinschätzungen nicht mit einer größeren Erholung zu rechnen.

K+S an der Dax-Spitze

Tagessieger im Dax war am Donnerstag K+S mit einem Plus von 1,5 Prozent, gefolgt von Infineon und der Deutschen Börse, deren Papiere sich um 0,9 beziehungsweise 0,8 Prozent verteuerten.

Auch die Banken schafften den Sprung in die Gewinnzone. Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank legten um 0,5 und 0,2 Prozent zu.

7. April 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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