Dax geht schwächer ins Wochenende

Nach einer starken ersten Wochenhälfte hat der Dax am Donnerstag und Freitag leicht nachgegeben. Zuletzt schloss er mit einem Tagesverlust von 0,8 Prozent bei 11.490 Zählern. Auf Wochensicht kann das Barometer dennoch ein solides Plus von 1,6 Prozent verbuchen.

Die hauptsächlichen Gesprächsthemen blieben unterdessen unverändert: Es ging vor allem um die US-Zinspolitik und Quartalsberichte von Unternehmen.

Rätselraten um US-Zinswende

Mit Blick auf Ersteres bestätigte der offizielle US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, was die inoffiziellen Zahlen des Privatunternehmens ADP bereits angedeutet hatten: Die Anzahl neuer Jobs blieb im Juli hinter den Erwartungen zurück. Experten hatten mit 223.000 neuen Stellen gerechnet, tatsächlich kamen nur 215.000 hinzu.

Damit wackelt die Prognose, wonach die Federal Reserve bereits im September mit ihrer schrittweisen Zinsanhebung beginnen könnte. Nach wie vor müssen Marktteilnehmer spekulieren, wann es soweit sein wird. Fed-Chefin Janet Yellen hatte zuletzt immer wieder bekräftigt, die Zinswende noch im laufenden Jahr einleiten zu wollen. Doch wann genau es soweit sein wird, bleibt angesichts der aktuellen Arbeitsmarktlage ungewiss.

Deutsche Post enttäuscht mit Quartalsbilanz

Auf Unternehmensseite enttäuschte am Donnerstag die Deutsche Post mit schwachen Quartalszahlen. Die wochenlangen Streiks der Gewerkschaft verdi und das kriselnde Frachtgeschäft drückten derartig auf die Bilanz, dass sich der Konzern gezwungen war, die Jahresprognose nach unten zu korrigieren. Anleger straften das Papier daraufhin mit herben Verlusten ab: Bereits am Donnerstag ging es um 3,7 Prozent abwärts. Am Freitag wurde das Minus um weitere 1,3 Prozent ausgebaut.

Ebenfalls am Donnerstag präsentierte die Münchener Rück ihre Vierteljahresbilanz – allerdings mit deutlich erfreulicherem Ergebnis für die Anleger. Der Rückversicherer hob die Jahresprognose an, die Aktie stieg erwartungsgemäß um 1,8 Prozent und musste am Freitag im schwachen Umfeld nur minimale Verluste hinnehmen.

Wenige Dax-Titel im Plus

Nur eine Handvoll Dax-Konzerne schafften zum Wochenausklang den Sprung in die Gewinnzone. Die Spitzenposition eroberte K+S mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent, nachdem die Übernahmegerüchte um den kanadischen Konkurrenten Potash wieder Auftrieb erhielten.

HeidelbergCement profitierte von einem positiven Analystenkommentar, die Papiere rückten um 0,7 Prozent vor. Auch Automobilwerte waren gefragt: Volkswagen und BMW zählten mit Tagesgewinnen von 0,9 und 0,8 Prozent zu den stärksten Dax-Titeln, Daimler landete nur 0,2 Prozent im Minus.

Mit einigem Abstand größter Tagesverlierer war Merck mit einem Minus von 3,8 Prozent. Die Aktie litt unter einem negativen Analystenkommentar nebst Herabsenkung des Kursziels.

10. August 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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