Dax geht unter 11.000 Punkten ins Wochenende

Der Dax hat die schwierige vergangene Handelswoche unterhalb der 11.000-Punkte-Marke beendet. Eine ebenso überraschende wie drastische Abwertung des chinesischen Yuan hatte tagelang für massive Verluste gesorgt.

Nach einer kurzen Erholungsphase am Donnerstag kam der Leitindex am Freitag kaum vom Fleck und schloss 0,3 Prozent schwächer bei 10.985 Zählern. Auf Wochensicht hat der Dax damit 4,4 Prozent verloren.

US-Zinswende kommt wohl bald

Immerhin: Der Yuan-Schock scheint vorerst verdaut zu sein. Das lenkte die Aufmerksamkeit der Anleger wieder verstärkt auf das Geschehen in den USA, wo mehrere starke Konjunkturdaten darauf hindeuten, dass die Zinswende wohl nicht mehr allzu lang auf sich warten lässt.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte eine schrittweise Anhebung des Leitzinses noch für das laufende Jahr angekündigt. Nun verdichten sich die Hinweise, dass es schon bald soweit sein dürfte.

Die Anzahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren zurück. Auch die Industrie verbuchte einen überraschend starken Juli.

Beobachter halten die Zinswende mittlerweile für weitgehend eingepreist, immerhin wurde sie monatelang angekündigt und kommuniziert. Für allzu heftige Kursrückschläge dürfte der Schritt also nicht mehr sorgen, doch das Warten sorgt für Nervosität am Parkett und Kursbewegungen bei Konjunkturdaten, die als Indikatoren für den Zeitplan gewertet werden.

Griechenlands Wirtschaft legt überraschend zu

Darüber hinaus gab es jedoch auch positive Nachrichten aus der Euro-Zone. Zwar wuchs das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal nicht ganz so stark wie prognostiziert: Anstelle der erwarteten 0,4 Prozent legte das Wirtschaftswachstum nur um 0,3 Prozent zu, was vor allem an den schwächelnden Schwergewichten Frankreich und Italien lag.

Doch Griechenlands Wirtschaft konnte überraschend punkten mit einem Anstieg von 0,8 Prozent. Zudem wurden Ende der Woche die Weichen gestellt für ein drittes Hilfspaket.

Nach monatelangen Verhandlungen scheint damit der Weg geebnet, der zumindest etwas mehr Zeit verschafft. Doch die Zeichen stehen auf Neuwahlen: Das Athener Regierungsbündnis bröckelt, die Beschlüsse für das Programm konnten nur mit Hilfe der Oppositionsreihen im Parlament durchgesetzt werden.

Und auch Angela Merkel muss mit Abweichlern in den eigenen Reihen rechnen. Zwar gilt eine Mehrheit im Bundestag zugunsten des Hilfspakets als sicher, doch der Unmut wächst, gerade innerhalb der Unionsfraktionen.

Quartalsbilanzen bewegen Einzelwerte

Mit Blick auf die Einzelwerte ist die Berichtsaison für den Dax inzwischen abgeschlossen. Zuletzt hatten ThyssenKrupp, K+S und RWE ihre Quartalsbilanzen vorgelegt.

K+S konnte dabei überzeugen: Im ersten Halbjahr stieg das Ergebnis um mehr als 30 Prozent. Anleger honorierten das mit Zukäufen, am Freitag landete das Papier mit einem Plus von 1,7 Prozent an der Dax-Spitze.

Einen recht guten Quartalsbericht präsentierte auch ThyssenKrupp. Allerdings stiegen die Gewinne vor allem durch Maßnahmen zur Kostenreduzierung, sodass sich erst noch zeigen muss, wie nachhaltig sich die Entwicklung fortsetzen lässt. Am Freitag landete die Aktie des Stahlkonzerns im Dax-Mittelfeld mit einem Abschlag von 0,2 Prozent.

Verheerend – und damit wie erwartet – fiel die Bilanz bei RWE aus. Der Energiekonzern kommt nicht aus der Krise. Das Ebitda schrumpfte im ersten Halbjahr um 7 Prozent und lag unterm Strich sogar noch unterhalb dessen, was Analysten vorhergesagt hatten.

Die Aktien rauschten in den Keller und fielen auf Tiefstwerte zurück. Auch am Freitag war RWE Schlusslicht im Dax mit einem Minus von 2,4 Prozent.

17. August 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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