Dax: Gute Aussichten nach dem Crash

Der Crash von 2.000 Punkten während der Sommerpause sorgte selbst bei ausgefuchsten Börsianern für kopfschüttelnde Verwunderung. Ob nun Die Ratingagentur, die Schuldenkrise, die Psyche der Anleger, die Sommerpause oder Computerverkaufsprogramme Schuld sind, der Markt rauschte durch alle Unterstützungen wie ein warmes Messer durch Butter.

Die Frage, die sich stellt, ist doch die! Was geschieht jetzt? War`s das schon und finden wir einen Boden, geht es noch tiefer oder muss jetzt gekauft werden?

Die Antwort kennt keiner. Dennoch kann die Charttechnik ein wenig helfen, günstige Kaufmarken auszumachen. Denn à la long steigen Aktien immer.

Analysieren wir zunächst den kurzfristigen Bereich des Dax-Index und betrachten den 8-Monats-Verlauf:

Dax-Index 8-Monate

Crash macht bei 5.500 halt

Die panikartigen Verluste von fast 2.000 Punkten binnen kurzer Zeit hat der Dax-Index mittlerweile zumindest einmal zum Stoppen gebracht.

Nicht nur die 7.000er-Marke (blaue Horizontale), sondern auch die ehemals sehr feste und bedeutsame Unterstützung bei 6.400 Punkten (Dunkelrote Horizontale) fiel dem historischen Kursrutsch zum Opfer.

Sie dient nun rein charttechnisch gesehen wohl oder übel als Widerstand, wobei die Dynamik des Durchbruchs auch auf der Kaufseite vorhanden sein kann.

MACD stark überverkauft

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (rot-schwarzer Kurvenverlauf unterhalb des Chartbildes), ein hervorragender Indikator für überkaufte bzw. überverkaufte Marktsituationen, befindet sich im stark überverkauften Bereich. Werte von unter -300 habe ich persönlich selber noch nie gesehen.

Man erkennt an der Divergenz (blaue Balken im MACD-Chart unterhalb des Dax-Chart), dass sich bereits Entspannungstendenzen abzeichnen. Es kann durchaus zu einer Gegenbewegung bis 6.400 Punkte kommen. Alles weitere wird dann entschieden.

Längerfristige Analyse

Betrachten wir den längerfristigen 3-Jahres-Chart des Dax-Index:

Dax-Index 3-Jahres-Chart

Trendkanal gebrochen!

Der seit 2009 aufsteigende Trendkanal  (blaue Trendlinien) ist klar nach unten durchbrochen!

Die viele Male getestete und auch schon seit 2008 bedeutsame 6.400er-Zone ist überhaupt nicht beachtet worden, sondern ganz einfach wie ein Strich durchbrochen worden (grüne Horizontale und Pfeile). Erst die Marke von 5.500 Punkten (schwarz punktiert) bot Halt. Erklärbar ist dies nur durch die Kombination aus panischen Verkäufen und Computerprogrammen, die gerade in der Nähe der 6.400er Marke ihre Stopplossmarken setzten und damit weiteren Verkaufsdruck erzeugten.  

Nächster Halt 5.000/5.200

Das hört sich schon wie bei einer Bahndurchsage an. Der Dax ist ja auch wie ein ICE in die Tiefe gerauscht. Sollte eine nächste Verkaufswelle rollen, dann ist die Marke von 5.000/5.200 Punkten definitiv ein Kaufniveau. Alles darunter ist absurd, denn selbst in der tiefen Rezession 2008/2009 haben wir hier nur 8 Monate verweilt. Und wir haben keine Rezession wie 2008/2009!

So, jetzt komme ich nicht umhin, Ihnen mal ein bisschen Mut zu machen. Denn der 5-Jahreschart bietet durchaus gewisse Reize. Es sind eine Reihe von übergreifenden längeren Indikationen daraus zu entnehmen, die allesamt für einen weiter steigenden Aktienmarkt auf lange Sicht sprechen.

Sehen Sie selbst:

Dax-Index 5-Jahres-Chart

Endlich zurückgekommen!

Es klingt fast hämisch, aber im Grunde genommen konnte dem Aktienmarkt nichts Besseres passieren, als ein Rücksetzer in die Region 5.500 Punkte! Warum?

Ganz einfach, jetzt haben wir endlich die Chance auf einen wirklichen Boden. Seit der Finanzkrise aus 2008 hat der Dax nämlich nur ein „V-Formation“ als Umkehrformation vollzogen.

Ich hatte es an dieser Stelle mehrfach betont und erläutert, dass dies selten gut geht.

Ähnlich einem Menschen, der das erste Mal den zugefrorenen See ertastet, mit dem 2. Fuß zur Sicherheit nochmal aufstampft, bevor er sich ganz herauf wagt, ergeht es rein von der Psyche her dem Aktieninvestor. Wenn der Boden das zweite Mal getestet wurde und er hält, ist er sich viel sicherer, dass er auch hält. Da dies viele Menschen so sehen, steigt dann in der Regel ein Aktienmarkt an, und zwar nachhaltig und längere Zeit.

Große W-Formation

Wir haben nun die Chance auf eine große W-Formation. Eine Bodenformation, die 4 Jahre gebraucht hat, um sich zu formieren, eröffnet ein riesiges Potenzial nach oben! (grüner Verlauf).

Neuer Trendkanal

Auch ein neuer langfristiger Aufwärtstrendkanal kann sich ausbilden (blaue Trendgeraden).

Fibonacci-Retracement 5.500 und 5.100 bestätigen Analyse

Die Fibonacci-Retracements der großen Aufwärtsbewegung von 2009 bis  Sommer 2011 passen wie „Faust aufs Auge“ zu den Umkehrmarken, Trendbegrenzungen und Formationen. Denn bei 5.500 befindet sich das 50%-Retracement und bei 5.100 das 38,2%-Retracement.

Demnach erlasse ich nun Folgendes positive Fazit:

Fazit: Crash wird mit guter Wahrscheinlichkeit spätestens bei 5.000 gestoppt. Blendende Aussichten für eine große Rallye in den nächsten Jahren!

Selbstredend kann niemand nach den ungewöhnlichen Kapriolen das totale Chaos ausschließen. Aber dafür sollte ein jeder sich mit etwa 4-5% Kapital absichern und mit dem Rest langsam Stückchen für Stückchen Billigeinkäufe tätigen. So wird nach oben wie nach unten gewonnen!

17. August 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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