DAX hat Grippe!

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Die Börsen zittern vor dem Virus! Wie es weitergehen kann und warum das sogar gut ist, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Das noch junge Börsenjahr 2020 war für den DAX bisher eine Achterbahnfahrt!

Erst ging es runter, dann ging es rauf und zuletzt wieder rasant runter.

Insgesamt bleibt bisher ein Minus von 1 bis 2% im Vergleich zum Jahresbeginn übrig. Der jüngste Einbruch von Montag wurde auf den Corona-Virus in China zurückgeführt. Er infizierte auch die Börsen. Rund um den Globus sackten die Aktienkurse ab und an den Börsentafeln dominierte die Farbe Rot!

Schaut man in die Börsenhistorie, so kommt einem sofort die Vogelgrippe in den Sinn. Auch damals sackten die Aktienmärkte zunächst verschnupft zusammen, bevor sie sich dann recht schnell wieder von der Grippe erholen konnten.

Ob das diesmal auch so ist, kann man schwer prognostizieren! Es hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Behörden und Mediziner den neuartigen Virus in den Griff bekommen und eine weitere Eskalation verhindern.

Zurück zum DAX. Für unseren heimischen Aktienindex kam noch belastend hinzu, dass der IFO-Index schlechter als erwartet ausfiel. So rauschte der DAX gestern im Handelsverlauf sogar zeitweise unter die 13.200er Marke.

Wie sich die jüngsten Ereignisse auf die charttechnische Situation im Dax auswirken, betrachten wir zunächst im kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Seitwärtszone noch intakt!

Im 1-Monatschartbild vom DAX erkennen Sie, dass der DAX die Seitwärtszone (zwischen den grünen Linien) noch nicht nach unten verletzt hat. Er konnte genau am unteren Rand an der Unterstützung wieder nach oben drehen. Nach oben dürfte allerdings die massive Widerstandszone zwischen 13.400/50 Punkten schwer zu knacken sein.  Und ein Kaufsignal entstünde erst, wenn der DAX die 13.600 überwindet (blaue Linie).

Das Gebilde bleibt  weiterhin fragil!

Denn ein Unterschreiten der Unterstützung bei 13.125 bis 13.175 Punkte würde sofort zu einem dynamischen Verkauf führen! Wohin das führen kann, sehen Sie erst im mittelfristigen 1-Jahres-Chart vom DAX:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

12.800 oder 13.600? Das ist die Frage!

Sie sehen im mittelfristigen Chartbild, dass sich der DAX am unteren Ende des seit Mitte Oktober ausgebildeten Aufwärts-Trendkanals befindet (blauer Trendkanal im oberen Drittel)! Hier verteidigte der Index bereits 3 Mal sein Niveau und konnte wieder nach oben drehen.

An der Oberseite muss er allerdings sein eigenes Allzeithoch knacken, um weiteres Aufwärtspotenzial zu generieren. Das sollten Sie zunächst nicht sobald erwarten!

Wahrscheinlicher ist leider die andere Variante! Ein verletzen der unteren Kante und ein Absinken bis auf die Begrenzungslinie des unteren Drittels! Sie liegt aktuell etwa bei 12.800 Punkten. Sollte dort kein Halt gefunden werden, dann sind sogar Tests der unteren Begrenzung des gesamten Aufwärtstrendkanals seit 2019 zu befürchten.

Doch ich kann Sie beruhigen! Auch das ist nicht weiter schlimm, sondern aus charttechnischer Sicht sogar sehr gesund! Corona hin oder her, egal welcher Grund für die Konsolidierung angeführt wird, auf diese Weise hat der DAX die Gelegenheit aufzutanken und kann die überverkaufte Situation abbauen.

Abschließend noch der Blick auf den langfristigen 15-Jahres-Chart vom DAX:

DAX-Chart 15 Jahre (Wochenbalken)

Am großen Widerstand erwartungsgemäß zunächst gescheitert!

Der DAX hat sich im Börsenjahr 2019 innerhalb des langfristigen Aufwärtstrendkanals (blauer Trendkanal) unter Schwankungen vom unteren Drittel wieder ins obere Drittel vorgearbeitet.

Sie erkennen aber sehr gut, dass sich am aktuellen Kursniveau ein starker Widerstand befindet! Es ist der horizontale Widerstand resultierend aus dem Allzeithoch von 2017 (rote Linie).

Zusammengenommen mit der oberen Begrenzung im mittelfristigen Trendkanal (hier schwarze Linien) ist das schon eine harte Nuss, die der DAX da knacken muss!

Da ist es kaum verwunderlich, dass der Index mal eine Verschnaufpause einlegt.

Es gilt weiterhin folgendes: Gelingt früher oder später der Sprung über das ehemalige Allzeithoch, dann eröffnet sich enormes Kurspotenzial. Und zwar bis zur oberen Begrenzung des Langfristtrendkanals (blaue Trendlinien). Das bedeutet aktuell etwa 15.000 Punkte!

FAZIT:

Die Chartanalyse lässt zwar sehr Positives für die Zukunft zu, bremst ihn aber mittelfristig aktuell noch aus!

So gesehen ist der DAX gut beraten, zunächst etwas weiter Luft zu holen und dann im nächsten Quartal Gas zu geben.

Denn ein Durchstarten zum jetzigen Zeitpunkt würde den Chart überreizen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in eine Blase führen!

Mein Rat an Sie: „Warten Sie erst ab, bis der DAX die hohe Hürde genommen hat!“

Es gibt genug Luft, um auch danach ordentliche Gewinne zu machen!

Denn die große Unbekannte „Corona-Virus“ kann auch schnell wieder für negative Schlagzeilen sorgen.

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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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