DAX: Hier bitte die Gewinne mitnehmen!

Der DAX-Index hat die Bondenbildung vorangetrieben! Wie es weitergeht und wann Sie Gewinne mitnehmen sollten, verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Handelskrieg und Syrienkrise bestimmten die Nachrichten in den vergangenen Tagen. Aber beim Blick auf den DAX-Index sieht man nichts davon. Ganz im Gegenteil, zur Freude der Anleger konnte sich der DAX-Index sehr schön aufrappeln und von seinen Tiefstständen entfernen.

Hier derkurzfristige 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Das sieht nach Bodenbildung aus!

Der DAX-Index hat lange mit der Unterstützung in der Gegend um 11.800/900 Punkte (grüne Unterstützungslinie) gekämpft. Sie wurde zwar das eine oder andere Mal unterschritten, aber immer, wenn dies geschah, kam sofort Kaufinteresse auf und führte den Index zum Sitzungsschluss bzw. zur nächsten Börseneröffnung wieder über die 11.900er Marke.

Sie erkennen im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild die gleich fünffach verteidigte Zone (schwarze Pfeile). Anschließend gelang dem DAX-Index ein Sprung und die Etablierung eines kurzfristigen neuen Aufwärtstrends (blauer Trendkanal). Als kurzfristige Unterstützungen sind ab sofort die 12.350 und 12.200er Marke zu sehen (grüne Linien).

Wann die Bodenbildung aber vollständig und signifikant vollzogen ist, sehen wir erst im 1-Jahreschartbild vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

12.600 noch und dann ist die Wende geglückt

Im mittelfristigen 1-Jahreschartbild vom DAX-Index sehen Sie sehr schön, wie der Index sich in den vergangenen Wochen in der Unterstützungsgegend um die 11.900 Punkte abgekämpft hatte. Aber mit Erfolg. Denn der nachfolgende dynamische Anstieg in Richtung 12.600 Punkte zeigt, dass reges Kaufinteresse in den Markt geflossen ist.

Wir dürfen nicht vergessen, dass dies trotz eines schwierigen politischen Umfeldes geschehen ist.

Um der Wende aber einen signifikanten abschließenden Charakter zu verleihen, muss der DAX-Index über das Zwischenhoch vom Februar klettern (hellblauer Kreis). Es liegt bei etwa 12.600/650 Punkten. Luft wäre aber zunächst nur bis 12.900 Punkte recht begrenzt vorhanden.

Hier kommt dem DAX-Index eine schwere Hürde entgegen. (rote Widerstandslinie). Sie resultiert aus den Hochpunkten des vergangenen Sommers und dürfte nicht so einfach geknackt werden. Spätestens an der 12.900 sollten Sie mit einer Korrektur rechnen, bevor ein ernsthafter Versuch unternommen werden könnte, die Januar-Hochpunkte anzulaufen!

Das Augenmerk darf aufgrund der angesprochenen politischen Unsicherheiten aber nicht von der Unterseite weichen. Denn je nach Hiobsmeldungen kann in diesen schwankungsstarken Tagen schnell die Stimmung kippen. Das A und O an der Unterseite bleibt die Zone um 11.800/900 Punkten.

Werfen wir abschließend einen Blick in den langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

An der Wall Street steht der nächste Trendschub anDer amerikanische S&P 500 hat ein neues Allzeithoch erreicht und steht vor einer weiteren mittelfristigen Trendbewegung. › mehr lesen

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Nichts Neues: „Normale Korrektur“ innerhalb des Langfristtrends

Der übergeordnete Langfristtrend (blauer Trendkanal) bleibt weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt. Auch bereits in den Jahren 2011, 2014, 2015 und 2016 gab es Phasen mit Konsolidierungshaken. Kein Trend der Welt kommt ohne diese Konsolidierungen im Aufwärtstrend aus!

Aus langfristiger Perspektive ist die Börsenwelt immer noch vollkommen entspannt.

Innerhalb dieses sehr breiten Trendkanals kann dem DAX-Index ein weiterer flacherer Trend zugeschrieben werden (Hellblauer Trend).

Und hier sehen Sie auch das vorhandene Abwärtspotenzial, sollte die angesprochene 11.900er Zone (obere rote Linie) nicht halten.

Ein Abgleiten bis auf die untere hellblaue Trendbegrenzung ist einzukalkulieren, falls der DAX die 11.900 nicht halten kann. Aktuell liegt sie bei etwa 11.000 Punkten.

An der Oberseite wäre das Optimalszenario nach Überwinden der angesprochenen Widerstände bei 12.600 und 12.900 die Oberkante des Aufwärtstrendkanals. Das maximale Potenzial ist demnach bei etwa 13.750/14.000 Punkte angesiedelt!

Abschließendes Fazit:

Der DAX-Index hat seine Chance ergriffen und die Bodenbildung weiter vorangetrieben.

Um sie charttechnisch signifikant zu vollenden, muss der Index aber die 12.600/650 knacken.

Nach unten ist die 11.900er Zone recht stabil, es besteht bei einem Bruch dieser Zone ein maximales Risiko bis zur 11.000er Marke.

Obacht sollte auf die politischen Entwicklungen gelegt werden. Je nach Nachrichtenlage kann dies schnell zu Verzerrungen am Markt sorgen. Dabei meine ich nicht nur negativ nach unten, sondern auch positive Überraschungen nach oben können möglich sein.

Wer meinem Rat gefolgt ist, und vorsichtige Longpositionen im DAX aufgebaut hat, sollte die 12.600 genau beobachten und an der 12.900 erst einmal Gewinne mitnehmen.


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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!