Dax holt auf: Bleibt das Notenbankgeld schön billig?

Der Dax hat zum Wochenauftakt kräftig zugelegt, selbst VW kämpfte sich vom Fünfjahrestief ins Plus. Nur ein Titel rauschte in den Keller. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Die Konjunkturentwicklung stockt – und die Anleger jubeln. Nach dem überraschend schwachen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag spekulieren Marktteilnehmer rund um den Globus nun darauf, dass die Federal Reserve die angekündigte Zinswende verschieben wird.

Hatte es noch vor wenigen Wochen danach ausgesehen, als könnte bereits im September der Leitzins erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise angehoben werden, scheint dieser Schritt nun in weite Ferne gerückt zu sein.

Zinswende frühestens 2016?

So ganz hieb- und stichfest ist es zwar noch nicht, doch allem Anschein nach dürfte sich die Zinswende bis ins kommende Frühjahr verzögern – mindestens. Und auch das QE-Programm (Quantitative Easing) der Europäischen Zentralbank könnte nach heutigem Stand auch über die bislang angepeilte Laufzeit bis Oktober 2016 hinaus ausgeweitet werden.

Wenn das Geld so billig zu haben ist wie derzeit, bringt es wenig, es zu bunkern. Umso besser läuft es an den Aktienmärkten. Das war zum Wochenauftakt auch in Frankfurt zu beobachten.

Dax legt kräftig zu

Der Dax legte um satte 2,7 Prozent zu auf 9.815 Punkte und konnte damit einiges an Boden gutmachen. In den vergangenen Wochen hatte der Leitindex zunächst mit dem Börsenbeben in China, dann mit den Zinsspekulationen rund um die Fed und schließlich vor allem mit dem VW-Skandal zu kämpfen.

Nun aber scheint die Talsohle für manch eine gebeutelte Aktie erst einmal erreicht zu sein. Schnäppchenjäger schlagen zu, da die Anteilsscheine einiger Traditionsunternehmen so günstig wie schon lang nicht mehr zu haben sind.

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Das betrifft zum Beispiel die Energiekonzerne, die seit Monaten auf den Verkaufslisten ganz oben stehen, sich am Montag aber einmal mehr unter den Top-Werten platzieren konnten. Eon-Aktien rückten um 4,8 Prozent vor, Konkurrent RWE sicherte sich die Dax-Spitze mit einem Aufschlag von 7,7 Prozent.

Wie schon am Freitag profitierte die Lufthansa erneut von positiven Analystenkommentaren und verteuerte sich um weitere 5,2 Prozent. Bankwerte waren ebenfalls gefragt: Die Deutsche Bank rückte um 5,2 Prozent vor, die Commerzbank landete mit einem Aufschlag von 3,1 Prozent im oberen Dax-Mittelfeld.

VW-Aktie berappelt sich – K+S weit abgeschlagen

Auch die VW-Aktie schaffte es, sich ins Plus zu kämpfen, gehörte aber mit einem Tagesgewinn von 1,3 Prozent zu den schwächsten Titeln im Dax. Zuvor hatten die Papiere im Handelsverlauf den tiefsten Stand seit fünf Jahren erreicht, was einige Anleger zum Einstieg motivierte.

Zulieferer Continental lag mit einem Plus von 1,1 Prozent sogar noch hinter Volkswagen, dessen Konkurrenten Daimler und BMW sich mit Aufschlägen von 2,9 und 3,8 Prozent deutlich weiter oben positionieren konnten.

Einziger Dax-Wert im Minus war – sehr weit abgeschlagen – der Düngemittelhersteller K+S, dessen Kurs um knapp 25 Prozent einbrach. Der kanadische Konkurrent Potash hatte zuvor sein Übernahmeangebot fallenlassen. Seit Monaten hatte die Gerüchteküche gebrodelt, doch die Hessen leisteten Widerstand – sehr zur Enttäuschung der Aktionäre.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.