DAX: Hui | Euro: Pfui. So sieht der Trend aus und wann kann er stoppen?

DAX und Euro laufen einmal parallel, dann wieder genau entgegengesetzt. Wir zeigen den Trendkanal vom DAX und mögliche Tiefpunkte beim EUR/USD. (Foto: Deutsche Börse AG)

Der Euro hat ähnlich wie der DAX im Frühjahr eine Kehrtwende vollzogen. Der DAX ist dagegen deutlich schneller gesunken. Das holt der Euro im Vergleich zum US-Dollar jetzt offenbar nach. Besonders die letzten Tage und Wochen ging es steil bergab. Einen Tiefpunkt haben wir eventuell gestern am Pfingstmontag gesehen.

Dort liegen auch Tiefs aus dem November und Dezember des Vorjahres. Grund genug also, dass die Kurse auch hier aufsetzen und nach oben abprallen. Das ist gestern geschehen. Heute steht der Euro schon wieder besser da. Doch das muss noch nicht das Ende des Abwärtstrends gewesen sein.

Das Herbsttief 2017 liegt nämlich bei 1,155 in Form der eingezeichneten zweiten schwarzen horizontalen Linie. Diesen Kurs könnten wir eventuell auch noch in den nächsten Wochen sehen, wenn der Euro jetzt nicht die Kurve kriegt.

DAX vs. Euro

Der DAX beweist in diesen Tagen wieder eindrucksvoll, wie es keinen Zusammenhang zwischen seinen Kursen und dem Euro gibt. Im Frühjahr läuft der Euro seitwärts und der DAX fällt rapide. Jetzt sinkt der Euro und der DAX katapultiert sich nach oben.

Denken Sie das nächste Mal daran, wenn Sie einen Analysten hören, der behauptet, es gäbe hier eine Korrelation. Wer diese in den aktuellen Charts findet, muss schon sehr kreativ sein.

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Der DAX zeigt im Chart einen steilen Aufwärtstrend. Dieser ist schon seit einigen Wochen ungebrochen. Was hier besonders interessant ist: Der Trendkorridor ist relativ schmal. Viel Spielraum bleibt dem DAX also nicht, aber er kommt damit im Moment sehr gut klar. Im Gegenteil, er verläuft gerade direkt in der Mitte des Kanals auf noch viel engerem Raum.

Die rote 20-Tagelinie unterstützt die Trendlinie. Sie verlief sogar einige Zeit direkt auf der unteren Begrenzung.

Das bedeutet für uns als Trader natürlich ein glasklares Zeichen: Sollte der DAX nach unten aus dem Trendkanal ausbrechen und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die SMA-20 durchbrechen, ist die Party vorbei. Dann können wir uns wieder auf fallende Kurse einstellen.

Bis dahin gibt es aber kein Anzeichen, warum der DAX nicht auch bald wieder an den 13.600 schnuppern kann. Außer natürlich, dass wir aktuell in der Marktphase sind, in der die Kurse nicht ewig nach oben laufen. Sie wissen Bescheid. Der Sommer steht vor der Tür. Temperaturen rauf – Kurse runter. Doch noch machen die Märkte, was sie wollen und halten sich einfach nicht an diesen üblichen Zyklus.

Für uns gilt deshalb die oben beschriebene Theorie. Der Trend bleibt erhalten, bis sich der DAX aus dem Kanal bewegt.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.