DAX im freien Fall

Die 12.000-Punkte-Marke wurde am Mittwoch im DAX durchbrochen – zum 1. Mal wieder seit Mai 2015 – und schon meldet der DAX seinen größten Verlusttag in diesem Jahr.

Kein einziger DAX-Wert ist heute im Plus. Besonders hart hat es die Commerzbank (-4 %) und BASF (-3,5 % getroffen).

Holen die Märkte endlich Luft?

Die (irr-)geleitete Fahrt zu immer neuen Hochs in den USA hat den DAX diese Woche endlich auch die 12.000er-Marke knacken lassen.

Bei all den Rekorden, die vermutlich auf Trumps Aussagen bauen, ist eine Erholung irgendwann überfällig; v. a., wenn seinen Worten schließlich Taten folgen.

Insbesondere in puncto Arbeitsmarkt und Konjunktur schweben die USA auf einer Wolke der Euphorie. Positiv denken hilft – das kennen wir aus Amerika.

Aber wie lange funktioniert dies an der Börse? So allmählich werden die ersten Zweifler laut, die bisher Trump Rückendeckung gaben.

Denn es wird langsam Zeit Aktionen durchzuführen, die tatsächlich der Wirtschaft helfen.

Der Einreisestopp für USA-Besucher aus bestimmten Ländern des Mittleren Ostens kann kaum für mehr Kaufkraft im eigenen Land sorgen.

Sell the news

Der heutige Abverkauf könnte allerdings auch ein Zeichen dafür sein, dass Trump jetzt endlich den Hebel umlegt.

Schließlich werden an der Börse meist die Gerüchte gekauft und wenn diese dann offiziell sind, werde die Gewinne mitgenommen.

Wir glauben kaum, dass sämtliche Markteilnehmer nur darauf gewartet haben, dass der DAX die 12.000 Punkte erreicht, um danach viele Wertpapiere abzustoßen.

Am Karneval wird es auch nicht liegen, dass der DAX knapp 2% verliert.

Der S&P 500 fällt heute seit Langem auch einmal wieder; zwar nur 1/2 Prozentpunkt, aber immerhin wurde gestern noch ein neues Allzeithoch erreicht.

Genau dasselbe Spiele im Dow Jones Industrial Average: neues Allzeithoch gestern – heute knapp 0,5% Minus.

Beim NASDAQ sieht es ebenfalls so aus. Vor dem Muster macht auch der Technologie-Index nicht halt.

Was machen die Rohstoffe?

Heute ist recht typischer Börsen-Verlauf – zumindest so, wie er in den Büchern steht.

Denn wenn die Aktienkurse allerorts fallen, also die Unsicherheit zunimmt, sollen sichere Häfen steigen. Genau das geschieht heute: Gold legt exakt um die obigen 0,5% zu.

Isoliert betrachtet ist das jetzt alles gut und schön. Vergleichen wir aber den Verlauf von Gold und den angesprochenen Indizes seit Anfang des Jahres, so laufen diese nahezu parallel.

Gold ist seit Anfang des Jahres von 1.150 US-Dollar pro Unze auf gute 1.250 geklettert. Der S&P 500 ist in derselben Zeit von 2.250 Punkten auf über 2.360 Punkte gestiegen.

Zu guter Letzt noch ein Blick auf Kupfer und Rohöl: Kupfer hat seit Jahresbeginn ein Plus von knapp 10% erreicht. Wobei die Kurse Mitte Februar noch einmal deutlich höher lagen.

Brent Crude bewegt sich dagegen nahezu nicht. In diesem Jahr pendelten die Kurse bisher immer zwischen 58 und 53 US-Dollar pro Barrel und ein Ausbruch ist abzuheben.

Schließlich wird die Pendel-Bewegung immer kleiner. An der Börse bedeutet das: Zeit für eine starke Bewegung – nur die Richtung ist noch unklar.

Am Dienstag wissen wir mehr. Dann ist Monatsende und die jeweiligen Kurse der Indizes und Rohstoffen ergeben im großen Bild dann entschieden mehr Sinn.

Bis dahin machen Sie sich ein entspanntes Wochenende, auch wenn der DAX heute ein wenig gestürzt ist.

24. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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