DAX-Index: Ausblick auf die nächsten Wochen!

Der Aktienmarkt ist entgegen der Erwartungshaltung vieler Börsen-TTeilnehmer im Berichts-Zeitraum auf Tauchstation gegangen.

Die Warnung vor der starken Widerstands-Marke bei 10.730/800 Punkten hatte ich Ihnen an dieser Stelle bereits mehrfach ausgesprochen.

Als Argument für den Kursrückgang musste dann EZB-Chef Mario Draghi herhalten.

Er verkündete vergangenen Donnerstag in seiner Abschlussrede nach der 2-tägigen turnusmäßigen Sitzung der EZB, dass er aktuell keine weiteren zusätzlichen Liquiditäts-Spritzen oder Zinssenkungen durchführen wird.

Dies wurde von der Mehrheit der Börsianer und Analysten in dieser Form nicht von der EZB erwartet, und in Konsequenz drehten die Kurse gen Süden ab.

Die Kernfrage für den DAX-Anleger ist nun: „Wo bildet der Markt einen Boden aus, oder fällt er sogar weiter und es droht eine Trendumkehr?“

Wie sich die Situation aktuell charttechnisch darstellt, analysieren wir zunächst in der kurzfristigen Analyse und dem Blick auf den 1-Monatschart des DAX-Index:

dax-1509-1m

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Trendbruch des kurzfristigen Aufwärtstrends

Im Chartbild habe ich Ihnen den kurzfristigen Aufwärtstrend eingezeichnet (grüner Trendkanal).

Diesen hat der DAX-Index in den zurückliegenden 3 Wochen 2x an der Unterseite und schon 3x an der Oberseite getestet (grüne Kreise).

Der mit viel Spannung erwartete 4. Anlauf auf die obere Begrenzung fiel ebenfalls negativ aus: Der DAX-Index drehte nach unten ab und durchschlug am Montag sogar die untere Begrenzung.

Damit ist dieser kurzfristige Aufwärtstrend beendet!

GAP-Zone ist kurzfristige Handelszone

Mit einem großen Eröffnungs-GAP zum Wochenstart am Montag wurde der Kurzfristtrend wuchtig nach unten gebrochen (schwarze Ellipse).

Die GAP-Zone zwischen etwa 10.340 Punkten und 10.560 Punkten umspannt nun die kurzfristige Handels-Spanne für den DAX-Index.

Historisch betrachtet werden Gap-Zonen sehr häufig zunächst sogar unterboten, bevor der Index sich an die Rückeroberung der oberen Begrenzung des GAPs macht.

Nur ganz selten in der Charttechnik bildete die untere GAP-Grenze den tiefsten Punkt der laufenden Abwärts-Bewegung.

Wo die Umkehr-Punkte unterhalb des GAPs liegen könnten, ist im Kurzfrist-Chartbild nicht ersichtlich.

Dafür werfen wir einen Blick auf den mittelfristigen 1-Jahres-Chart des DAX-Index:

dax-1509-8m

DAX-Chart 1 Jahr (Tagesbalken)

Kraft tanken und die Suche nach dem Umkehrpunkt

Im mittelfristigen Chartbild des DAX-Index erkennen Sie auch, warum der DAX-Index nicht so leicht nach oben durch die 10.800er-Marke sauste.

Sie liegt nämlich auf der oberen Begrenzungs-Linie des seit über 16 Monaten intakten mittelfristigen Abwärtstrends (rote Trendlinie).

Einen derartigen Trend überwindet man nicht eben mal so! Da bedarf es entweder eindeutiger stark positiver Impulse oder ein mehrfaches Krafttanken.

Die Impulse blieben aus (EZB negativ) und der DAX-Index geriet folglich unter Druck. Damit holt er bereits zum 2. Male Luft jeweils nach dem Erreichen der oberen Trendbegrenzung.

Positives Luftholen, aber achten Sie auf die 10.100!

Das erneute Luftholen ist charttechnisch durchaus positiv zu werten! Denn, je mehr Anläufe auf den Widerstand erfolgen, desto größer wird die Erfolgs-Wahrscheinlichkeit für ein Überwinden.

Nach dem Bruch der 10.450er-Marke kann es durchaus noch bis zur 10.100er-Unterstützung gehen, bevor der DAX-Index sich stabilisiert und nach einer Bodenbildung einen erneuten Anlauf auf die obere Trendbegrenzung unternimmt (schraffierte Zone).

Sollte der DAX-Index allerdings wider Erwarten unter die wichtige 10.100er-Marke  fallen, müssen Sie wohl oder übel mit einem Test des in 2016 ausgebildeten recht flach verlaufenden neuen Aufwärtstrends (blaue Trendlinien) rechnen.

Die untere Begrenzung liegt aktuell bei etwa 9.500 Punkten mit steigender Tendenz.

Ich favorisiere das Szenario einer Stabilisierung gleich oder oberhalb der 10.100er-Marke, wenngleich der Monat September historisch betrachtet der schlechteste von allen 12 Börsen-Monaten ist.

Warum ich eher optimistisch bin, wird aus dem langfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index ersichtlich:

dax-1509-10j

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Mittelfrist-Trend muss geknackt werden, aber Langfrist-Hausse ungefährdet!

Der seit über 16 Monaten untergeordnete mittelfristige Abwärtstrend (roter Trendkanal) ist das erklärte Ziel der DAX-Bullen!

Sie erkennen im Chartbild, dass der DAX-Index schon mehrere Male an der oberen Begrenzung dieses Trendkanals gescheitert ist (obere rote Kreise).

Allerdings macht die Tatsache Mut, dass er zuletzt nicht mehr bis an die untere Begrenzung des Trends gefallen war. Der DAX-Index konnte sich weit höher stabilisieren.

Das führte zu einer Bodenbildung in Form einer schrägen W-Formation! (grünes W). In der Charttechnik gelten derartige Formationen als besonders stabil.

Es besteht somit eine gute Chance, dass das nächstgrößere Signal die Überwindung des mittelfristigen Abwärtstrends sein wird.

Wann das geschieht, ist die Kernfrage, die alle DAX-Investoren beschäftigt. Ich bin optimistisch und erwarte dies noch in diesem Jahr. Sollte es gelingen, dann bestünde erhebliches Kurspotenzial nach oben.

Der langfristige Hausse-Trendkanal (breiter blauer Trendkanal) bleibt völlig ungefährdet. Der DAX-Index befindet sich in etwa in der Mitte dieses sehr breiten Kanals.

Fazit

Der DAX-Index korrigiert zwischen 10.100 und 10.560 Punkten.

Er hat ganz gute Chancen, sich irgendwo dazwischen zu stabilisieren. Mit der angesammelten Kraft sollte ein nächster Angriff auf den mittelfristigen Trendkanal gestartet werden.

Gelingt die Überwindung, dann rückt die Zielmarke von 11.400 Punkten schnell in den Fokus der Investoren.

Wichtig: Merken Sie sich die Trigger-Marken 10.740/50/800 oben und 10.100 unten!

15. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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