DAX-Index: Die Entscheidung naht: Die Kursziele stehen fest!

Die vielen bisherigen „Naja-Einigungen“ mit Griechenland münden in ein letztendliches „Finale“ am 06. Juni. Dann wird sich entscheiden, ob Griechenland in die Pleite geht oder doch noch irgendwie gerettet wird.

Die Unsicherheit über ein Grexit (Griechenland Austritt aus der Eurozone) oder kein Grexit mit den vorhersehbaren und unvorhersehbaren Folgen für die Eurozone sorgten für schwankungsstarke Aktienmärkte. Je näher der Termin der Entscheidung rückt, desto mehr Käufer halten sich zurück.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten

Eine „kurz vor Zwölf – Einigung“ würde zu einem Aufatmen an den europäischen Börsen führen. Hingegen würde ein möglicher Austritt Griechenlands aus dem Euro und damit die Gefahr eines so genannten „Contagion“, der Ansteckungsgefahr eines Euro-Austritts auf Italien, Portugal, Irland etc. an den Devisenmärkten und an den Aktienbörsen zumindest kurzfristig für Unruhe sorgen.

Wie reagiert der DAX und wo liegen die Ziele?

Je nachdem, wie die Entscheidung ausfällt, werden DAX&Co. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit größeren Schwankungen unterliegen. Wo genau die Ziele und Grenzen der beiden jeweiligen Szenarien liegen, untersuchen wir zunächst im

kurzfristigen 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 0306 1m

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Stabilisierung über 11.200 wichtig für weiteren positiven DAX-Verlauf in 2015

Dem 1-Monatschart auf Stundenbasis sind einige klare Elemente zu entnehmen. Da ist zunächst einmal die wochenlange große Unsicherheit bezüglich des weiteren Verlaufs sichtbar. Starke Auf-und Ab-Bewegungen wechselten sich je nach Nachrichtenlage munter ab.

In den vergangenen 7 Tagen ist dann ein verstärkter Abgabedruck zu beobachten, der die zunehmende Verunsicherung bezüglich des möglichen Grexit verdeutlicht. Als Resultat davon hat der DAX-Index einen schmalen und vergleichsweise steilen Abwärtstrendkanal ausgebildet (roter Trendkanal).

Innerhalb dieses Abwärtstrends stieß er gestern auf eine horizontale Unterstützung bei etwa 11.300 Punkten (obere grüne Horizontallinie). Hier setzte dann ein erster Stabilisierungsversuch ein, der auch heute (aktuell 12:20 Uhr) anhält.

Wichtig ist nun, dass der DAX-Index die darunter befindliche stärkere Unterstützungsmarke bei 11.200 Punkten (untere grüne Horizontallinie) nicht signifikant unterschreitet.

Sollte die Stabilisierungszone nicht halten, wäre der DAX-Index anfällig für einen weiteren Rückschlag. Damit wäre auch der mittelfristige Haussetrendkanal seit Oktober 2014 gebrochen und eine Neubewertung des Aktienmarktes notwendig.

Deshalb sollten Sie Ihre Longpositionen bei 11.200 Punkten absichern.

Gelingt die Stabilisierung (Beispielsweise durch eine Lösung im Griechenland-Fall), dann sollte der Index schnell an die 11.600 heranlaufen können. Im Kurzfristchart ist aber zu erkennen, dass sich mittlerweile darüber eine Reihe weiterer Widerstände angesammelt hat (blaues Widerstandsbündel). Erst mit Bruch der oberen Linie bei etwa 11.850 Punkten wäre der Weg für den DAX-Index wieder frei für einen neuen Anlauf auf neue Allzeithochs.

Wie tief er fallen könnte, falls die 11.200 nicht hält, ist aus dem kurzfristigen 1-Monats-Chartbild nicht zu entnehmen. Dazu analysieren wir das mittelfristige Bild des DAX-Index:

Betrachten wir den 8-Monatschart:

DAX 0306 8m

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Knappe Kiste!

Im mittelfristigen Chartbild sehen Sie recht deutlich, wie knapp der aktuelle Test an der unteren Begrenzung des Aufwärtstrendkanals ausfällt (blauer Trendkanal). Aktuell ist noch alles in Ordnung, der kleine Zipfel unterhalb der Trendlinie kann auch der Unschärfe des Trendkanals geschuldet sein (siehe 2. Linie).

Derartige Tests hat der DAX-Index bereits im Dezember vergangenen Jahres erfolgreich durchlaufen. Anschließend ging es hinauf zu neuen Höchstständen.

Aufwärtstrend erst bei Kursen unterhalb von 11.200 zerstört

Klar ist aber: Ein signifikanter Bruch der unteren Begrenzung bei etwa 11.200 Punkten würde den DAX-Index schnell in tiefere Regionen führen. Bis hinunter zu 10.000 Punkten müssen Sie dann in der Abwärtsreise einkalkulieren. Damit hätte der DAX-Index seine gesamten schönen Gewinne in diesem Jahr wieder zunichte gemacht. Das Motto lautet dann: „Wie gewonnen, so zerronnen.“

Deshalb gilt: „Sichern Sie bei 11.200 Punkte ab, dann haben Sie Ihre die bis dahin aufgelaufenen Gewinne gesichert.“

Zur Absicherung bieten sich entweder Stop-Loss-Limite an bzw. eine Absicherung mit einer Putstrategie.

MACD zeigt schwaches Signal

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (hellblau violetter Kurvenverlauf unten) ist immer ein sehr guter Indikator für den Zustand des Marktes. Ein Kaufsignal entsteht beim Kreuzen der hellblauen Linie durch die violettfarbene Linie von unten nach oben, ein Verkaufssignal umgekehrt.

Die Divergenzen liegen im leicht negativen Bereich (orangene Balken), aber für ein neues kräftiges und sauberes Verkaufssignal reicht dies nicht aus. Der Indikator riecht nach einem Abflachen und damit eher seitwärts gerichteten Marktbild.

Wichtig ist für den auf lange Sicht am Aktienmarkt agierenden Aktienanleger vor allem die längerfristige Tendenz.

Dazu schauen wir uns im längerfristigen 10-Jahres-Chartbild um:

DAX 0306 10j

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Es bleibt dabei: Die Party ist noch nicht vorbei. Kursrückfall wären Kaufkurse!

Ich habe Ihnen den 10-Jahreschart mitgebracht, damit Sie besser erkennen können, wie das längerfristige Potenzial beim DAX-Index aussieht.

Die längerfristige Aufwärtsbewegung aus dem an dieser Stelle bekannten 5-Jahreschart ist mit einem roten Trendkanal eingezeichnet. Sie sehen im 10-Jahreschartbild, dass es einen weiter zurück reichenden, diesem Trendkanal übergeordneten Primären Trendkanal gibt (blauer Trendkanal).

Wir erkennen an diesem primären Trendkanal, dass der DAX noch Luft nach oben hat, bevor der Trendkanal mit deutlichem Widerstand entgegen wirkt. Dies wäre erst bei etwa 12.750 bis 13.000 Punkten der Fall. Interessant dabei ist aber vor allem die Tatsache, dass der DAX-Index aktuell genau bis auf den seit 2011 existierenden sekundären Trend (roter Trendkanal) zurückgefallen ist.

Hier fällt in den nächsten Tagen die Entscheidung: Besteht er den Test oder fällt er zurück in den sekundären Trendkanal (rote Ellipse)?

Es existieren 2 Tradingzonen für den Rest des Börsenjahres 2015

Je nach Kursverlauf in den nächsten Tagen wird der DAX-Index entweder in die schwarz schraffierte Zone zurückspringen oder den alten Sekundärtrendkanal wieder aufnehmen. Im letzteren Falle läge die Aufenthaltswahrscheinlichkeit im rot schraffierten Bereich. Aber auch dann hätte der Markt nach einer kurzen heftigen Abwärtsbewegung genug Platz für anschließende Kurssteigerungen.

Sie sollten sich beim Rückfall keinesfalls in eine Baisse-Stimmung versetzen lassen. Im Gegenteil: Sie sollten dies als günstige Gelegenheit nutzen für billige Einkäufe! Als Einstiegsmarken merken Sie sich die 10.500 und die 10.000 im DAX-Index.

Fazit: Bisherige Gewinne absichern bei 11.200. 2 Szenarien möglich, die ganz klar durch die Griechenland-Frage bestimmt werden. Bei Rückfall nach unten ab 10.500, spätestens aber 10.000 Punkten auf Käufe einstellen.

3. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Michael Sturm. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt