DAX-Index: Die Spannung steigt: Mario Draghi am Lenkrad. Lesen Sie hier die Karte

Wie erwartet schnauft der DAX-Index seit einer Woche durch und holt Luft.

Luftholen, nur wofür?

Für einen Sprung nach oben über die 10.000er Marke oder für einen erneuten starken Abschwung?

Ich sage es gleich vorweg: Beide Szenarien sind möglich. Wenngleich gute Chancen für einen Sprung nach oben bestehen, gibt es auch genug Argumente für ein weitere Abrutschen.

Zwei Wege und Mario Draghi ist der Navigator: Wieder einmal…

Der Sprung nach oben in Szenario 1 könnte beispielsweise durch die EZB-Entscheidung Morgen befeuert werden. Sollten die Erwartungen übertroffen werden oder zumindest erfüllt werden, dann bestehen durchaus Chancen auf eine kleine Rally, die den DAX-Index schnell über die 10.000er Marke befördern würde. Wie es dann weitergeht, lesen Sie in der heutigen Analyse.

Die negative Seite rückt dann in den Vordergrund, wenn die Reaktion der Marktteilnehmer auf die EZB-Entscheidung morgen enttäuschend ausfällt. Überzogen hohe Erwartungen im Vorfeld dieses mit Hochspannung erwarteten Events könnten hier der Auslöser sein.

Hinzu könnten sich auf die negative Seite wieder aufkeimende Spannungen in Syrien und schlechte Wirtschaftsdaten aus China gesellen.

Es hängt viel an der Reaktion der Marktteilnehmer auf die EZB-Entscheidung morgen. Mario Draghi hat es in den Händen. Aber wie die Sache aus ausgehen mag, in beiden Richtungen gibt es einen vorgezeichneten Weg. Welche Zielpunkte und Umkehrpunkte dieser jeweilige Weg nach oben oder auch nach unten hat und worauf Sie achten müssen, analysieren wir zunächst in derkurzfristigen Analyse und dem Blick auf den 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 0903 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Aufwärtstrend weiterhin intakt, Pausenmodus bald beendet?

Im Chartbild befindet sich der kurzfristige Aufwärtstrend seit dem 11. Februar (blauer Trendkanal). Nach einem Anstieg bis an die Obergrenze des Aufwärtstrendkanals wurde die Unterstützung bei 9.100 Punkte Ende Februar erneut getestet  (untere grüne Horizontale).  Sie fiel mit der unteren Begrenzung des Trendkanals zusammen und sorgte für eine Stabilisierung und damit eine Trendwende im Kanal.

Die anschließende Aufwärtsbewegung führte den DAX-Index erneut nach einem Zwischentest bei der 9.300er Marke bis an die Obergrenze des kurzfristigen Trendkanals. Hier knabberte er an den Widerstandsmarken und verfiel wie vergangene Woche vermutet in einen Pausenmodus.

Innerhalb dieses Seitwärtsbandes (rote Begrenzungen, schwarz schraffierter Bereich) hat der DAX-Index bis heute schon einiges an Luft geholt. Es bestehen damit nun durchaus Chancen nach oben. Als Ziel käme die obere Begrenzung des Trendkanals in Betracht. Sie liegt aktuell bei etwa 10.000 Punkten und steigt um +200 Punkte/Woche an.

Nach unten bei 9.600 unterstützt

Die 9.600 bildete in den vergangenen 4 Wochen bereits ein paar Mal Widerstand und Unterstützung. Sie ist auch die Kernmarke im kurzfristigen Chartbild, wenn es um die Fokussierung einer eventuellen Abwärtsbewegung geht.

Sollte der DAX-Index diese Unterstützung nach unten durchbrechen (untere rote Horizontale), dann wird mit ziemlicher Sicherheit auch der kurzfristige Aufwärtstrend zerstört (blaue Trendlinien).

Bei Trendbruch maximal 9.100

Sie sollten sich dann kurzfristig auf weiter fallende Kurse einrichten. Als Zielmarken sollten dann schnell die 9.300 und9.100 erreicht werden. Hier erfährt der DAX-Index allerdings eine mittlerweile gute Unterstützung. Tiefer erwarte ich den Index bis zum Sommer ohne sehr negative Einflussfaktoren nicht mehr.

Wie sich die charttechnische Lage mittelfristig darstellt, analysieren wir im 8-Monatschart:

DAX 0903 8M

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Flacher mittelfristiger Abwärtstrend seit Mitte 2015

Sie erkennen im 8-Monatschart des DAX-Index den Absturz im August vergangenen Jahres und seit Dezember vergangenen Jahres bis heute.

Die dabei ausgebildeten beiden Tiefpunkte bei 9.300 im August und 8.700 im Februar bilden die unteren Verbindungspunkte des mittelfristigen Abwärtstrendkanals (roter Trend).

DAX vor dem Sprung innerhalb des Trendkanals an die Obergrenze

Ich habe Ihnen die Widerstandsgrenze bei 9.900 Punkten eingezeichnet (blaue Horizontale). An dieser ist der DAX-Index auch in den vergangenen Tagen zunächst einmal gescheitert. Sollte diese Hürde allerdings genommen werden, dann stünde einem dynamischen Aufwärtsschub nichts im Wege. Nach einem Zwischenstopp bei 10.500 Punkten sind sogar 11.000 Punkte drin! Hier verläuft auch aktuell die obere Begrenzungslinie des mittelfristigen Abwärtstrendkanals.

Eine Überwindung könnte durch einen positiven Impuls ausgelöst werden.

Fazit: Die EZB und Mario Draghi haben es also morgen in der Hand!

MACD mit Parallelen zur Augustbewegung: Ziel 10.500 bis 11.000 tatsächlich drin

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (violett roter Kurvenverlauf unten) ist immer ein sehr guter Indikator für den Zustand des Marktes. Ein Kaufsignal entsteht beim Kreuzen der violettfarbenen Linie durch die rote Linie von unten nach oben, ein Verkaufssignal umgekehrt.

Das Kaufsignal besteht seit Mitte Februar und der MACD befindet sich aktuell im überkauften Territorium. Doch auch nach dem August-Kursrutsch verliefen die Parameter ähnlich. Wenn die Kurse diesmal einen ähnlichen Verlauf nehmen sollten, dann dürfte der DAX-Index nach einer kurzen Verschnaufpause durchaus bis auf etwa 10.500 Punkte, im Maximum sogar 11.000 klettern.

Das würde zu der positiven „Draghi“-These passen. Lassen wir uns überraschen und warten ab, was uns Morgen von der EZB beschert wird.

Eine Enttäuschung der Marktteilnehmer aufgrund der im Vorfeld überzogenen Erwartungen oder eine positive Überraschung?

FAZIT:

Sie müssen die EZB-Entscheidung morgen abwarten. Reine Long- oder Short-Positionierungen im Vorfeld sind reine Spekulationen und haben Casino-Charakter.

9. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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