DAX-Index: Erst Pause, dann weiter in Richtung…

Nach dem grausigen und historisch schlechtesten Jahresstart der Aktienmärkte bis Mitte Februar, konnten sich in den vergangenen Handelstagen die Aktienkurse stabilisieren. Seit heute ist diese „Zwischenrally“ zum Erliegen gekommen.

Widersprüchliche Daten

Die Konjunktur- und Wirtschaftsdaten sind weiterhin unsicher und auch widersprüchlich. Während in Europa die Inflation weiter rückläufig ist und auf Draghi neuer Druck entsteht, zeigt die US-Konjunktur auseinander driftende Daten. So fiel der viel beachtete Chicagoer Einkaufsmanager-Index wesentlich stärker als erwartet aus, doch der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe hingegen stieg wider Erwarten.

Rohöl- Lagerbestände extrem hoch

Dann haben wir noch den Rohölpreis! An dessen Rockzipfel hingen die Aktienkurse in den vergangenen Monaten stärker denn je.

Ich habe Ihnen den Rohölpreis des April-Futures in Abhängigkeit der Lagerbestandsdaten der vergangenen 2 Tage aufgezeichnet.

Öl 0203

Ölpreis nach Lagerbestandsdaten 2 Tage

Sie erkennen den Preisrutsch nach Veröffentlichung der API-Lagerbestände gestern (erwartet 2,50 Mio Barrel, Ergebnis 9,90 Mio. Barrel) und den abermaligen Preisrutsch am heutigen Tage nach Veröffentlichung der EIA Lagerbestände (erwartet 3,50 Mio. Barrel, Ergebnis 10,37 Mio Barrel).

Widersprüchliche Reaktionen

Doch wenn Sie jetzt glauben, durch die förmlich explodierten Rohöllagerbestände würde der Rohölpreis weiter fallen, dann betrachten Sie diesen Chart 30 Minuten nach der Aufnahme des 1. Chartbildes:

Öl 0203 2

Ölpreis nach Lagerbestandsdaten 2 Tage

Der Ölpreis macht alle Verluste wett und steigt über sein vorheriges Tageshoch, und zwar deutlich.

Was ich Ihnen damit verdeutlichen möchte, ist nur eines: Die Märkte reagieren weiterhin hochdynamisch und teilweise irrational. Eine verlässliche Prognose ist schier unmöglich!

Mein Rat: Agieren Sie weiterhin vorsichtig.

Welche Zielmarken und Umkehrpunkte wichtig sind und worauf Sie achten müssen, analysieren wir zunächst in derkurzfristigen Analyse und dem Blick auf den 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 0203 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Kurzfristiger Aufwärtstrend intakt, aber Luftholen angesagt

Sie erkennen im Chartbild zunächst den kurzfristigen Aufwärtstrend seit dem 11. Februar (blaue Trendlinien). Nach einem Anstieg bis an die Obergrenze des Aufwärtstrendkanals wurde die Unterstützung bei 9.100 Punkte erneut getestet (untere rote Horizontale). Sie fiel mit der unteren Begrenzung des Trendkanals zusammen und sorgte für eine Stabilisierung und damit eine Trendwende im Kanal.

Die anschließende Aufwärtsbewegung führte den DAX-Index erneut bis an die Obergrenze des kurzfristigen Trendkanals. Hier knabbert er aktuell an den Widerstandsmarken

Per heute ist kurzfristig mit einer Atempause zu rechnen. Achten Sie auf die 9.550er Marke. Sie sollte zum Wochenschluss nicht unterboten werden, ansonsten droht ein Bruch des Aufwärtstrends.

Am Freitag werden in den USA die Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Das könnte spannend werden mit Hinblick auf die angesprochene Marke!

Wie sich die charttechnische Lage mittelfristig darstellt, analysieren wir im 8-Monatschart:

DAX 0203 8M

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Abwärtstrend seit Jahresbeginn überwunden!

Sie erkennen im 8-Monatschart des DAX-Index den Absturz im August vergangenen Jahres und seit Dezember vergangenen Jahres bis heute.

In beiden Fällen kam die rasante Abwärtsbewegung an der 9.300er Marke zum Erliegen (grüne Horizontale). Der DAX-Index konnte anschließend ansteigen.

Der Januarrutsch stoppte zunächst, wie schon im August und September, an der 9.300-Punkte-Marke. Nach einem Zwischenhoch bei 9.900 Punkten sorgte die anschließende Talfahrt für ein tieferes Tief, nachdem die Bastion von 9.300 Punkten durchbrochen wurde.

Die Übertreibung machte an der unteren Begrenzung des Abwärtstrendkanals halt. Bei etwa 8.700 Punkten befindet sich das aktuelle Jahrestief.

Sehr positiv ist zu werten, dass die Erholungsrally nicht an der oberen Begrenzung versagte, sondern diese sogar überwinden konnte.

Das bedeutet im Klartext: Der Abwärtstrend 2016 ist zunächst einmal passé!

Nehmen wir die Augustbewegung des vergangenen Jahres als Vorbild, dann hat der DAX-Index durchaus noch ein gutes Stück nach oben zu gehen.

MACD mit Parallelen zur Augustbewegung: Ziel 10.500 drin

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (violett roter Kurvenverlauf unten) ist immer ein sehr guter Indikator für den Zustand des Marktes. Ein Kaufsignal entsteht beim Kreuzen der violettfarbenen Linie durch die rote Linie von unten nach oben, ein Verkaufssignal umgekehrt.

Das Kaufsignal besteht seit Mitte Februar und der MACD befindet sich aktuell im überkauften Territorium. Doch auch nach dem August-Kursrutsch verliefen die Parameter ähnlich. Wenn die Kurse diesmal einen ähnlichen Verlauf nehmen sollten, dann dürfte der DAX-Index nach einer kurzen Verschnaufpause durchaus bis auf etwa 10.500 Punkte klettern.

FAZIT:

Zunächst Pause, dann gute Chance auf weitere Aufwärtsbewegung bis etwa 10.500 Punkte.

Idealer Einstiegspunkt 9.500 Punkte am Freitag. Aber das wäre eine Punktlandung.

Die irrationalen Bewegungen im Auge behalten (siehe Öl auf Seite 1 des Berichtes).

2. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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