DAX-Index: Heiß gelaufen. Wie tief geht es, und wie hoch danach?

Nach der fulminanten EZB-Rally ist der DAX-Index ein wenig heiß gelaufen. Die Frage, wie weit es noch gehen kann, ist vieldiskutiert. Es kann zu Übertreibungen nach oben kommen in einer Art Euphoriewelle.

Aber rein charttechnisch betrachtet sollte nun erst einmal eine Phase der Abkühlung folgen. Danach wird die Party weitergehen. Denn 80 Milliarden Euro Geldspritze jeden Monat durch die EZB sind ein Garant für weiter tiefe Zinsen und einen niedrigen Euro.

Damit sind die Rahmenbedingungen für die DAX-Unternehmen ideal.

Wie umfangreich die erwartete Konsolidierung ausfällt, wo die Haltemarken liegen und wann sich ein Einstieg lohnt, wird in der folgenden Chartanalyse des DAX-Index deutlicher.

Dazu steigen wir sofort in die charttechnische Analyse ein und betrachten zunächst den kurzfristigen 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 2801 1m

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Kurzfristiger Aufwärtstrend intakt

Sie erkennen zunächst im kurzfristigen Chartbild den schönen aufwärts gerichteten Trendkanal seit 06. Januar (blauer Trendkanal). Dieser wurde durch die Verkündung des QE der EZB noch verstärkt und nach oben ausgeweitet. Innerhalb dieses Trendkanals ist der DAX-Index am Montag an die Obergrenze angestoßen. Seitdem läuft bereits eine gewisse Abkühlungsreaktion.

2 Konsolidierungsszenarien möglich

Eine Abkühlung des etwa heiß gelaufenen Marktes ist notwendig. Nur wie weit sie reichen wird, das ist fraglich. Im positivsten Fall verhält sich der DAX-Index wie in der lilafarbenen Kurve dargestellt.

Er setzt auf die ganz kurzfristige Unterstützung bei etwa 10.580 Punkten auf und verläuft ein paar Tage seitwärts, bevor er seinen Aufwärtstrendkanal bestätigt und fortsetzt.

Sollte der Trendkanal allerdings unterschritten werden (vorzugsweise zum Tagesschlußkurs), dann droht dem DAX-Index allerdings eine längere und tiefergreifende Konsolidierungsphase (rote Linien). Diese kann bis maximal 9.950 Punkten reichen. Anschließend sollte auch dann wieder ein steigender Trend entwickelt werden.

Fazit: Konsolidierung ja, aber wie weit? Achten Sie auf die untere Begrenzung des kurzfristigen Aufwärtstrendkanals (untere blaue Trendlinie).

Hält sie, dann kann der Zug weiter gehen. Fällt sie, dann sollten Sie aus kurzfristiger Sichtweise zunächst aussteigen, den die Einstiegskurse werden dann noch billiger.

Betrachten wir das mittelfristige Chartbild des DAX-Index:

DAX 2801 8m

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Auch mittelfristig betrachtet Konsolidierung wahrscheinlicher

Seit dem Tiefpunkt vom vergangenen Oktober konnte der DAX-Index einen neuen mittelfristigen Aufwärtstrendkanal etablieren (blaue Trendlinien). Auch hier ist er nun an die Obergrenze angestoßen. Das schreit rein charttechnisch ebenfalls nach einer Konsolidierung, wie das auch schon im Kurzfristbild ersichtlich war.

Je nachdem, wie lange die Abkühlung verläuft, sind verschiedene mögliche Umkehrpunkte auszumachen. Ein Maximum an Kursverlust bis runter auf die 10.000 Punkte bzw. sogar knapp darunter wäre nur denkbar, wenn der Kursrutsch ziemlich schnell von statten geht (linker roter Pfeil).

Eine mehrwöchige Ruhephase im DAX-Index würde ihn gemäß der Untergrenze des Aufwärtstrendkanals nicht so tief führen (rechter roter Pfeil).

Ein Bruch des Aufwärtstrendkanals an der Unterseite würde ihn beenden und eine Neubewertung mit einer mehrmonatigen Findungsphase mit abwärts gerichteten Kursen zur Folge haben. Davon gehe ich aber nicht aus!

MACD zeigt überkauften Markt an

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (hellblau violetter Kurvenverlauf unten) ist immer ein sehr guter Indikator für den Zustand des Marktes. Ein Kaufsignal entsteht beim Kreuzen der hellblauen Linie durch die violettfarbene Linie von unten nach oben, ein Verkaufssignal umgekehrt.

Sie sehen an den schwarzen Pfeilen ganz deutlich die Überhitzung im Markt. Absolutwerte und Divergenzbalken sind beide im deutlich überkauften Bereich zu finden. Das deutet ganz klar auf eine Phase der Abkühlung und Konsolidierung hin.

Fazit mittelfristig:

Achten Sie auch hier auf den Trendkanal. Eine Umkehr an der Untergrenze (untere blaue Trendlinie) ist sehr wahrscheinlich, aber je nach politischer Lage nicht unbedingt zwingend. Sollte der DAX-Index hier nach unten durchbrechen, ist ein vorübergehender Ausstieg sinnvoll.

Schauen wir abschließend noch kurz auf den 5-Jahreschart:

DAX 2801 5j

DAX-Chart 5 Jahre (Wochenbalken)

An die Obergrenze gelaufen

Die längerfristige Aufwärtsbewegung (blauer Trendkanal) bleibt das Maß aller Dinge.

Und hier erkennen wir genau wie in den beiden vorangegangenen Chartbildern, dass der DAX-Index an die Obergrenze angestoßen ist.

Charttechnisch bleibt auch hier nur die Schlußfolgerung: „Konsolidierung ist angesagt, erst danach geht die Party weiter“

Fazit:

Achten Sie auf die Trendkanäle an der Unterseite

Ich gebe aufgrund der tiefen Zinsen, der EZB-Anleihekäufe und einer weiter anziehenden Konjunktur in den USA einem in 2015 weiter nach oben laufenden DAX-Index klar die Favoritenrolle. Er hat nach einer Konsolidierung durchaus das Potenzial, die 11.500 Punkte und mehr zu erreichen.

Aber vorher sollten Sie die Konsolidierung beachten und dabei vorzugsweise auf die unteren Begrenzungen der Trendkanäle schauen. Das könnten gute und günstige Einstiegspunkte im Hinblick auf den Jahresverlauf sein.

28. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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