DAX-Index: Heute irrer Markt: Das wird spannend…

Die Kapriolen des DAX-Index wollen nicht aufhören. Rauf und Runter wechseln sich mit einer zunehmenden Frequenz und Schwankungsstärke ab.

Aber bevor ich mit der charttechnischen Analyse beginne, möchte ich Ihnen aus aktuellem Anlass die Reaktion der Märkte auf die Aufhebung der Wechselkursgrenze des Schweizer Franken an den Euro zeigen.

Die Notenbank der Schweiz hat heute Vormittag den Zinssatz gesenkt. Aber die völlig überraschende Maßnahme war die urplötzliche Aufhebung der Mindestgrenze von 1,20 Schweizer Franken (CHF) für den Wechselkurs zwischen CHF und dem Euro.

Hier zunächst die Reaktion des Wechselkursverhältnisses:

EUR CHF

EUR/CHF-Chart 1 Jahr

Schweizer Franken explodiert um +15% binnen Minuten

Sie sehen im Chartbild einen 1-Jahreschart. Ich habe bewusst diesen etwas längeren Zeitraum gewählt, um Ihnen zu verdeutlichen, wie dramatisch die heutige Bewegung war.

Die Entkoppelung des Schweizer Franken sorgte für einen massiven Run in die vermeintlich sichere Währung. Die Notenbank der Schweiz erklärt dies mit einem Angleichungsprozess entsprechend  der Schwäche der Eurozone.

In meinen Augen ist dies eine absolut fahrlässige Aktion der Notenbank gewesen. Von seriösen Bankern erwarte ich seriöses und vorsichtiges Agieren am Markt. Hiermit hat die schweizerische Notenbank unnötig die Märkte in hohem Maße verunsichert!

Das blieb auch nicht ohne Auswirkung auf die Aktienmärkte:

Sehen Sie selbst:

DAX 1501 1d

DAX-Chart am 15.01.2015 bis 12:30 Uhr

Schnelle und heftige Reaktion im DAX-Index

Im Tageschart des DAX-Index ist deutlich zu erkennen, wie urplötzlich und heftig die Reaktion ausfiel. Minus 260 Punkte binnen Sekunden im freien Fall, so die DAX-Reaktion auf den Überraschungsakt der schweizerischen Notenbank.

Sie erkennen aber auch, dass der DAX-Index diesen Knick sehr schnell wieder aufgeholt hat, bevor er wieder schwächer ging.

Daran ist erkennbar, was die Notenbank der Schweiz verursacht hat: Totale Verwirrung und Verunsicherung! Da sind einige Erklärungen der Notenbanker gefragt.

Mich würde es nicht wundern, wenn der DAX in den nächsten Tagen eine Trotzreaktion hinlegt.

Denn was verändert schon ein schwächerer Euro versus dem Schweizer Franken bei den deutschen DAX-Unternehmen? Schweizer Produkte werden teurer aber Sie können Ihre deutschen Erzeugnisse noch günstiger absetzen! Klar ist nur eines, dass die schweizerische Notenbank von jetzt auf gleich Ihren landeseigenen Erzeugern einen großen Bärendienst erwiesen hat.  Denn sie müssen jetzt um Ihre Exporte fürchten.

Steigen wir nun in die charttechnische Analyse ein und schauen zunächst auf den kurzfristigen 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 1501 1m

DAX-Chart 1 Monat(Stundenbalken)

DAX zuletzt mit Ansätzen eines Aufwärtstrendkanals

Sie erkennen zunächst im kurzfristigen Chartbild den massiven Rutsch der Kurse zu Jahresbeginn. Nach dem Tiefpunkt am 06. Januar konnte der DAX-Index drehen und hat seitdem eine schöne Erholungsrally hingelegt. Es fällt auf, dass die Schwankungsbreite enorm ist. Wir kennen das aus dem vergangenen Börsenjahr 2014 noch zu genüge.

Die Jojo-Mentalität hat der DAX ins neue Börsenjahr mitgeschleppt.

Nimmt man die heutige Bewegung mit hinzu, dann kann sogar von einer nochmaligen  Steigerung der Schwankungsstärke gesprochen werden. Das ist nichts für schwache Nerven.

Mein Tipp: Intraday-Tagesbewegungen nicht beobachten, lediglich die entscheidenden Ausbruchs-Marken beachten.

Diese liegen im kurzfristigen Bereich bei 9.925-9.975 DAX-Punkten (rote Widerstandslinien) an der Oberseite und etwa 9.700 Punkte an der Unterseite (grüne Horizontale).

Dabei ist der Tagesschlussstand als Grundlage zu verwenden, keine Intraday-Auf-und-Abs.

Betrachten wir das mittelfristige Chartbild des DAX-Index:

DAX 1501 8m

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Oberhalb von 10.100 Punkten wird es spannend

Am linken Chartrand ist noch gut erkennbar, wie der DAX-Index Mitte 2014 vergeblich versuchte, die Allzeithochs zu überspringen (obere rote Horizontale). Das misslang gleich mehrmals in Serie. Auch die Versuche im September und Dezember scheiterten.

Eine wichtige Beobachtung ist aber: Die Tiefpunkte aus dem Oktober sind nicht mehr erreicht worden. Die nachfolgenden Zwischentiefs haben jeweils ein höheres Niveau (blaue Trendlinie). Das sieht charttechnisch gar nicht übel aus. Der nächste Angriff auf die Allzeithochs hat damit sehr gute Chancen auf Erfolg!

MACD mit leichtem Kaufsignal, aber noch zu schwach.

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (hellblau violetter Kurvenverlauf unten) ist immer ein sehr guter Indikator für den Zustand des Marktes. Ein Kaufsignal entsteht beim Kreuzen der hellblauen Linie durch die violettfarbene Linie von unten nach oben, ein Verkaufssignal umgekehrt.

Ein Kauf-Fehlsignal Ende des Jahres haben wir bereits gesehen. Dort kreuzten sich die MACD-Linien, fielen aber sofort wieder zurück.

Aktuell arbeitet der MACD an einem neuen Kaufsignal. Das sieht deutlich besser aus, ist aber noch zu schwach. Angesichts der hohen Volatilität des DAX-Index kann hier schnell ein erneutes Fehlsignal entstehen.

Die Aussage von diesem Indikator ist mit „leicht positiv“ zu werten. Sollte der DAX-Index allerdings die Hürde an der Oberseite überwinden, dann wird auch das Kaufsignal stärker.

Das bedeutet für Sie: Ein Durchbruch an der Oberseite würde eine längere dynamische Aufwärtsbewegung nach sich ziehen! Ein Einstieg nach dem Durchbruch ist also nicht zu spät, sondern angesichts der hohen Schwankungsbreite einfach nur sicherer.

Wohin die Reise gehen kann, analysieren wir abschließend noch kurz im 5-Jahreschart:

DAX 1501 5j

DAX-Chart 5 Jahre (Wochenbalken)

Ausbruch an der Oberseite führt zu 11.000 Punkten

Die längerfristige Aufwärtsbewegung (blauer Trendkanal) bleibt das Maß aller Dinge.

Wir erkennen in diesem längerfristigen Chartbild, dass der DAX diesen Trendkanal vor etwa 3 Monaten an der Unterseite getestet hatte. Einen ähnlichen Test hatte der DAX-Index auch im Jahr 2012 vollzogen. Die nachfolgende Bewegung führte ihn zu neuen Allzeithochs.

Schiebezone im DAX-Index wird sich in 2015 auflösen, die Oberseite hat größere Chancen

Es ist deutlich zu erkennen, wie der Deckel auf dem Konsolidierungstopf die DAX-Bewegung in 2014 oben abgeschnitten hat (obere rote Horizontale). Je weiter nach rechts der nächste Angriff an der Oberseite erfolgt, desto größer wird die Erfolgswahrscheinlichkeit für einen gelungenen Durchbruch.

Die Ziele lägen dann bei etwa 11.000 Punkten.

Aber auch nach unten dürfen wir schauen. Die Gefahren sollten nicht übersehen werden. Die eingezeichnete untere rote Horizontale sollte nicht unterschritten werden. Ansonsten steht eine Neubewertung des Trends an.

Fazit:

Achten Sie auf 9.975 und 10.100 oben und 9.000/9.200 unten

Die Schwankungsstärke des DAX-Index ist zurzeit extrem groß. Daher sind Intraday-Durchbrüche mit Vorsicht zu genießen. Durch den angesammelten Druck wird bei einem endgültigen Durchbruch auch genug Nachfolge-Potenzial vorhanden sein.

Demnach sollten Sie sich erst nach dem Durchbruch der genannten Marken positionieren!

15. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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