DAX-Index in 2015: Start und Ziele

Das alte Börsenjahr hat es vorgemacht … das neue Börsenjahr macht so weiter.

Der DAX-Index startete sehr schwankungsstark. Ungewöhnlich hohe und schnelle Bewegungen zeugen von großer Unsicherheit für den Trend zu Jahresbeginn.

Als Gründe dafür sind der drohende „Griechenland-Austritt“ aus dem Euro zu nennen und der immer weiter sinkende Ölpreis. Um Ihnen ein Bild davon zu vermitteln, wie unentschlossen die Märkte sind, habe ich Ihnen ein Bild vom Kursverlauf des DAX-Index am gestrigen Handelstag mitgebracht:

DAX 0601 1d

DAX-Chart am 06.01.2015

Die Grafik sieht zunächst von weitem betrachtet nicht so ungewöhnlich aus. Aber wenn Sie sich die Kurswerte an der Achse rechts ansehen, dann wird Ihnen schwindlig. -120 Punkte runter binnen 20 Minuten, dann +235 Punkte rauf bis 16:30 Uhr, danach wieder -185 Punkte runter in knapp 2 Stündchen (rotgrüneLinien).

Aktuell stellt sich die Frage: Wann werden die Märkte endlich wieder ruhiger verlaufen?

Ich muss Sie enttäuschen, das Datum habe ich leider nicht parat. Aber ich kann Ihnen einen guten Tipp geben: „In der nachfolgenden Analyse werden 2 Marken herausgearbeitet, die Sie beachten sollten. Ein Bruch dieser Marken sorgt für eine neue Phase mit dynamischen Kursbewegungen. Es folgt ein Trend in eine Richtung.“

Dazu steigen wir sofort in die charttechnische Analyse ein und betrachten zunächst den kurzfristigen 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 0701 1m

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Fast 1.000 Punkte Schwankungsbreite in nur 1 Monat

Sie erkennen zunächst im kurzfristigen Chartbild den massiven Rutsch der Kurse bis Mitte Dezember. Nach dem Tiefpunkt am 16.12. konnte der DAX-Index drehen und hat seitdem eine schöne Erholungsrally bis zum Jahresende hingelegt.

Es fällt auf, dass in dieser Erholungsrally der Boden nicht noch einmal getestet wurde. Damit registrieren wir bisher im Dezember nur einen Boden in V-Form.

Die Charttechnik lehrt aber, dass ein V-Boden eher selten vorkommt. Überwiegend finden wir in der Historie nach stärkeren Kursabstürzen einen so genannten W-Doppelboden.

Idealerweise ein schräg gestelltes W, wobei das zweite Abwärtsbein nicht mehr ganz so tief wie das vorherige Abwärtsbein ausfällt. Die schwachen Kurse zu Jahresbeginn bis aktuell 9.370 Punkte im Tief haben aus kurzfristiger Sicht dieses erfüllt. Das würde aber bedeuten, dass der DAX-Index durchaus Chancen hat, einen kurzfristigen W-Doppelboden auszubilden.

Durchmarsch bei Überschreiten der 9.925 Punkte auf Tagesschlusskursbasis.

Die W-Bodenformation wird abgeschlossen, wenn der DAX-Index zum Tagesschluss über der Marke von 9.925 Punkten steht (obere grüne Horizontale). Sobald dies gelingt, sind neue Allzeithochs nur eine Frage von kurzer Zeit. Der DAX hätte viel Potenzial. Wieviel, wird erst aus der langfristigen Chartbetrachtung ableitbar.

Doch auf dem Weg dahin sind noch 2 Zwischenhürden zu nehmen. Die mit einer blau markierten horizontalen Linie eingezeichneten Widerstandsniveaus resultieren aus dem riesigen 125 Punkte-Eröffnungs-GAP (schwarze Ellipse) vom 18. Dezember.

Damit sind die 9.575 und 9.700 als Widerstände anzusehen. Das darf man nie Punktgenau betrachten, plusminus 25 Punkte sind immer der Unschärfe geschuldet.

Auf der anderen Seite steht die Gefahr eines Abgleitens unter die 9.250 Punkte-Marke (untere rote Horizontale). Sollten die Stimmung an den Aktienmärkten durch weitere Unsicherheiten eingetrübt werden, dann ist durchaus die Gefahr eines Abgleitens nach unten vorhanden.

Achten Sie dann bitte auf die Marke von 9.250 Punkten! Hier sollten Sie auch Ihre Stopps hinlegen

Fazit: W-Boden kurzfristig möglich. Zwischenwiderstände bei 9.575 und 9.700. Achten Sie auf 9.925 oben und 9.250 unten.

Betrachten wir das mittelfristige Chartbild des DAX-Index:

DAX 0701 8m

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Oberhalb von 9.925 Punkten wird es spannend

Am linken Chartrand ist noch gut erkennbar, wie der DAX-Index Mitte 2014 vergeblich versuchte, die Allzeithochs zu überspringen (obere grüne Horizontale). Das misslang gleich mehrmals in Serie. Auch die Versuche im September und Dezember scheiterten.

Eine wichtige Beobachtung ist aber: Die Tiefpunkte aus dem Oktober sind nicht mehr erreicht worden. Die nachfolgenden Zwischentiefs haben jeweils ein höheres Niveau. Das sieht charttechnisch gar nicht übel aus. Der nächste Angriff auf die Allzeithochs hat damit sehr gute Chancen auf Erfolg!

MACD zurzeit nutzlos

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (hellblau violetter Kurvenverlauf unten) ist immer ein sehr guter Indikator für den Zustand des Marktes. Ein Kaufsignal entsteht beim Kreuzen der hellblauen Linie durch die violettfarbene Linie von unten nach oben, ein Verkaufssignal umgekehrt.

Das Anfang Dezember zu sehende Verkaufssignal mündete in ein Kauf-Fehlsignal Ende des Jahres.

Die Aussage von diesem Indikator ist mit „neutral, beides ist möglich“ zu werten. Das passt auch in das schwankungsstarke aktuell unklare DAX-Bild.

Schauen wir abschließend noch kurz auf den 5-Jahreschart:

DAX 0701 5j

DAX-Chart 5 Jahre (Wochenbalken)

Alles im Lot, Nächster Ausbruch an der Oberseite wird klappen

Die längerfristige Aufwärtsbewegung (blauer Trendkanal) bleibt das Maß aller Dinge.

Wir erkennen in diesem längerfristigen Chartbild, dass der DAX diesen Trendkanal vor etwa 3 Monaten an der Unterseite getestet hatte. Einen ähnlichen Test hatte der DAX-Index auch im Jahr 2012 vollzogen. Die nachfolgende Bewegung führte ihn zu neuen Allzeithochs.

Schiebezone im DAX-Index wird sich in 2015 auflösen, die Oberseite hat größere Chancen

Es ist deutlich zu erkennen, wie der Deckel auf dem Konsolidierungstopf die DAX-Bewegung in 2014 oben abgeschnitten hat (grüne Horizontale). Je weiter nach rechts der nächste Angriff an der Oberseite erfolgt, desto größer wird die Erfolgswahrscheinlichkeit für einen gelungenen Durchbruch.

Die Ziele lägen dann bei etwa 11.000 Punkten.

Aber auch nach unten dürfen wir schauen. Die Gefahren sollten nicht übersehen werden. Die eingezeichnete rote Horizontale sollte nicht unterschritten werden. Ansonsten steht eine Neubewertung des Trends an.

Fazit:

Achten Sie auf 9.925 oben und 9.200 unten

Die Karten für den DAX in 2015 liegen auf dem Tisch. Über 9,925 Punkte geht es rauf! Unter 9.200, respektive 8.900 geht es runter.

Ich gebe aufgrund der tiefen Zinsen, der EZB-Anleihekäufe und einer weiter anziehenden Konjunktur in den USA einem Ausbruch an der Oberkante die deutlich größeren Chancen!

Demnach sollten Sie sich beim Durchbruch der genannten Marken positionieren

7. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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