DAX-Index: In den Klauen der Notenbanken! Schock beim Nikkei! Auf diese Marken müssen Sie jetzt besonders achten!

Während die Konjunktur- und Wirtschaftsdaten weiterhin widersprüchlich ausfallen und keine klare Richtung vorgeben, hängen die globalen Aktienmärkte definitiv am Rockzipfel der Notenbanken.

Für die Investoren und Anleger waren bisher zunächst die beiden großen Notenbanken der Europäer (EZB) und der US-Amerikaner (FED) maßgebend bei der Kursfindung. Erhöhten sie Ihre Liquiditätsdosis, stiegen die Aktienmärkte.

Immer mehr rücken aber auch die beiden großen asiatischen Notenbanken in den Fokus der Anleger. Da ist einmal die PBOC (Peoples Bank of China) zu nennen, die krampfhaft versucht, die Konjunktur anzukurbeln und die BOJ (Bank of Japan), die schon jahrelang durch Ihre Nullzinspolitik versucht, den Yen abzuschwächen. Damit soll der ins Stocken gekommene Export angekurbelt werden.

Japanische Notenbank BOJ schockt Aktienmärkte

Doch irgendwie hat dies alles nicht so richtig funktioniert. Die Liquiditätsflut versumpft in falsche Richtungen. So beschloss die japanische Notenbank vor wenigen Stunden bei ihrer Sitzung einmal nicht, weitere Maßnahmen zu ergreifen und beließ alles so, wie es vor der Notenbanksitzung war.

Der Effekt bei den im Vorfeld mit hohen Erwartungen an die Notenbank herangegangenen Investoren und Anlegern war ein Schockzustand! Sehen Sie selbst:

N225 1 Tag

Nikkei-225-Index heute

Sie erkennen den massiven Kursrutsch nach Bekanntgabe der Notenbank BOJ, heute keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen.

Lag der Nikkei-225-Index vor der Entscheidung noch gut +280 Punkte oder +1,6% in der Gewinnzone, sorgte die Notenbank für einen Knall!

Der Nikkei-225-Index fiel in wenigen Minuten um über -880 Punkte bzw. etwa -5%! Das ist schon eine Art Minicrash.

Was ich Ihnen damit mitteilen möchte: Egal ob EZB, FED, PBOC oder BOJ, die Aktienmärkte weltweit hängen zurzeit am Tropf der Notenbanken!

Die Märkte reagieren weiterhin hochdynamisch und teilweise irrational. Eine verlässliche Prognose ist schier unmöglich!

Mein Rat: Agieren Sie weiterhin vorsichtig.

Welche Zielmarken und Umkehrpunkte wichtig sind und worauf Sie achten müssen, analysieren wir zunächst in derkurzfristigen Analyse und dem Blick auf den 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 2804 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Konsolidierende Fahne oder neuer Abwärtstrend?

Sie erkennen im Chartbild zunächst den kurzfristigen Aufwärtstrend seit Mitte April (blaue Trendlinien). Nach einem Anstieg bis an die Obergrenze des Aufwärtstrendkanals holte der DAX Luft. Die Seitwärtsbewegung durchbrach den steilen Trend an der Unterkante. Das war zu Erwarten. Aktuell konsolidiert der DAX-Index weiter seitwärts.

Die tieferen Hochpunkte und tieferen Tiefpunkte innerhalb dieser Bewegung markieren einen leicht abfallenden kurzfristigen Trendkanal (rote Linien). Derartige Muster sind nach einer dynamischen steil verlaufenen Aufwärtsbewegung, so wie wir sie gesehen haben, normal! Die Frage, die sich jetzt stellt ist nur: „Gelingt dem DAX-Index die Überwindung des Trendkanals oder sackt er nach unten weg?“

In der Historie werden Fahnenformationen meist nach oben aufgelöst und ermöglichen durch ihre in der Fahnenformation abgebaute Überkauftsituation einen weiteren Anstieg.

Achten Sie also auf die Begrenzungsmarken dieser charttechnischen Trendformation.

Unterseite: Achtung bei Durchbruch der Unterstützung von 10.100 Punkten (grüne Horizontallinie). Dann ist die Zwischenhausse vorbei und mit weiter fallenden Notierungen zu rechnen.

Oberseite: Hier ist die 10.380er Marke zu beachten. Gelingt ein Anstieg hierüber, bestehen gute Chancen auf einen weiteren DAX-Anstieg.

Wieviel Potenzial der DAX-Index nach oben hat, analysieren wir im mittelfristigen 1-Jahresschart:

DAX 2804 1J

DAX-Chart 1 Jahr (Tagesbalken)

Aufwärtstrend im übergeordneten Abwärtstrend

Sie erkennen im 1-Jahreschart des DAX-Index den mittelfristigen Abwärtstrend (rote Trendlinien). Dieser hat weiterhin Bestand und ist maßgebend.

Trotz der recht dynamischen Aufwärtsbewegung seit Mitte Februar (blauer Trendkanal) befindet sich der DAX-Index immer noch im Abwärtstrend. Das wird oft vergessen!

Erst, wenn dieser überwunden werden kann, besteht deutlich Luft nach oben. Noch ist es aber nicht soweit. Aktuell müht sich der Index an der 10.500er Widerstandslinie ab (obere grüne Horizontallinie).

Als Unterstützung im Trendkanal kann die 10.100/50erMarke wirken. Dies passt genau ins Bild der Kurzfristanalyse. Sollte diese Marke unterboten werden, empfehle ich Ihnen, zunächst aus dem Markt auszusteigen.

Ich habe Ihnen die 2 wichtigen Kursmarken mit einem schwarzen Kreis im Chartbild markiert.

Als Ziel einer Aufwärtsbewegung gilt die obere Begernzung des übergeordneten Abwärtstrends. Sie liegt bei etwa 10.800/50 Punkten.

Das bedeutet im Klartext: Achtung an der 10.100 unten, nach oben Luft bis 10.800!

Der Langfristchart passt ins Bild:

DAX 2804 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Langfristiger Haussetrend voll intakt

Im langfristigen Chartbild dominiert der langjährige Haussetrend (blaue Trendlinien). Der DAX-Index hat nach Erreichen der oberen Begrenzung im vergangenen April einen deutlichen Rückwärtsgang eingelegt. Aktuell befindet er sich ungefähr in der Mitte des breiten Aufwärtstrendkanals. Da brennt so schnell nichts an.

Innerhalb des Haussetrends erkennen Sie auch den mittelfristigen Abwärtstrendkanal (rote Linien). Innerhalb dessen ist wiederum der jüngste kurzfristige Aufwärtstrend (schwarze Linien) zu sehen.

Im Grunde genommen befindet sich der DAX-Index in einem kurzfristigen Aufwärtstrend immittelfristigen Abwärtstrend eines langfristigen Aufwärtstrends. Etwas verwirrend in der Wortwahl, aber durchaus logisch.

Zu beachten ist definitiv, ob der DAX-Index diesen mittelfristigen Abwärtstrend nach oben überwinden kann!

FAZIT:

Charttechnisch ist einiges möglich. Ob und wie sich allerdings die Aktienmärkte bewegen, hängt zurzeit sehr stark von den Notenbanken ab.

Achten Sie auf die entsprechenden Marken und agieren Sie weiterhin vorsichtig. Abgesicherte Strategien sind das Mittel zum Ziel.

28. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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