DAX-Index: Klare Marken! Wo Sie aufpassen sollten!

Nach dem grausigen und historisch schlechtesten Jahresstart der Aktienmärkte bis Mitte Februar, konnten sich die Aktienkurse in den darauffolgenden Wochen stabilisieren. Für den DAX-Index bleibt aber immer noch ein Minus im Vergleich zum Jahresende 2015.

Unsichere Impulssuche

Die Konjunktur- und Wirtschaftsdaten waren widersprüchlich wie schon lange nicht mehr. Dementsprechend unsicher fiel der Aktienhandel aus. Während in Europa die Inflation weiter rückläufig ist und auf Draghi neuer Druck entsteht, zog die Binnenkonjunktur in Deutschland dagegen stärker als erwartet an. Auch in den USA zeigt die US-Konjunktur auseinanderdriftende Daten.

So fiel der viel beachtete US-Chicagoer Einkaufsmanager-Index wesentlich stärker als erwartet aus, doch der US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe hingegen stieg wider Erwarten. Mit diesen gemischten Daten kann kein Börsianer etwas anfangen. Die Unklarheit über die weitere Entwicklung der Konjunktur sorgte für Verdruss bei den Anlegern.

Es fehlte deutlich an klaren Impulsen.

In den Klauen vom Ölpreis und den Notenbanken

So klammerten sich die Marktteilnehmer an den Ölpreis und die Notenbanken EZB (Europäische Zentralbank) sowie FED (US-Notenbank). An dessen Rockzipfel hingen die Aktienmärkte in den vergangenen Monaten stärker denn je. Fiel der Ölpreis, fielen auch die Aktienkurse. Sorgten die Notenbanken für weitere Liquiditätsspritzen, stiegen Kurse.

Unglaubliche V-Bewegung im bisherigen Börsenjahr 2016

Bis zur Ölpreisstabilisierung Mitte Februar und den neuen Geldspritzen der EZB fielen die Aktienmärkte überproportional stark. Der DAX-Index verlor in der Spitze sogar bis zu 2.000 Punkte seit Jahresbeginn. Erst, nachdem die Ölpreise einen Boden gefunden hatten und EZB-Chef Mario Draghi weitere extreme Geldspritzen zur Ankurbelung der Konjunktur beschloss, stiegen die Kurse. Das sorgte für eine riesige V-Bewegung im bisherigen Börsenverlauf 2016.

Und am Ende steht der Aktienmarkt ungefähr da, wo er das Jahr begonnen hatte. Der DAX notiert noch etwas tiefer, aber die US-Märkte notieren bereits etwas höher als zu Jahresanfang.

Doch dazwischen standen den Marktteilnehmern schon die Schweißperlen auf der Stirn. Es fehlte nicht viel und die Aktienmärkte wären in einen Abwärtsstrudel gerissen worden, der auch einen Crash nicht ausgeschlossen hätte.

Doch davon kann man nichts erkennen, wenn man nur den Jahresanfangspunkt und den aktuellen Stand betrachtet. Das riesige V in den Chartbildern der globalen Aktienmärkte hat aber seine Spuren hinterlassen. Nicht wenige Anleger und Fonds haben massiv Kapital verloren, weil verlässliche Prognosen schier unmöglich waren und sie Kursrutsch und Kursexplosion nicht an den entsprechenden Kernpunkten erkennen konnten.

Was ich Ihnen damit verdeutlichen möchte, ist nur eines: Die Märkte reagieren weiterhin hochdynamisch und teilweise irrational. Die Charttechnik kann aber helfen, genau diese Kernpunkte zu finden und gibt Ihnen Stabilität und Halt bei Ihren Handelsentscheidungen.

Welche Zielmarken und Umkehrpunkte wichtig sind und worauf Sie jetzt achten müssen, analysieren wir zunächst in derkurzfristigen Analyse und dem Blick auf den 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 2104 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Kurzfristiger steiler Aufwärtstrend noch intakt, aber zu schnell.

Sie erkennen im Chartbild zunächst den neuerlichen Test der 9.500er Marke Mitte April. Der DAX-Index konnte die Marke halten und dort einen kleinen Doppelboden ausbilden (untere grüne Linie mit 2 Mulden).

Nachfolgend tastete er sich an die sehr wichtige Marke von 9.800/50 Punkten heran (mittlere fettgedruckte grüne Linie).  Sie ist deshalb so wichtig, weil sie Anfangs- und Endpunkt von gleich 3 GAP´s ist (Kurslücken, schwarze Ellipsen). Deshalb bildet sie auch ab sofort eine Kernunterstützung, die Sie sich merken sollten!

Nach dem Ausbruch über die 9.800er Marke ging alles sehr schnell. Binnen 2 Tagen wurde der Widerstand bei 10.100 angelaufen, den ich hier ebenfalls mehrfach als wichtigen Widerstand erklärt habe. Der Ausbruch über die 10.100 sorgte binnen 2 Tagen für den Stand, wo sich aktuell der DAX-Index aufhält.

Alles zusammengenommen etablierte der DAX-Index damit einen sehr steilen kurzfristigen Aufwärtstrendkanal (blauer Trendkanal). Innerhalb dieses Kanals befindet er sich aktuell kurz vor der oberen Begrenzung, die bei etwa 10.500 Punkten liegt.

Die Schnelligkeit des Anstiegs ist erstaunlich und nicht wenige Experten erwarten ein baldiges Ende der Aufwärtsrally.

Per heute ist bald mit einer Atempause zu rechnen. Achten Sie kurzfristig zunächst auf die 10.500er Marke. Allerdings ist mit ein wenig Seitwärtsbewegung noch erneut Luft für einen kleinen Anstieg in Richtung 10.800 vorhanden. Das erkennen Sie aber erst im folgenden  mittelfristigen Chartbild:

DAX 2104 8M

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Mittelfristig im Abwärtstrend

Sie erkennen im 8-Monatschart des DAX-Index den Absturz im August vergangenen Jahres und seit Dezember vergangenen Jahres bis heute. Die tieferen Tiefpunkte und tieferen Hochpunkte rahmen den Abwärtstrend ein (rote Trendlinien).

Der DAX-Index ist aktuell an den Widerstand von etwa 10.500 Punkten angelangt (schwarz gepunktete Linie mit Mulden). Hier verläuft zurzeit auch die obere Begrenzung des kurzfristigen Aufwärtstrendkanals (obere blaue Trendlinie). Rein charttechnisch lässt das auf eine Verschnaufpause schließen.

Nach Atempause noch Luft bis 10.800/50 Punkte

Sollte der DAX-Index die durchaus gesunde Seitwärtskonsolidierung ein paar Tage vollziehen, dann bestehen gute Chancen, dass er in einem finalen Anstieg bis zur Widerstandslinie bei 10.800/50 Punkten läuft. Hier ist aber erst einmal Schluss! Denn diese Marke stellt einen Tripelpunkt dar.

Er resultiert aus der horizontalen Widerstandslinie (obere grüne Linie), aus der oberen  Begrenzung des Aufwärtstrendkanals (obere blaue Trendbegrenzung) und der oberen Begrenzung des übergeordneten mittelfristigen Abwärtstrendkanals (obere rote Trendbegrenzung). Um hier nach oben signifikant auszubrechen, bedarf es entweder eines sehr starken positiven Impulses von der Konjunktur oder einer ausgiebigen Konsolidierung.

Das bedeutet für Sie: Wird die 10.800/50 tatsächlich erreicht, sollten Sie zunächst einmal aus dem Markt aussteigen, zumindest aber abwarten!

Welche Ziele der DAX-Index längerfristig zu erwarten hat, sind aus dem mittelfristigen Chartbild nicht zu entnehmen. Wir untersuchen dies im längerfristigen 10-Jahreschart:

DAX 2104 10J

DAX-Chart 10 Jahre

Akuter Abwärtstrend innerhalb einer breiten Hausse !

Im 10-Jahreschart kann zunächst einmal festgehalten werden, dass der längerfristige übergeordnete Haussetrend vollkommen intakt ist (blauer Trendkanal). Dieser gerät erst in Gefahr, wenn die untere Begrenzung unterschritten würde. Bis dahin ist massiv Luft und es befinde sich eine ganze Reihe an starken Unterstützungen dazwischen.

Der DAX-Index befindet sich allerdings keineswegs in einer mittelfristigen Hausse

Ich habe Ihnen im Chartbild den mittelfristigen Abwärtstrend eingezeichnet (roter Trendkanal). Es ist deutlich zu sehen, dass der DAX-Index diesen noch in keinstger Weise verlassen hat, sondern ganz dick mittendrin steckt. Er läuft jetzt die obere Begrenzung bei 10.800/50 Punkten an und testet sie. Erst wenn diese Marke nachhaltig und signifikant überboten werden kann, wäre Luft für weitere Kurssteigerungen.

FAZIT:

Zunächst kurze Pause, dann gute Chance auf weitere Aufwärtsbewegung bis etwa 10.800 Punkte.  Dort entscheidet es sich!

Ich rate an der 10.800 zunächst zu einer abwartenden Haltung!

Der Käse ist noch nicht gegessen…theoretisch könnte der Index auch noch einmal die Untergrenze des mittelfristigen roten Abwärtstrendkanals testen und damit auch den übergeordneten langjährigen Haussetrend an der Untergrenze bestätigen.

Das bedeutet: Mögliche Ziele oben 13.000 und unten 8.000.

Die irrationalen Bewegungen bitte immer im Auge behalten (siehe Ölpreis und Notenbanken)

21. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Michael Sturm. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt