Dax-Index: Wieso VW positiv im Chart auftaucht

Der VW-Skandal drückte den DAX-Index an den Rand des Trends. Jetzt neues VW-Zeichen entdeckt! Michael Sturm analysiert die Szenarien und benennt Grenzen und gibt Tipps. (Foto: Deutsche Börse AG)

Man kann an dieser Stelle natürlich immer wieder vom positiven Umfeld sprechen. Dieses ist völlig anders und viel positiver, als das bei vergangenen starken Kursrückgängen der Fall war.

Doch die Börsensituation, in der wir uns befinden, hat sich gewandelt!

Die treibenden Kräfte sind ganz andere, als fundamentale Gründe. Die Anleger und Investoren reagieren zunehmend emotionaler und irrationaler. Grund ist eine zugenommene Unsicherheit. Diese kommt nicht von ungefähr! Denn das Vertrauen der Anleger ist erschüttert.

Die Kurse von renommierten Aktiengesellschaften werden in Minuten zertrümmert, der Computerhandel von Institutionellen beeinflusst die Kurse immer stärker und der „normale Anleger“ hat es mit Skandalen sowie Lug und Trug zu tun.

Von Tricksereien in Bilanzen bis hin zu gefälschten Dokumenten wird das Dickicht immer undurchschaubarer. Selbst renommierte Analystenhäuser jonglieren Ihre Kursziele wie ein Clown seine Bälle. Der eine Experte sagt, kaufen mit Ziel 500, der andere sagt, verkaufen mit Ziel 200. Und morgen drehen wir einfach alles wieder um.

Da wundert es mich kaum, dass der Frust der Anleger steigt und den ultimativen Ratlos-Level erreicht: „Was mache ich denn jetzt, kaufen oder verkaufen?“

Die einzige ehrliche Analyse, die übriggeblieben ist, ist die Charttechnik. Sie empfiehlt nicht, sie unterstützt! Sie gibt Hilfen bei der Anlageentscheidung. Und das Wesentliche ist: „Sie greift die Emotionalität der Anleger auf!“.

Denn ein Chartbild kann nicht manipuliert werden, es zeigt jeden Kurs, auch den emotionalen Kurs. Daraus lassen sich durchaus gewisse analytische Aspekte gewinnen, die bei Ihrer Handelsentscheidung sehr hilfreich sein können.

Wo befinden sich beim DAX die Unterstützungen und Wendepunkte? Wo befinden sich Widerstände?

Wir beginnen zunächst mit der kurzfristigen Analyse und dem Blick auf den 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 1M 141015

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Stabilisierung nach VW-Boden

Wir erkennen im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild einen DAX-Index, der sich nach dem VW-Skandal nicht wie erwartet in Form eines W-Doppelbodens stabilisiert hat, sondern fast sinnbildlich in Form eines VW-Bodens (blau-schwarzes VW).

Inwiefern dies eine verschwörerische Absicht höherer Mächte war, oder einfach nur Zufall, sei dahingestellt.

Für die kurzfristige Analytik ist dieser Boden bedeutsam, denn ein Dreifachtest der unteren Grenze ist zwar ungewöhnlich, aber im Erfolgsfalle eine positive charttechnische Konstruktion.

Das bedeutet für Sie, die Untergrenze, etwa bei 9.300 Punkten gelegen, ist vergleichsweise stark unterstützt. Die nach dem dritten erfolgreichen Test erfolgte Rally des DAX-Index um etwa +850 Punkte bestätigt dies. Zurzeit hält sich der Index in einer Konsolidierungszone der massiven Kursgewinne auf (zwischen roter Horizontalen und oberer grünenHorizontalen).

Das ist völlig normal und im Sinne eines „Kräftesammeln für den nächsten Aufschwung“ zu verstehen. Dieser würde sofort aktiviert, wenn der DAX-Index die rote Ellipse überwindet. Geschieht dies, dann gehe ich davon aus, dass die Jahresendrally gestartet ist!

Nach unten: Die Marke von 9.300 Punkten muss weiter beobachtet werden. Denn gerät der DAX-Index darunter, dann sollte ein ebenso dynamisches Folgepotenzial entstehen. Alle Long-Positionen sollten Sie deshalb genau dort absichern!

Wie die Entscheidung ausfallen könnte und sich die Sachlage mittelfristig darstellt, analysieren wir im 8-Monatschart:

DAX 8M 141015

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Mittelfristiger Abwärtstrend noch intakt, aber Durchbruch oben wahrscheinlicher

Sie erkennen im 8-Monatschart des DAX-Index den abwärtsgerichteten Trendkanal (rote Trendlinien). Innerhalb dieses Trendkanals testete der DAX-Index mehrfach die Ober- sowie auch die Untergrenzen.

Neben den zwei auffälligen an dieser Stelle schon mehrfach besprochenen Kauf-Fehlsignalen an der Oberseite (im Juli), die durch die China-Unsicherheit zerstört wurden, verlief der DAX-Index zwar sehr dynamisch und volatil, aber innerhalb der Trendzone.

Aktuell nagt er an dem Abwärtstrend. Noch ist der Durchbruch nicht geschafft, aber die VW-Boden-Formation aus der Kurzfristanalyse gibt Anlass zur Hoffnung, dass dies nur

Ich erwarte einen Durchbruch an der Oberseite und eine nachfolgende Jahresendrally.

Wichtig für Sie: Positionieren Sie sich aber aufgrund der in diesen Zeiten teilweise irrationalen Börsensituationen erst dann, wenn der Durchbruch auch tatsächlich geschafft wurde! Als Marke dafür sollten Sie sich die 10.400/500 merken.

Um zu analysieren, ob sich die Erkenntnisse aus der Kurzfrist- und Mittelfrist-Analyse auch im Einklang mit dem längerfristigen Trend befinden, schauen wir abschließend kurz auf den 5-Jahreschart:

DAX 5J 141015

DAX-Chart 5 Jahre (Wochenbalken)

Langfristtrend in Ordnung. VW-Effekt verzerrt

Der seit dem Crash in 2011 ausgebildete Aufwärtstrendkanal (blauer Trendkanal) ist noch voll intakt. Die Korrekturbewegungen im DAX-Index aufgrund des VW-Skandals haben ihn um etwa 150 Punkte nach unten verzerrt.

Das bedeutet, der Zipfel unterhalb der unteren Begrenzung (schwarzer Pfeil) muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass der seit über 4 Jahren bestehende übergeordnete Trendkanal abrupt beendet ist. Gewisse irrationale Ausreißer gibt es in der Historie durchaus dann und wann.

Zusätzlich positiv: Die horizontale Unterstützung (obere grüne Horizontale) bildet mit der unteren Trendbegrenzung eine Kreuzunterstützung. Es bestehen also durchaus gute Chancen, dass sie hält und der DAX-Index eine Wende einleiten kann.

Wenn dabei der Widerstand an der roten Horizontalen überwunden werden kann, dann hat der DAX-Index deutliches Aufwärtspotenzial.

Denn zwischen den beiden roten Linien liegt so gut wie kein Widerstand mehgr!

Als Ziel ist dann der obere rote Horizontalwiderstand auszumachen. Er liegt bei 11.100 Punkten.

FAZIT:

Erst VW-Skandal, dann VW-Boden. Der DAX-Index hat aber keine schlechten charttechnischen Voraussetzungen für eine Wende nach oben. Nach unten müssen Sie aber unbedingt auf die 9.300 achten.

Nach oben warten Sie auf den Durchbruch der 10.400.

Als Jahresendziel sind dann durchaus 11.100 Punkte und mehr drin, wenn die Weihnachtsrally startet.


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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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