DAX-Index: Zurück auf Los! Ab da sollten Sie kaufen

Das alte Börsenjahr hat es vorgemacht … das neue Börsenjahr macht so weiter.

Der DAX-Index ist auch in diesem Börsenjahr 2015 sehr schwankungsstark. Erst legte er eines der besten Quartale in der Historie hin, jetzt ist er bereits wieder auf das Niveau von Anfang Februar zurückgefallen.

Ungewöhnlich hohe und schnelle Bewegungen zeugen von großer Unsicherheit für den Trend.

Die Gründe sind im Nachhinein immer schnell gefunden: Rauf wegen der EZB (Milliardenschweres Anleihekaufprogramm) und runter wegen Griechenland (drohende Pleite und Austritt aus der Eurozone).

Wenn man aber genauer hinsieht, dann erkennt man im Chartbild, dass der DAX-Index bis Mitte April deutlich nach oben übertrieben hat. Er stieß genau an die Widerstandslinie eines Jahrzehntetrends an. Diese konnte er einfach nicht überwinden, trotz EZB-Euphorie.

Fazit: Die Charttechnik ist kein buntes Bild mit Schnittmusterlinien, sondern bietet dem Anleger immer gute Entscheidungshilfen und kann sehr hilfreiche Wendepunkte anzeigen.

Aktuell stellt sich die Frage: Wann werden die Märkte endlich wieder ruhiger verlaufen?

Ich muss Sie enttäuschen, das Datum habe ich leider nicht parat. Aber ich kann Ihnen einen guten Tipp geben: „In der nachfolgenden Analyse werden 2 Marken herausgearbeitet, die Sie beachten sollten. Ein Bruch dieser Marken sorgt für eine neue Phase mit dynamischen Kursbewegungen. Es folgt ein Trend in eine Richtung.“

Dazu steigen wir sofort in die charttechnische Analyse ein und betrachten zunächst den kurzfristigen 1-Monatschart des DAX-Index:

DAX 1006 1m

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Fast 1.000 Punkte Minus in nur 2 Wochen

Sie erkennen zunächst im kurzfristigen Chartbild die untere Begrenzung des vorherigen kurzfristigen Aufwärtstrendkanals (blaue Trendlinie). Sie wurde Ende Mai gebrochen. Anschließend etablierte der DAX-Index einen neuen kurzfristigen Abwärtstrend (roter Trendkanal). Er ist ungefähr 300 Punkte breit und vergleichsweise steil.

Etwas Positives: Derart steile kurzfristige Trendkanäle dauern in der Regel nur ein paar Wochen. Weil er schon 2 Wochen lang existiert, können Sie also davon ausgehen, dass bald eine Verschnaufpause im Abwärtstrend eintritt.

Eine eventuelle Gegenbewegung sollte zunächst einmal nur bis zur ersten Widerstandsmarke laufen. Diese befindet sich aktuell bei 11.250 Punkten (untere grüne Horizontallinie). Vorher muss der DAX-Index allerdings den kurzfristigen Trendkanal an der Oberseite brechen, das sind aktuell etwa 11.100 Punkte (obere Begrenzung des Abwärtstrends). Hier entscheidet sich, ob der Markt noch einmal weiter nach unten abtaucht.

Beachten Sie also die 11.100er Marke.

Die Charttechnik lehrt, dass ein V-Boden eher selten vorkommt. Überwiegend finden wir in der Historie nach stärkeren Kursabstürzen einen zweiten Test der Tiefpunkte. Sollte also die 11.100er Marke nicht überwunden werden, müssen Sie damit rechnen, dass der DAX-Index noch einmal tiefer geht.

Unterschreitet er dabei sein bisheriges gestriges Zwischentief bei 10.864 Punkten, dann rutscht er erneut schnell auf die untere Begrenzung seines kurzfristigen Abwärtstrends.

Wie tief das ist, hängt entscheidend davon ab, wann er diese Bewegung einleitet. Denn der Trendkanal sinkt von aktuell 10.850 Punkten mit jedem Tag um weitere etwa 70 Punkte. Dann sind wir schnell in Regionen, die nur durch das mittelfristige Chartbild interpretiert werden können.

Betrachten wir das mittelfristige Chartbild des DAX-Index:

DAX 1006 8m

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Mittelfristiger Haussetrend gebrochen

Im mittelfristigen Chartbild des DAX-Index sehen Sie deutlich den entscheidenden Trendbruch des Haussekanals seit Oktober 2014 (blauer Trendkanal). Dieser ist damit zunächst einmal vom Tisch.

Eine Neubewertung steht nun an.

Trotz dieses Trendbruchs müssen wir uns jetzt nicht auf lange Zeit von steigenden Kursen verabschieden. Die Frage ist einfach: Wo liegt der Boden? Wo kann der Markt seine Wende vollziehen?

Wahrscheinlich 10.500, extremst 10.000

Im Chartbild habe ich Ihnen die horizontalen Unterstützungen eingezeichnet (grüne Horizontallinien). Da ist ein ganzes Bündel an Unterstützungen bis runter auf etwa 10.000 Punkte. Und genau diese Marke von 10.000 Punkten sehe ich als extremsten möglichen Tiefpunkt. Wahrscheinlicher ist eine Wende schon vorher.

Schauen Sie sich im Chartbild die dünne hellblaue 200-Tage-Durchschnittslinie an. Dieser gleitende Durchschnitt hat in der Charttechnik immer eine ganz besondere historische Bedeutung. Denn egal, ob Märkte untertreiben oder übertreiben, sie treffen immer wieder auf diese magisch anziehende Linie. Sie steht aktuell bei etwa 10.500 Punkten und steigt an.

Es bestehen also gute Chancen, dass der DAX-Index, sobald er die 200-Tage-Linie erreicht hat, eine Stabilisierung erfährt.

MACD überverkauft

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (hellblau violetter Kurvenverlauf unten) ist immer ein sehr guter Indikator für den Zustand des Marktes. Ein Kaufsignal entsteht beim Kreuzen der hellblauen Linie durch die violettfarbene Linie von unten nach oben, ein Verkaufssignal umgekehrt.

Die Aussage von diesem Indikator ist mit „überverkauft“ zu werten und bedeutet, dass zumindest eine Stabilisierung nicht mehr weit ist. Das passt auch in das kurzfristige DAX-Bild.

Schauen wir abschließend noch kurz auf den 10-Jahreschart:

DAX 1006 10j

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Dax an Jahrzehnte-Widerstand gescheitert, Trend aber weiterhin intakt

Die längerfristige primäre Aufwärtsbewegung (blauer Trendkanal) bleibt das Maß aller Dinge, wenn wir an der Börse auf lange Sicht agieren.

Wir erkennen in diesem längerfristigen Chartbild, dass der DAX nach dem Ausbruch aus dem sekundären Haussetrend seit 2011 (hellblauer Trend) in einer Art Übertreibungsphase an den oberen Widerstand des primären Trendkanals angestoßen ist (Roter Kreis). Ich habe hier an dieser Stelle schon des Öfteren bemerkt, dass er diese Marke auch trotz EZB-Befeuerung der Kurse nicht überwinden kann.

Der Rückfall in den sekundären Haussetrend ist „nicht Haussegefährdend“

Durch die zuletzt schwachen Kurse geriet der Index wieder in seinen seit 2011 bestehenden Haussekanal zurück. Das ist kein Beinbruch, sondern eher das Abarbeiten einer überfälligen Konsolidierung. Auch hier erkennen Sie deutlich, dass die 10.000er Marke einen absoluten Tiefpunkt darstellen könnte. An der Oberseite liegt der Deckel zum Jahresende bei 13.000 Punkten.

Fazit: Ich erwarte eine schwankungsstarke Börse für den Rest des Jahres 2015. Die Index-Kurse sollten sich dabei zwischen 10.000 und 13.000 Punkten bewegen.

Eine frühere Stabilisierung bei 10.500 Punkten ist gut möglich, weil die 200-Tage-Durchschnittslinie hier guten Halt bietet.

Sobald der Index eine signifikante Wende eingeleitet hat, sind Long-Positionen anzuraten. Dazu bedarf es eines zweifachen erfolgreichen Tests einer der Tiefpunkte. Ich werde Sie hier an dieser Stelle darauf hinweisen, sobald es soweit ist.

 

10. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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