DAX: Kaufsignal mit Bauchschmerzen

Am Dienstag vergangener Woche informierte ich Sie in meinem Chartanalyse-Trends-Beitrag darüber, dass der DAX vor einer wichtigen Trend-Entscheidung stehe.

Diese ist nun gefallen. Worum es dabei geht und weshalb mir das generierte Kaufsignal Bauchweh bereitet, wollen wir gleich einmal analysieren.

Weiterhin werden wir auf die Perspektiven schauen und untersuchen, welches Vorgehen jetzt ratsam erscheint. Dazu werden wir auf einen hoch interessanten Vergleich blicken:

Trend-Entscheidung gefallen: DAX generiert Kaufsignal

Betrachten wir gleich einmal den aktualisierten Chart, den Sie bereits aus dem eingangs erwähnten Beitrag kennen:

dax _02-11-2017

DAX: 50-Tage-Momentum generiert Kaufsignal

Vor 9 Tagen schrieb ich Ihnen dazu:

„Das Momentum zeigt Ihnen nun, warum der DAX vor einer wichtigen Trend-Entscheidung steht: Die pinkfarbene Linie verbindet die Spitzen des Indikator-Verlaufs miteinander.

Und voilá: Alle Tops vereinigen sich zu einer langfristigen (pinkfarbenen) Widerstands-Linie!

Seit Entstehen der Widerstands-Linie ist das Momentum bislang 6x an diesem Niveau gescheitert.

Hat der inzwischen ziemlich überhitzte DAX noch die Kraft, schon jetzt einen Durchbruch zu generieren? Gesünder wäre ohnehin ein Rücksetzer, dem dann ein Anstieg mit Durchbruch folgt.“

Das 50-Tage-Momentum hat die Widerstands-Linie am 1. Handelstag im November „geknackt“ und damit ein starkes Kaufsignal generiert (gelber Kreis).

Kaufsignal mit Bauchschmerzen

Aus dem zitierten Text können Sie schon halbwegs entnehmen, warum mir dieses Kaufsignal JETZT Bauchschmerzen verursacht: Der DAX klettert(e) zu schnell zu weit!

Seit dem letzten Zwischentief am 29. August 2017 hat der DAX, gemessen am gestrigen Schlusskurs, fast 1.600 Punkte bzw. +13,5% zugelegt.

Die größte Tagesveränderung in dieser Zeit betrug 60 Zähler am 25. Oktober. Es waren 183 Punkte (-1,4%), wenn Sie es vom Top am 18. Oktober zum Tief am 19. Oktober berechnen.

Wenn Sie schon länger Leser bei Chartanalyse-Trends sind, dann kennen Sie bereits  meinen Vergleich mit dem Marathonläufer.

Dieses Bild „male“ ich immer dann gerne, wenn die Aktienmärkte wieder einmal zur Übertreibung neigen:

DAX versucht sich als Sprinter im Marathonlauf

Ein Marathonläufer kann aus renntaktischen Gründen durchaus mal einen Spurt einlegen. Wenn er jedoch ins Ziel kommen will, dann muss er danach auch einmal durchschnaufen:

Es ist eben schlichtweg nicht möglich, die Distanz von 42,195 km im Sprinttempo eines 400m-Läufers zu bewältigen.

Der Versuch, es doch zu schaffen, endet regelmäßig im besten Fall mit Seitenstechen und im „Worst Case“ mit einem Kollaps des Athleten.

Eine Verschnaufpause wäre daher auch für den DAX wünschenswert und zudem gesund gewesen. Nach mehr als 37 Jahren Erfahrung als Börsianer kann ich Ihnen sagen:

Der bislang vermisste Kursrücksetzer wird dennoch kommen – und je länger und höher sich der Anstieg zuvor entwickelt hatte, umso heftiger wird diese Reaktion.

Dank Kaufsignal nun großartige Perspektiven

Ohne Zweifel: Das generierte Kaufsignal ist deshalb von hoher Qualität, weil das Momentum eine seit Dezember 2015 bestehende Widerstands-Linie überwunden hat.

Wir unterstellen jetzt einfach mal, dass es sich NICHT um eine Bullenfalle handelt: Dann zeigt Ihnen der Trend-Kanal, wohin der DAX in den kommenden Wochen noch klettern KANN.

Welches Vorgehen ist jetzt ratsam?

Großartige Perspektiven also? Hm. Wie könnte man dann mit der jetzigen Entwicklung umgehen?

Als ich gestern den Anstieg des DAX sah, erinnerte mich das unwillkürlich an eine Börsen-Phase, die knapp 18 Jahre zurückliegt.

Schauen wir uns das einmal gemeinsam in der folgenden Grafik an:

dax 1999 und 2017_02-11-2017

Kein DAX-Spurt dauert ewig – auch 1999 / 2000 gab es „Seitenstechen“.

Ist der Jahreswechsel 1999 / 2000 eine Art Blaupause?

Oben sehen Sie den DAX der Jahre 1999 / 2000 und unten den aktuellen Verlauf:

Vom 18. Oktober bis zum 23. Dezember 1999 spurtete der DAX von knapp 5.100 auf fast 6.800 Zähler: Das waren 1.700 Punkte bzw. +33% in einem Zeitraum von etwas mehr als 9 Wochen.

Das Frappierende an diesem Verlauf: Auch damals ging es nahezu ohne größere Rücksetzer nur nach oben – erst stetig und dann mit Beschleunigung.

Immerhin korrigierte der DAX im November 1999 innerhalb von 3 Handelstagen um 267 Punkte (-4,4%).

Damals wie heute stürmte der deutsche Leitindex mithin nach oben – nichts schien ihn aufhalten zu können.

Am 1. Handelstag des Jahres 2000 folgte dann jedoch ein kräftiger Dämpfer für alle Mega-Optimisten:

Zunächst explodierte der DAX gleich zu Handelsbeginn ein weiteres Mal auf 7.159 Zähler.

Dann stürzte der Index innerhalb von 3 Handelstagen auf 6.388 Zähler ab – ein Minus von 771 Punkten bzw. -10,8%.

Eines weiß ich nach 37 Jahren als Börsen-Profi: Diesem Kurs-Anstieg laufe ich ganz gewiss nicht hinterher, nur weil der DAX gerade ein qualitativ gutes Kaufsignal generiert hat!

Für mich ist der DAX-Verlauf vom Jahreswechsel 1999 / 2000 eine Art Blaupause:

Endet das Kaufsignal nicht als Bullenfalle, dann werden Sie in Kürze eine deutlich günstigere Einstiegs-Möglichkeit erhalten!


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2. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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