Dax kaum verändert – Bewegung bei Einzelwerten

Nach einigem Auf und Ab rund um den Schlusskurs des Vortages hat sich der Dax am Mittwoch nur zaghaft in die Gewinnzone gewagt. Der Leitindex ging 0,3 Prozent fester aus dem Handel bei 11.211 Zählern.

Vor dem jüngsten Fed-Protokoll wollten sich die Anleger nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Marktteilnehmer hoffen auf Hinweise hinsichtlich des Zeitpunktes und Umfangs der geplanten Zinsanhebung, die noch in diesem Jahr beginnen soll.

US-Leitzins vorerst unverändert

Inzwischen ist klar: Nichts Genaues weiß man nicht. Vorläufig hat die Federal Reserve den Leitzins auf unverändert niedrigem Niveau belassen. Doch Beobachter glauben, in dem Protokoll neue Hinweise auf eine mögliche Zinsanhebung im September entdeckt zu haben.

Demnach entwickelt sich der Arbeitsmarkt „solide“ – diese eher positive Betonung ist neu und könnte entsprechend gelesen werden. Allerdings spielen neben der Arbeitsmarkt- auch die Inflations- und Konjunkturentwicklung eine wichtige Rolle bei der Zinsentscheidung. Neue Daten hierzu, die weiteren Aufschluss geben könnten, werden am heutigen Donnerstag und in den kommenden Tagen vorgestellt.

Für Erleichterung am Parkett sorgte unterdessen die Meldung, dass die chinesische Börse nach ihren heftigen Kursstürzen wieder im Plus schließen konnte.

Volkswagen senkt Prognose

Bei den Einzelwerten waren es vor allem Nachrichten aus den Unternehmen selbst, die für Bewegung sorgten.

So schockte Volkswagen seine Anleger mit der Aussicht auf stagnierende Absatzzahlen im laufenden Jahr, die Prognose wurde nach unten korrigiert. Die Quittung gab es umgehend: Der Aktienkurs fiel um 2,3 Prozent und gehörte damit zu den schwächsten im Dax. Auch BMW verzeichnete einen Abschlag von 0,8 Prozent, während Daimler 0,3 Prozent fester aus dem Handel ging.

Auch Linde korrigierte die Aussichten für 2015 nach unten und geht nun von etwa 0,5 Milliarden Euro weniger Umsatz aus. Die Aktie gab daraufhin um 1,9 Prozent nach.

HeidelbergCement abgestraft, Bayer gefeiert

Übernahmespekulationen drückten die Papiere von HeidelbergCement tief ins Minus. Mit einem Tagesverlust von 6,3 Prozent war das Unternehmen einsames Schlusslicht im Dax. Die Pläne, den Konkurrenten Italcementi für bis zu 3,7 Milliarden Euro zu schlucken, stießen bei den Anteilseignern auf wenig Gegenliebe.

Am oberen Ende war unterdessen Spitzenreiter Bayer zu finden. Der Chemiekonzern aus Leverkusen punktete mit überzeugenden Zahlen und profitierte dabei zusätzlich von positiven Währungseffekten. Anleger reagierten erfreut und ließen den Kurs um 4,6 Prozent in die Höhe schnellen.

30. Juli 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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