DAX klettert die Treppe rauf, aber wo führt sie hin?

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Mai grauenhaft, Juni glänzend. Juli Superstart! Was und worauf Sie jetzt achten müssen, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Nachdem der DAX-Index im Mai mit -588 Punkten einen seiner schlechtesten Börsenmonate hinlegte, konnte er in einem sehr starken Juni seine Verluste wieder wettmachen. Der Grund für den starken Juni war die Entwicklung am Zinsmarkt. Denn viele Notenbanken weltweit sind wieder zurückgekehrt zu Zinssenkungsmaßnahmen.

Der Juli begann bisher sehr freundlich, was auf die Hoffnungen um eine Beilegung des Handelskonfliktes zwischen den USA und China zurückzuführen ist. Dennoch bremste Trump die erste Euphorie schon wieder, nachdem er nun neue Strafzölle gegen Europa in Erwägung zieht.

Aktuell ist mir die Euphorie ein wenig übertrieben! Denn Zinssenkungsfantasie hin oder her, sie muss ja irgendwo herkommen. Und das ist ganz einfach auf schwächere Konjunkturerwartungen weltweit zurückzuführen. Ganz aus den Augen haben die Anleger auch den Iran-Konflikt und den Brexit verloren!

Ich mag da zu pessimistisch liegen, aber die aktuelle Zufriedenheit und Sorglosigkeit passt nicht zum tatsächlichen Bild! Sie sollten sich also nicht wundern, wenn die Unsicherheit quasi über Nacht wieder auftaucht.

Schauen wir jetzt in den aktuellen kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Wie weit geht die Treppe?

Im kurzfristigen 4-Wochen-Chartbild vom DAX habe ich Ihnen den aufsteigenden Treppenverlauf eingezeichnet, den der Index in den vergangenen Wochen begonnen hat. (Grüne Stufen).

Es fällt dabei auf, dass die Verweildauer innerhalb jeder Treppenstufe, die etwa 200 Punkte Aufstieg bedeutet, immer länger wird. Nach 4 Tagen dauerte es 6 Tage für die nächste Stufe und zuletzt bereits 8 Tage bis zur aktuellen Stufe. Sollte es so weitergehen, dann könnten 10 Tage benötigt werden, um die 12.600 zu packen und die 12.800 anzulaufen. Das ist natürlich nur rein mathematisch so, doch oftmals verfallen Indexverläufe tatsächlich in derartige Modi.

Fazit: Der DAX steigt stufenweise an, der Atem wird aber länger! Eine Konsolidierung ist wahrscheinlicher geworden.

Ich weise nochmals darauf hin, dass das Umfeld rein Zinsfantasie- und Zollfrieden-gesteuert ist. Achten Sie auf Störfeuer!

Dies gilt es in den nächsten Tagen zu beobachten!

Auch im mittelfristigen Chart vom DAX-Index ist die wiedererlangte Zinsfantasie erkennbar:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Aus Aufwärtstrend 2019 nach unten ausgebrochen und wieder erklommen?

Der DAX etablierte seit Jahresbeginn einen neuen vergleichsweise steilen Aufwärtstrend (blauer Trendkanal).

Aus diesem ist er nach den beiden Trump-Twitter-Meldungen nach unten rausgerutscht. (roter Punkt). Der Trendkanal schien passé! Doch die Junibewegung des DAX-Index macht den DAX-Bullen wieder neue Hoffnung. Denn das Unterstützungsband zwischen 11.600 und 11.850 Punkten hat gehalten (grüner schraffierter Bereich). Aktuell ist der Index wieder in seinen 2019er Aufwärtstrendkanal zurückgekehrt!

Er hat dabei das vorherige Hoch bei etwa 12.350 Punkten übertroffen und könnte rein charttechnisch sogar bis an das Hoch aus Ende Juli 2018 laufen. Es liegt bei 12.900 Punkten (schwarze Linie).

Fällt er zurück, dann sollten Sie das Augenmerk zunächst auf die untere Begrenzung des blauen Aufwärtstrendkanals legen.

Abschließend der Blick auf den langfristigen 15-Jahres-Chart vom DAX:

DAX-Chart 15 Jahre (Wochenbalken)

Mit einer V-Umkehr zu neuen Höchstständen?!

Ich habe Ihnen im langfristigen Chartbild die V-Umkehr des DAX nach der letzten Abwärtsbewegung eingezeichnet. Sollte der DAX sich tatsächlich mit dieser seltenen Umkehr begnügen? Das ist die Frage, denn bei allen großen Abwärtsbewegungen der vergangenen 15 Jahre wurde der Boden zweimal getestet! Die schrägen W-Doppelbodenformationen geben einer nachfolgenden Aufwärtsbewegung einen deutlich besseren Halt!

Ich bin da sehr gespannt und will hoffen, dass eine V-Umkehr ausreicht. Wenn nicht, dann dürfen Sie zum Jahresende hin mit sehr schwachen Kursen bis runter auf 11.000 rechnen.

Die11.800/50 (obere grüne Linie) dient als gute Unterstützung und ist viellleicht die Marke, die einen Sell-Off auslösen könnte. Bitte dort alle Long-DAX-Positionen absichern.

Es muss nicht so kommen, aber es wäre schon sehr ungewöhnlich, wenn der DAX hier einfach durchmarschiert. Zumindest ein Rückfall und Test der 11.250er Marke (untere grüne Linie) könnte hier den Chart sauberer machen!

FAZIT:

Der DAX-Index steigt stufenweise auf dem Rücken der Zinsfantasie und dem vermeintlichen Handelsfrieden nach oben an. 12.900/13.000 sind möglich. Aber ich warne vor zu viel Sorglosigkeit. Denn die Unsicherheit wird zurückkommen. Die Stichworte, auf die Sie unbedingt achten sollten, sind. Iran, Brexit, Konjunktur!

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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!

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