Dax knackt erstmals 11.000 Punkte

Nachdem die vorangegangenen Tage und Wochen von vielen Unsicherheiten dominiert waren, gab es zum Ausklang der vergangenen Handelswoche endlich einmal Grund zur Freude am Frankfurter Parkett.

In Minsk konnten sich die Staatschefs von Russland, Deutschland, Frankreich und der Ukraine auf eine Waffenruhe verständigen, die am Wochenende in Kraft trat und – zumindest vorerst – weitgehend eingehalten wurde.

Das Treffen von Minsk hatte sich über viele Stunden hingezogen und war mit gemischten Gefühlen beobachtet worden. Vielen galt es als letzte Chance für einen diplomatischen Ausweg aus der Krise in der Ukraine.

Minsker Abkommen verhilft Dax zum Rekordspurt

Mit der Bekanntgabe der Beschlüsse war der Startschuss gesetzt für einen ordentlichen Dax-Spurt. Am Donnerstag erklomm der Leitindex einen neuen Schlussrekord.

Am Freitag übersprang das Barometer sogar erstmals in seiner Geschichte die 11.000-Punkte-Marke, konnte diese jedoch nicht bis zum Schlussgong halten und ging unterm Strich 0,4 Prozent fester bei 10.963 Zählern aus dem Handel – auch das ist allerdings nun neuer Schlussrekord.

Doch auch wenn ein Abkommen in Minsk erzielt werden konnte – wie lange es hält, bleibt fraglich. Die Lage im Osten des Landes bleibt weiterhin fragil, jederzeit könnte es zu einer neuen Eskalationsstufe kommen.

Griechenland ist noch nicht vom Tisch

Auch das Thema Griechenland ist für die Börsianer noch nicht vom Tisch. Zwar hatte sich zuletzt etwas Kompromissbereitschaft aus Athen angedeutet, doch am heutigen Montag wird noch einmal hart verhandelt – es geht um weitere Finanzhilfen, die Griechenland nur noch jetzt fristgerecht beantragen kann.

Während die europäischen Partner auf eine Fortsetzung des bisherigen Programms – inklusive der geforderten innergriechischen Reformen – drängen, möchte die neue Athener Regierung ein anderes Programm erzielen, in dem dem Land mehr Freiräume gelassen werden, um die darbende Wirtschaft anzukurbeln.

Zwar zeigten sich alle Beteiligten prinzipiell zuversichtlich, dass eine Lösung erzielt werden könne. Doch wann und in welcher Form das geschehen wird, war zuletzt kaum absehbar.

Insofern stehen die jüngsten Dax-Gewinne auf tönernen Füßen – kommen schlechte Nachrichten aus Brüssel oder Athen, kann es auch schnell wieder abwärts gehen.

Bankaktien steigen

Die Hoffnung in Sachen Griechenland ließ zuletzt vor allem Bankaktien im Kurs steigen. Die Deutsche Bank, deren Papiere bereits am Donnerstag kräftig zugelegt hatten, rückte am Freitag an die Dax-Spitze vor mit einem Plus von 3,1 Prozent.

Die Commerzbank schaffte den Sprung auf Rang zwei mit einem Plus von 2,9 Prozent. Am Vortag war die Aktie wegen der Jahresbilanz unter Druck geraten: Zwar konnten sowohl das operative Ergebnis als auch der Nettogewinn auf Quartals- und Jahressicht ordentlich gesteigert werden.

Allerdings blieben die Zahlen hinter den hauseigenen Erwartungen zurück. Zudem rechnet die Commerzbank mit künftigen Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten mit den US-Aufsichtsbehörden. Wegen des Verdachts auf Sanktionsverstöße und Geldwäsche kommen möglicherweise Strafzahlungen von bis zu einer Milliarde Dollar auf das Geldhaus zu.

Auch am Freitag sorgten Unternehmenszahlen für einige Bewegung bei den Einzelwerten. So rutschte der Chemiekonzern Beiersdorf trotz solider Ergebnisse auf den vorletzten Platz im Dax mit einem Abschlag von 2,4 Prozent.

Unterboten wurde das nur noch von ThyssenKrupp mit einem Minus von 2,6 Prozent. Auch hier hatten die Quartalszahlen die Anleger nicht überzeugen können.

16. Februar 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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