DAX: Knallt es nach Ostern?

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Die Märkte laufen sich heiß. Konsolidiert wird auf hohem Niveau. Alles ist bullisch, weil die Notenbanken Rückendeckung geben? Hier gibt es die alternative Route! (Foto: Deutsche Börse AG)

Der DAX kommt nicht vom Fleck. Die 12.000 Punkte haben ihn an die Kette gelegt. Und der Hund macht brav Sitz. Die Frage bleibt: Wer lässt ihn von der Kette und wohin rennt er dann – was glauben Sie?

Mögliche Szenarien kommen hoch, wenn wir an das Tief nach Weihnachten denken. Damals hatten die Börsen hierzulande geschlossen, nur die USA konnten handeln und drückten uns massiv nach unten. Nur um kurze Zeit später wieder einzukaufen und die Kurse nach oben zu ziehen. Die Xetra-Teilnehmer musst tatenlos zuschauen.

Jetzt naht der nächste Feiertag! Am Freitag haben alle Börsen geschlossen. Der Verfall ist deshalb auch schon am Donnerstag. Doch am Montag ist bei uns noch zugesperrt, während die USA wieder fleißig handeln können. Gibt es hier ein umgedrehtes Szenario? Noch einmal kurz hoch um einige Shorts abzufischen und danach der freie Fall nach unten?

DAX: Ein möglicher Fahrplan für die kommenden Wochen

Die 12.000 Punkte lassen uns vorerst nicht los. Eine mögliche Konsolidierung wird auf hohem Niveau stattfinden. Dass wir die Kurslücke bei 11.777 schließen ist möglich, aber aktuell eher unwahrscheinlich. Es würde besser zum DAX passen, wenn er bei etwa 11.940 bis 11.970 wieder nach oben dreht. Der folgende Chart zeigt eine theoretische Variante.

Die blaue Linie, die von oben kommt, ist die Trendlinie des Allzeithochs. Bis 12.200 Punkte haben wir am 1. Mai also noch Luft. Danach könnte es rapide bergab gehen.

Ich habe die Idee einmal weitergesponnen. Wir machen um den 1. Mai das Jahreshoch und fallen danach auf das 62er Retracement bei rund 11.000 Punkten. Wenn die Bären sportlich sind, bilden wir danach über den Sommer hinweg dazu noch ein zweites Standbein neben der 10.279.

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DAX: Danke für die Trendumkehr, Mr. Trump!Der DAX beendete mit seinem Kursrutsch am Freitag und zum Wochenauftakt den im De-zember 2018 initiierten Aufwärtstrend. › mehr lesen

Erst danach geht längerfristige Anstieg richtig los. Das könnte ab Herbst geschehen. Dann ist vielleicht auch das Thema Brexit geklärt. Die aktuelle Deadline wurde auf Ende Oktober verschoben. Ein idealer Zeitpunkt, um dort eine Entscheidung zu verkünden, die Märkte zu beruhigen und die Jahresendrallye zu starten.

Das Alternative Szenario

Die Banken drucken weiterhin Geld und stützen damit die Märkte. Das Thema Rezession ist dadurch verschoben und es führt kein Weg an Aktien-Investments vorbei. Bislang verlief der Anstieg seit Jahreswechsel unter sehr dünnem Volumen. Wenn jetzt noch die großen Fonds einsteigen und die Kurse massiv nach oben drücken, erreichen wir schon dieses Jahr ein neues Allzeithoch im DAX.

Es ist nämlich so, wie es oft ist: Die Rallye der letzten Monate haben nur wenige Marktteilnehmer mitgenommen. Schwenken diese jetzt auch noch auf die bullische Seite ein, können wir den blauen Abwärtstrend nach oben auflösen und schnell einige hundert Punkte dazugewinnen.

Was dagegen spricht

Ein bärisches Schlusswort: Die Volatilität ist am Boden. Auch dadurch kriechen die Kurse nach oben. Kaum einer muss sein Aktiendepot gegen Verluste schützen und dafür Puts kaufen. Das bremst den Markt in der Schwankungsbreite ein und die Kurse können stetig nach oben klettern.

Sobald hier aber erste Zweifel entstehen, wird sich der VDAX ganz rasant steigern. Dann werden Absicherungen gekauft und somit auf fallende Kurse gesetzt. Das drückt die Märkte nach unten und dann steigen auch in der Folge die Investoren wieder aus, die jetzt bereits investiert sind. Die übliche Kettenreaktion wird gestartet.

Achten Sie also besonders auf die Kurse in den kommenden zwei Wochen. Hier kann die Richtung für die nächsten Monate entschieden werden!


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.