Dax knapp im Plus – Rekord

Die neue griechische Regierung tourt auf ihrem Verhandlungsmarathon quer durch Europa und trifft das Who-is-Who des Politbetriebs von EU und Währungsunion.

Dabei wechseln die Nachrichten von grenzwertigen Forderungen und Kompromissbereitschaft so häufig, dass Anleger am Mittwoch lieber erst einmal auf Sicherheitsabstand gingen.

Die Umsätze gingen insgesamt zurück. Zudem belasteten Gewinnmitnahmen den Dax über weite Strecken des Handelstages. Erst kurz vor Schluss setzte die Kehrtwende ein. Der Dax sprang überraschend doch noch auf einen neuen Schlussrekord und ging 0,2 Prozent fester bei 10.911 Zählern aus dem Handel.

Energiekonzerne weiterhin unter Druck

Zu den größten Verlierern des Tages zählten erneut die Energiekonzerne. Papiere von Eon verzeichneten einen Abschlag von 0,7 Prozent, RWE-Aktien verbilligten sich um 1,4 Prozent und waren damit schwächster Wert im Index.

Beide Unternehmen bekommen somit noch die Nachwirkungen des EuGH-Gutachtens vom Vortag zu spüren, das die umstrittene Brennelementesteuer für konform mit dem EU-Recht hält. Die vom deutschen Fiskus seit 2011 erhobene Abgabe dient der Finanzierung der Energiewende und hat Eon und RWE mit Milliardenbeträgen belastet.

Hoffnungen darauf, sich dieses Geld vor Gericht zurückholen zu können, wurden durch das Gutachten minimiert. Anleger reagierten entsprechend enttäuscht: Bereits am Dienstag fielen beide Werte weit abgeschlagen ans Dax-Ende zurück.

Automobilwerte erneut stark

Besonders gut lief der Tag unterdessen für Henkel. Aktien des Konsumgüterherstellers eroberten mit einem Plus von 2,2 Prozent die Dax-Spitze, gefolgt von Merck mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent.

Auch Automobilwerte waren erneut gefragt. Am stärksten konnte Volkswagen zulegen, der Kurs legte um 1,3 Prozent zu, Konkurrent Daimler gewann 0,7 Prozent hinzu.

Mit der Euphorie, die die angekündigten EZB-Maßnahmen ausgelöst hatten, könnte es bald erst einmal vorbei sein. Die Rally der vergangenen Wochen ging doch arg schnell und steil nach oben.

Hinweise auf Konsolidierungsphase

Angesichts der Unwägbarkeiten in Athen und mit Blick auf politische Krisenherde wie den IS-Terror oder die weiterhin angespannte Lage in der Ostukraine würde es nicht verwundern, wenn Anleger bald kalte Füße bekommen und Gewinne absichern.

Es mehren sich unter den Börsenexperten die Stimmen, die auf eine bevorstehende Konsolidierungsphase hinweisen.

5. Februar 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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