DAX: Kommt nach dem Allzeithoch der Crash?

In den vergangenen Wochen war zu beobachten, dass sich der deutsche Leitindex Stück für Stück nach oben arbeitet.

Bisweilen ist er in die Nähe seines Allzeithochs geklettert. Dieses liegt bei etwa 12.400 Punkten und ist kein leichter Brocken!

Deshalb sind Abpraller und Rückschläge nicht allzu überraschend.

Die Frage, die sich alle Investoren und Anleger jetzt stellen ist diese: „Was geschieht bei Erreichen des Allzeithochs. Wie geht es weiter?“

Dieser Frage möchte ich in der folgenden Chart-Analyse auf den Grund gehen:

Dazu betrachten wir zunächst denkurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 050417 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Wenig Aussagekraft nach oben, aber ein gutes Unterstützungs-Bündel

Der kurzfristige 1-Monats-Chart vom DAX-Index ist wenig aussagekräftig für Bewegungen nach oben.

Ich musste schon die mittelfristige Begrenzung als Hilfslinie einzeichnen (blaue Trendlinie), um die jüngste obere Umkehr im Chart zu rechtfertigen.

Gut zu erkennen ist aber, dass der DAX-Index auf kurzfristige Sicht eine ganze Reihe an horizontalen Unterstützungen vorzuweisen hat (grüne Horizontalen).

Diese sollten ihm neben der ersten kleineren Unterstützung bei etwa 12.225 Punkten (rote Linie) gute Chancen einräumen den Aufwärtstrend zu wahren.

Untermauert werden die horizontalen Unterstützungen durch eine Reihe von GAPs (Schwarze Kurslücken).

Diese haben die Eigenschaft, dass an den jeweiligen oberen und unteren Rändern einer Kurslücke eine gewisse Widerstands-/Unterstützungskraft herrscht; je nachdem von welcher Seite sich der Index dem GAP nähert.

Fazit kurzfristig: Relativ entspanntes Kursbild! Nach unten auf kurzfristige Sicht bis auf 11.950 Punkte erstaunlich gut abgestützt. Unter 11.850 Punkte sollten Sie aber aufpassen! 

Dies wird auch bei der Betrachtung des mittelfristigen 1-Jahres-Chartbildes vom DAX-Index sichtbar:

DAX 050417 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Mit Konsolidierung im schmalen Aufwärtsband häppchenweise nach oben

Im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index ist zunächst der bestimmende Aufwärts-Trendkanal (dunkelblauer Trendkanal) zu erkennen.

Innerhalb dieses Trends hangelt sich der Index aktuell an der oberen Begrenzung entlang.

abei werden immer mal wieder Atempausen eingelegt (schwarze Zick-Zack-Linie), was den Trend durchaus noch etwas weiter ausdehnen könnte.

Ich habe Ihnen die kurzfristigen horizontalen Unterstützungen aus dem 1-Monats-Chart eingezeichnet (rote Kreuze).

Je nachdem, wann sie erreicht werden, besteht eine gute Chance, den schmalen Aufwärtstrend noch eine Weile fortzusetzen.

Eingetrübt wird die Lage aber, wenn diese Marken nach unten gebrochen werden.

Das bedeutet keinesfalls, dass der übergeordnete mittelfristige Aufwärtstrend damit gefährdet ist, aber Sie müssen dann mit einer ausgedehnteren Konsolidierung rechnen.

Diese sollte den Index dann zügig an die untere Begrenzung des blauen Aufwärtstrends führen.

Noch sind aber die Konsolidierungs-Stützen vorhanden und stabil (hellblaue Kreise).

Fazit mittelfristig: Im schmalen Trend stückchenweise nach oben. Achten Sie auf die hellblaue Linie. Wird sie gebrochen, dann ausgeweitete Konsolidierung.

Aber erst unterhalb der 11.500 gehen die Ampeln auf Rot!

Abschließend noch die Betrachtung des langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

DAX 050417 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Allzeithoch 12.400 nicht ganz so einfach zu knacken

Es bleibt dabei: Der langfristige 10-Jahres-Chart (blauer primärer Trend) vom DAX-Index bleibt voll intakt.

Innerhalb dieses übergeordneten Trends hat der Index einen inneren leicht steiler ansteigenden Trendkanal markiert (grüner Trendkanal).

Die Extrapolation dieses Trendkanals kreuzt zurzeit das Allzeithoch. Das bedeutet: Hier sollte der DAX-Index aus charttechnischer Sicht zunächst nicht so einfach durchstarten und vorher etwas Luft holen.

Grüner Trend bestimmend:

Sie erkennen, dass in den nächsten Wochen ein Überwinden des Allzeithochs auch durchaus möglich ist, ohne die obere Begrenzung des inneren Trendkanals zu verletzen.

Das würde zwar gemächlicher von statten gehen, als die starken Kurs-Avancen der vergangenen Monate, aber auch so wären 13.000 Punkte bis zum Jahresende drin.

Allerdings hätte ein neues Allzeithoch auch eine psychologisch sehr positive Komponente.

In der Vergangenheit wurden dann oft neue Kursrallys gestartet, die irgendwann in einer scharfen Korrektur endeten.

Und, wird dieser innere grüne Trend an einer der beiden Seiten überwunden oder gebrochen, dann geht es rasant auf die äußeren Begrenzungen des alles überlagernden langfristigen Hausse-Trendkanals zu.

Die Wahrscheinlichkeit nach oben ist dabei deutlich höher einzuschätzen als ein Durchbruch nach unten.

FAZIT:

Das Allzeithoch sollte nur noch eine Frage der Zeit sein, solange sich der DAX-Index im Trendkanal bestätigt.

Wie es danach weitergeht, hängt maßgeblich davon ab, ob und wann der Index Kraft genug gesammelt hat dieses nach oben zu überspringen.

Durch die bekannte Trendkanal-Steigung ist auch im längerfristigen Chartbild selbst das Erreichen der 13.000er-Marke kein Problem, insofern immer wieder etwas Kraft getankt wird.

Fazit:

Ich bin davon überzeugt, dass wir in 2017 neue Höchststände im DAX-Index markieren, bevor eine größere Korrektur kommt. Behalten Sie dennoch die 11.500er-Marke fest im Auge!

5. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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