DAX lässt Dampf ab: Konsolidierung auf hohem Niveau

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Wir müssen nicht noch einmal fallen – zumindest nicht in diesem Jahr. Wenn die Überhitzung auf hohem Niveau abgebaut wird, kann die Rallye sich fortsetzen! (Foto: Deutsche Börse AG)

Wie gestern schon geschrieben, schiebt der DAX jetzt seitwärts. Wir haben heute zwar ein neues Tief gesehen. Insgesamt befindet sich der Markt aber im neutralen Bereich.

Dafür verantwortlich sind die beiden wichtigen Fibonacci-Marken. Das 76,4er und das 78,6er Retracement. Im Chart sieht das dann folgendermaßen aus.

In Lila ist das 78,6er Retracement – in Orange das 76,4er. Genau in diesem Zwischenraum tobt sich der DAX aktuell aus. Sollten wir diesen Bereich auf Stundensicht oder besser noch auf Tagessicht nach unten verlassen, besteht eine gute Chance für weiter fallende Kurse.

Ob dann direkt das Gap bei rund 12.000 Punkten geschlossen wird, ist aber völlig offen. Vielleicht geht es auch nur Richtung 12.350 Punkte und dann steigen die Kurse schon wieder.

Übergeordnet habe ich noch immer das Ziel bis zum Verfallstag bei rund 13.150 Punkten. Ich persönlich habe mein Take Profit bei 13.130 Punkten in den Markt gelegt, nur für den Fall, dass der DAX uns austrickst und schon vorher abdreht. Manche Charts zeigen auch die Zielzone bei 13.140 Punkten. Da müssen wir jetzt nicht jeden Punkt herausquetschen.

Stellen Sie sich vor, Sie bauen jetzt langsam Long-Positionen auf. Von 12.800 Punkten bis 13.130 ist es auch eine schöne Strecke. Die 12.800 wäre ein höheres Hoch im Stundenchart und somit ein möglicher Einstieg. Über den Monatshochs können Sie die Position dann weiter ausbauen.

DAX im Wochenchart

Auf etwas größerer Zeitebene sehen Sie auch mögliche Ziele, wenn es demnächst wieder bergab gehen sollte. Das 62er Retracement und die blaue 200-EMA liegen gerade ziemlich nah aufeinander. Das hatte bereits vor drei Wochen eine Anziehungskraft.

Grün ist die 200-SMA. Diese verläuft aktuell bei etwa 12.050 Punkten und somit aufgerundet beim offenen Gap. Das 50er Retracement – nicht im Chart eingezeichnet – ist bei 11.025 Punkten. Das 38er Retracement bei ca. 10.365. All diese Punkte sind mögliche Anlaufziele. Doch dazu muss natürlich einiges passieren.

Heute spricht noch die FED

Das wird für Bewegungen sorgen. Der Zinsentscheid ist hier natürlich kritisch. Wie inzwischen gewohnt, muss die FED mit rohen Eier jonglieren. Wenn Sie den Stimulus zurückfährt und auch nur den Hauch eines Rückzugs andeutet, wird der Markt sicherlich ein wenig in die Knie gehen.Wir brauchen billiges Geld und mit „billig“ meine ich gratis. Andernfalls könnte der irre Boom sich in Luft auflösen.

Dass der NASDAQ die 10.000 Punkte zum ersten Mal in der Geschichte erreicht hat, haben Sie vielleicht mitbekommen. Alle Märkte rasen nach oben. Egal, welche Statistik Sie sich anschauen, alles ist extrem überhitzt. Praktischerweise steigt währenddessen schon die Volatilität. Kein gutes Zeichen. Ein Rücksetzer ist deshalb auch immer wahrscheinlicher.

Nachkaufgelegenheit oder Crash 2.0?

Da werden sich einige Marktteilnehmer rätseln. Wenn es nach den großen Anleger wie Fonds geht, wäre ein Crash 2.0 wünschenswert. Schließlich sind die Big Boys noch nicht investiert. Die Rallye in den USA haben größtenteils die Kleinanleger verursacht. Wie Sie wissen, haben diese selten länger Recht.

Aber so sehr sich einige Leser hier sicherlich auch noch einmal günstigere Kurse wünschen, alleine davon geschieht es nicht. Wir brauchen ein großes Signal, dass es jetzt noch einmal scheppert. Solange wir darauf warten, ist es sinnlos bereits short zu gehen.

Es ist durchaus denkbar, dass wir noch einige Tage seitwärts schieben und vermeintlich Ruhe einkehren lassen, bis dann der große Knall kommt. Aber Vorsicht: Es kann in beide Richtungen knallen. Wir müssen nicht noch einmal fallen – zumindest nicht in diesem Jahr. Wenn die Überhitzung jetzt auf hohem Niveau abgebaut wird, kann die Rallye sich danach fortsetzen!

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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