Dax Verkaufswelle: Index lässt sich runterziehen

Der VW-Skandal schlägt den Frankfurter Anlegern aufs Gemüt, auch die anderen Autobauer müssen bluten. Der Dax sackt ins Minus. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Börsentag zwei nach Bekanntwerden des VW-Skandals verlief noch dramatischer als der Montag. Hatte sich der Dax zum Wochenauftakt noch gegen die Verkaufswelle bei den Autowerten stemmen und ein leichtes Plus erzielen können, ging es am Dienstag auf breiter Front abwärts.

Der Leitindex verlor 3,8 Prozent und fiel zurück auf nur noch 9.570 Punkte. Dabei landeten sämtliche Einzelwerte im Minus.

Alle Dax-Werte tiefrot

Beiersdorf kam mit einem Tagesverlust von 1,3 Prozent noch am besten davon und erreichte damit die Spitzenposition, gefolgt von Dax-Neuling Vonovia, dessen Papiere um 1,8 Prozent nachgaben. Die meisten Dax-Werte verloren zwischen 2 und 4 Prozent, einige landeten jedoch noch deutlich dahinter.

Die leidgeplagten Aktien von Eon und RWE verbilligten sich etwa um 4,4 und 4,7 Prozent. Der Kurs des Düngemittelherstellers K+S landete mit einem Minus von 8,3 Prozent auf dem vorletzten Platz.

Das Schlusslicht bildete erwartungsgemäß erneut die VW-Vorzugsaktie, die nach ihrem mehr als 18-prozentigen Verlust vom Montag um weitere 19,8 Prozent nachgab. Zwischenzeitlich hatte der Kurs im Handelsverlauf mehr als 23 Prozent eingebüßt. Der Verlust an Börsenwert summiert sich damit nun schon auf 27 Milliarden Euro – verbrannt in gerade einmal 48 Stunden.

VW-Skandal weitet sich aus

Die Wolfsburger mussten inzwischen einräumen, dass der betroffene Motortyp in weltweit rund elf Millionen Fahrzeugen verbaut sein dürfte. Im dritten Quartal stellt das Unternehmen nun 6,5 Milliarden Euro zurück und hat zudem eine Gewinnwarnung herausgegeben.

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Konzernchef Martin Winterkorn, der kurz vor seiner Vertragsverlängerung steht, kündigte an, nicht zurücktreten zu wollen und sich um Aufklärung zu bemühen. In einer persönlichen Videobotschaft richtete er sich an Kunden und Anleger und warb um ihr Vertrauen. Doch ganz so einfach wird es wohl nicht werden.

Deutsche Autobauer unter Generalverdacht

Der Imageverlust ist gewaltig und betrifft nicht nur Volkswagen, sondern sowohl die Dieseltechnologie im Allgemeinen als auch Fahrzeuge „Made in Germany“, was bislang eigentlich als Qualitätssiegel galt.

Nun steht eine ganze Branche unter Generalverdacht. Die Testbedingungen waren von Umweltverbänden und Sachverständigen ohnehin schon lange kritisiert worden, nun wird auch in Deutschland wieder der Ruf lauter nach Autotests, die sich stärker an realen Fahrsituationen orientieren und nicht nur optimierte Laborwerte liefern.

Im Sog der VW-Aktie gerieten auch die Papiere der Konkurrenten am Dienstag weiter ins Taumeln. BMW verlor 6 Prozent, Daimler 7 Prozent.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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