DAX: Mieser Wochenauftakt – Schnell alles Verkaufen? Diese Marken sind jetzt wichtig für Sie

In den vergangenen 2 Tagen sind die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt gegangen.

So manch ein Aktien-Prophet kriecht jetzt hervor und schreit direkt eine kommende Baisse herbei. Das ist aber mitnichten der Fall!

Es ist in Bullenmärkten noch nie ein schlechtes Zeichen gewesen, wenn die Märkte zwischenzeitlich konsolidieren – ganz im Gegenteil: Aus solchen Phasen zieht der Bullenmarkt seine Kraft.

Das Wichtige, was dabei beachtet werden muss, ist der Zusammenhang mit den Zinsmärkten und den Rohstoffmärkten. Und da ist aktuell noch alles im Lot.

Erst wenn die Rohstoffmärkte einknicken (Ölpreis beachten!) und die Zinsen zu schnell hochlaufen (FED-Zins-Entscheidungen beachten!), ist Vorsicht angebracht.

Doch das sollte frühestens im Herbst ein eventuelles Thema werden…

Charttechnisch stellt sich jetzt zunächst die Frage, ob und wann ein Investor wieder in den Markt einsteigen könnte und wo die empfindlichen Kursmarken liegen, die beobachtet werden sollten.

Betrachten wir zunächst denkurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 220317 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Bruch des unteren Randes des kurzfristigen Aufwärtstrends

Sie erkennen im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild des DAX-Index den Bruch der unteren Begrenzung des kurzfristigen Aufwärtstrends (blaue Trendlinie).

Er geschah am Montag Nachmittag, nachdem die US-Indizes plötzlich abtauchten. Bereits in den vergangenen 3 Wochen wurde diese Trendlinie mehrfach getestet.

Der DAX konnte sich zwar darüber behaupten, aber ein richtiger Absprung nach oben gelang ihm nicht. Der Bruch von Montag hat den kurzfristigen Trend endgültig beendet.

Folgerichtig wartete dann auch der nächste Handelstag mit roten Zahlen auf. Mit einem  Abwärts-GAP (Kurslücke, Schwarze Ellipse) wurde dann heute zu Börsenbeginn die Talfahrt zunächst beschleunigt.

11.725 Punkte beachten

Für Sie von Bedeutung sind nun aus kurzfristiger Sicht 2 Unterstützungs-Niveaus.

Sie liegen zum einen zwischen 11.925 und 11.850 Punkten (obere rote Horizontal-Linien) und zum anderen bei etwa 11.725 Punkten (unterste rote Horizontal-Linie).

In der 1. Zone hat der DAX-Index eine gewisse Chance auf eine Stabilisierung und eine kleine Gegenbewegung zu den Verlusten der beiden Vortage.

Dem unteren Unterstützungs-Niveau bei 11.725 Punkten ist schon eine größere Bedeutung beizumessen.

Dies wird erst richtig sichtbar im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild vom DAX-Index:

DAX 220317 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

2017er Trend unterhalb von 11.725 Punkten gefährdet

Im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index habe ich Ihnen die vergleichsweise lange Seitwärtsphase des vergangenen Jahres (rote Schiebezone) eingezeichnet.

Nach dem endgültigen Ausbruch über dieses quälende Seitwärtsband etablierte der DAX einen neuen primären 2017er Aufwärts-Trendkanal (schmale blaue Trendlinien).

Dieser wird von einem übergeordneten etwas flacher verlaufenden mittelfristigen Trendkanal (dunkelblauer Trendkanal) umschlossen.

Es ist gut zu erkennen, dass der innere 2017er-Trend ab 11.725 Punkten in Gefahr gerät (blaue Ellipse).

Das ist zwar so nicht weiter schlimm, aber der schöne innere Trend, der immerhin 6 Monate Bestand hatte, wäre dann zerstört, und die Kurse dürften schnell bis auf die nächststärkere Unterstützung abgleiten.

Die nächstgrößere Unterstützung liegt bei 11.500

Dieses Niveau ist mehrfach in 2017 getestet worden und bot dem Index einen guten unteren Halt.

Darunter sollte der DAX-Index nicht fallen, ansonsten stünde ein Test des übergeordneten mittelfristigen Aufwärtstrends an.

Je nachdem, wann dieser Test erfolgt, kann dies sogar mit der 11.500er-Marke zusammenfallen (grüner Kreis).

Ein Bruch der 11.500 hätte sofort massives Abwärts-Potenzial bis zurück auf 10.800 Punkte, aber so weit sind wir noch lange nicht.

Fazit mittelfristig: Behalten Sie die 11.725er-Marke und danach die 11.500er-Marke im Auge!

Hält der Trendkanal, dann kommt auch das Allzeithoch.

Dabei bleibt es! Wenn der DAX-Index im Trendkanal konsolidiert, ihn also nicht nach unten verlässt, dann werden wir auch das Allzeithoch sehen.

Die Voraussetzungen sind gar nicht so schlecht. Und durch die aktuelle Korrektur-Phase werden die Chancen eher noch verbessert, als verschlechtert.

Sollte der DAX-Index also bei 11.725, respektive 11.500 Punkten einen Boden bilden und anschließend nach oben drehen, dann kann ein Trader den Zug mitfahren mit Ziel Allzeithoch.

Abschließend blicken wir auf den langfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index:

DAX 220317 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Innerer Trendkanal bestätigt Konsolidierung

Zunächst: Der langfristige 10-Jahres-Chart (blauer primärer Trend) vom DAX-Index bleibt voll intakt.

Innerhalb dieses übergeordneten Trends hat der Index einen erst auf den zweiten Blick zu erkennenden inneren steiler ansteigenden Trendkanal markiert (grüner Trendkanal).

Man muss schon die Übertreibungs-Phase herausschneiden (rote Kuppel), um ihn zu erkennen.

Aber die vielen großen Umkehrpunkte der vergangenen 6 Jahre lassen keinen Zweifel aufkommen, dass diesem Trend eine starke Bedeutung beigemessen werden muss.

Auch die jüngste Umkehr am oberen Rand hat dieser innere Trendkanal vorhergesagt.

Eines ist klar: Wird dieser Trend an einer der beiden Seiten überwunden oder gebrochen, geht es rasant auf die äußeren Begrenzungen des alles überlagernden langfristigen Hausse-Trendkanals zu.

Die Wahrscheinlichkeit nach oben ist dabei deutlich höher einzuschätzen, als ein Durchbruch nach unten.

FAZIT: Die mittelfristige Überkauft-Situation baut sich aktuell ab (siehe mittelfristige Analyse) – das ist positiv zu werten.

Denn so steht rein charttechnisch nichts im Wege, das Allzeithoch von 12.400 Punkten zu erreichen.

Das muss zweifelsohne nicht geschehen, aber die Luft nach oben würde es ermöglichen – und die hat bis vor ein paar Wochen noch gefehlt.

Durch die bekannte Trendkanal-Steigung ist auch im längerfristigen Chartbild selbst das Erreichen der 13.000er-Marke kein Problem, insofern immer wieder etwas Kraft getankt wird.

Fazit: Es bleibt dabei: Allzeithoch und mehr möglich, zunächst die 11.725 und 11.500 beobachten!

22. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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