DAX mit Deja Vu!

Und täglich grüßt das Murmeltier! Politik und DAX im Gleichschritt! Auf was Sie achten müssen und wohin das führen kann, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Und täglich grüßt das Murmeltier…

Das sah zunächst alles gut aus! Die Einigung in der innenpolitischen Krise und die Ankündigung, dass es in Sachen Automobil-Strafzölle eine Einigung geben werde.

Doch dann kam der nächste Schock. Neue Strafzölle in Höhe von 200 Milliarden Dollar gegen China. Donald Trump schafft es einfach immer wieder, die Märkte negativ zu überraschen.

Die DAX-Bullen, die bereits mit der Hufe scharrten, zogen sich erneut zurück.

Wie die Politik, so bleibt auch die dieswöchige DAX-Analyse ein Kapitel aus „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Denn es hat sich kaum etwas zur Vorwoche verändert.

Wie sich das ganze Strafzoll-Theater charttechnisch auswirkt, betrachten wir zunächst im kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

An der 12.600er-Marke von Trump ausgebremst!

Nachdem der DAX-Index vergangene Woche die 12.400er Marke (untere blaue Linie) knacken konnte, kam prompt der Dämpfer über Nacht. Ohne Donald Trumps neuen Strafzollandrohungen in neuer Dimension hätte der DAX-Index heute wohl zum Höhenflug angesetzt und den Widerstand bei 12.600 Punkten überwunden. Jetzt bewegt er sich zunächst wieder auf die kleine mittlerweile als Zwischen-Unterstützung fungierende Marke bei 12.400 Punkten zu.

Fazit kurzfristig:

Für die nächsten Handelstage ist eine Bewegung zwischen der 12.150er Unterstützung (grüne Linie) und dem 12.600er Widerstand (obere blaue Linie) zu rechnen.

Beachten Sie die beiden Marken!

Die Bedeutung der 12.600er Widerstandsmarke wird im 1-Jahreschart vom DAX-Index deutlich:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Es bleibt dabei: Widerstand bei 12.600 muss geknackt werden!

Ich habe Ihnen die 12.600er Marke in blau eingezeichnet. Diese Marke fiel bereits mehrfach in der Vergangenheit als Widerstand oder Unterstützung auf. Die Zwischentiefs vom Juni dieses Jahres, das Zwischenhoch aus März und April 2018, sowie von August 2017.

Achten Sie also auf die 12.600er Marke! Sie ist der Trigger für weiter steigende DAX-Notierungen, sobald sie übersprungen wird!

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Doch auch an der Unterseite gibt es eine massiv wichtige Marke.

11.900 muss halten!

Ich habe Ihnen im 1-Jahres-Chartbild die wichtige Unterstützung bei 11.900 Punkten eingezeichnet (grüne Linie). Sie hat eine vergleichsweise feste Unterstützungswirkung. Dafür sorgen die zwei langen Bodenbildungsformationen in der Gegend von 11.900 Punkten mit langen Zick-Zack-Phasen. Das ist schon eine charttechnisch gut zementierte Unterstützung, die nicht so einfach durchbrochen werden sollte.

Achten Sie also an der Unterseite genau auf diese Zone um 11.900 Punkte!

Nach oben muss die 12.600 (blaue Linie) überwunden werden.

Fazit mittelfristig: Achten Sie auf die 11.900er Marke unten und die 12.600er Marke oben. Solange keine dieser beiden Marken gefallen ist, sollten Sie an der Seitenlinie verharren und das Geschehen beobachten!

Werfen wir abschließend einen Blick in den langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

 

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Es bleibt beim Alten: Nichts verändert zur Vorwoche!

Aus langfristiger Perspektive ist die Börsenwelt immer noch vollkommen entspannt. Der übergeordnete Bullentrend (blauer Trendkanal) bleibt weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt.

Wiederholungsmuster

Im Chartbild sind 3 Muster von jeweils etwa 2 ½- jährigen Haussephasen erkennbar (schwarze Zick-Zack-Linien). Bei allen Drei konsolidierte der DAX-Index nach der Anstiegsphase seitwärts und markierte jeweils 3 Hochpunkte, bevor er auf seine Unterstützung aufsetzte (grüne Linien).

An so einem Punkt sind wir aktuell auch angelangt. Sie sehen 2011 einen anschließenden scharfen Absturz und 2015 einen anschließenden steilen Anstieg. Wie also wird sich der DAX-Index in 2018 verhalten?

Diese Glaskugel habe ich leider nicht, aber es gibt jeweils Umfeldparameter, die verglichen werden können. In 2011 waren die Zinsen hoch! In 2015 waren die Zinsen tief! Aktuell sind die Zinsen tief! Das würde für eine Bewegung ähnlich 2015 sprechen und dem DAX-Index Potenzial bis zur oberen Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrendkanals geben (obere blaue Linie).

Natürlich reicht das nicht alleine aus, um Impulse zu geben. Eine Einigung im Handelsstreit könnte da schon eher helfen.

Mein Rat: Bleiben Sie außen vor, solange nicht eine der beiden Marken (12.600 oder 11.900) gefallen ist. Achten Sie auf die Nachrichten in Sachen Handelsstreit!


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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!