DAX mit grüner Tageskerze: Jetzt schon nachkaufen?

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Heute sieht die Welt schon rosiger aus. Wir befinden uns im DAX genau zwischen den 200-Tageslinien SMA und EMA. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der DAX durfte gestern endlich einmal wieder richtig schön abstürzen. Mit einem dicken Gap ging es direkt nach unten los. Und dann waren die Bären den ganzen Tag am Drücker. Bis unter 11.800 Punkte liefen die Kurse nachbörslich sogar.

Heute sieht die Welt schon rosiger aus – wir befinden uns genau zwischen den 200-Tageslinien SMA und EMA.

War es das schon mit der Konsolidierung?

Es sieht ehrlich gesagt noch nicht danach aus. Heute basteln wir in den Charts im kürzeren Zeitfenster eher Bärenflaggen. Wir laufen also Stück für Stück nach oben, aber alles ist sehr vorsichtig. Da gab es kein Aufbäumen der Bullen. Die Kurse sind nicht wieder nach oben geknallt. Das fehlt mir und insofern bleibe ich kurzfristig eher bärisch angehaucht.

Das bedeutet aber auch, dass wir immer noch bis nächsten Freitag und ein paar Tage danach das Ziel von über 13.100 Punkten im DAX halten. Es ist noch nicht vorbei. Machen wir jetzt wieder neue Hochs, können Sie also auch einsteigen und den Zug bis zum Ziel fahren lassen.

Auf der Seite der Shorts ist jetzt das 62er Retracement natürlich extrem wichtig. Wenn die Kurse bei 11.680 Punkten wieder gut anziehen, war es das vermutlich schon mit den Panikverkäufen.

Der EMA-200 verläuft derzeit bei 11.785 Punkten. Auch das ist offensichtlich ein Widerstand, an dem sich die Kurse weiterhin ausrichten. Geht es weiter runter, könnten wir schon bald bei 11.135 Punkten stehen.

Kommt jetzt die 2. Welle?

Der nächste Corona-Crash wäre fundamental mehr als berechtigt. Das wissen Sie sicherlich auch. Doch die Börse spiegelt nicht die Wirtschaft wider, das haben wir in den letzten Monaten mehr als deutlich gesehen.

Auch wenn es noch so viele Insolvenzen und Arbeitslose gibt, die Aktien der großen Unternehmen ziehen weiter nach oben. Der NASDAQ war diese Woche erstmals über 10.000 Punkten. Eine Aktie von Tesla kostete erstmals mehr als 1.000 US-Dollar. Mein nächstes Ziel ist hier immer noch rund 1.180 US-Dollar; im Idealfall sogar 1.420.

Szenario A und B

Wir haben jetzt eigentlich nur zwei Varianten, die an der Börse gespielt werden können. Entweder sacken wir noch einmal richtig ab und wiederholen einen Crash ähnlich, wie wir ihn im Februar und März erlebt haben. Oder – Möglichkeit 2 – der Markt baut jetzt einfach nur seinen überhitzten Status ab und zieht danach weiter gen Norden.

Dann hätte nahezu jeder Index bald neue Allzeithochs – nicht nur der NASDAQ. Corona ist dann auch kein Thema mehr, solange Sie nicht einkaufen gehen. Die Wirtschaft wird von den Notenbanken gerettet. Natürlich nur auf dem Papier, aber egal, Hauptsache die Aktien sind auf Rekordhochs. Wie soll denn Trump wiedergewählt werden, wenn wir mitten in einem Crash sind?

Das geht doch nicht. Alleine deshalb wird der Zeitraum vor der Wahl im November ordentlich bullisch. Ob der Sommer das genauso sieht, müssen wir abwarten.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.