DAX: Nach der US-Zinsentscheidung

Die US-Notenbank hat den Zins angehoben. Doch welche Schlüsse lassen sich ziehen? Wie es weitergeht und die Konsequenzen verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Gestern hat die US-Notenbank erwartungsgemäß den Zinssatz um 0,25% angehoben. Aber wichtiger waren die Aussagen und Erläuterungen von Notenbankchef Powell im Anschluss an die Bekanntgabe. Man erhoffte sich Aufschluss darüber, ob in diesem Jahr die Zinsen in den USA dreimal oder sogar viermal angehoben werden.

Das blieb aber im Verborgenen und die Expertenmeinungen gingen auseinander. Drei Zinserhöhungen sind erwartet und eingepreist. Sollte es aber zu 4 Zinserhöhungen kommen, dann dürfte dies den Aktienmärkten nicht gefallen.

Wir sind also nicht schlauer als vor der US-Notenbanksitzung.

Das bedeutet für Sie: Der seit geraumer Zeit unklare und richtungssuchende Verlauf des DAX-Index sollte sich fortsetzen. Er sucht Orientierung und pendelt schwankungsstark zwischen den Orientierungsmarken. Weder Fisch noch Fleisch, so kann man die Bewegung interpretieren.

Welche Orientierungsmarken Sie sich genau merken sollten, dass analysiere ich für Sie auf den folgenden Seiten.

Schauen wir zunächst auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Suchend Seitwärts

Nach dem Tiefpunkt am 09. Februar, der nachbörslich sogar unter der 11.900er Marke lag, konnte sich der DAX-Index sachte, aber stetig stabilisieren und testete am 05. März erneut die 11.900er Marke (grüne Unterstützungslinie).

Der Test verlief erfolgreich und führte ihn bis zur 11.450 Punkte-Marke (obere hellblaue Widerstandslinie), die er aber nicht mehr knacken konnte. Seitdem schwankt der Index zwischen 12.200 und 12.450 Punkten.

Wichtig ist für Sie zu wissen, dass der DAX-Index bei einem Sprung über die 12.600er Marke (obere dunkelblaue Trendlinie) die Wende signifikant abgeschlossen hat und Entwarnung gegeben werden kann.

Gelingt ihm das nicht, dann rechnen Sie bitte mit einem neuen Angriff auf die Kern-Unterstützung bei etwa 11.900 Punkten (roter Pfeil).

Die Wichtigkeit der 11.900er Marke wird im mittelfristigen 1-Jahres-Chart vom DAX-Index noch deutlicher:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Es bleibt dabei: Entwarnung über 12.600 und Gefahr unter 11.900!

Nach dem steilen Februar-Absturz des DAX-Index stabilisierte er sich erst an der 11.900er Marke (grüne Unterstützung). Diese Unterstützungsmarke ist nicht unbekannt. Das deutsche Aktienbarometer  konnte hier bereits in 2017 zwei Mal eine Wende vollziehen (schwarze Mulden).

Die Wende ist erst über 12.600 Punkte vollzogen

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Die Zone zwischen 12.300 und 12.600 Punkten (schraffierte Zone) war bisher für den DAX-Index nicht zu knacken. Erst, wenn ihm der Sprung über die im Kurzfristchart besprochene 12.600er Marke (obere blaue Trendlinie) gelingen sollte, kann Entwarnung gegeben und die Wende als erfolgreich gelungen bezeichnet werden.

11.900er Marke sollte nicht unterboten werden

Aktuell besteht immer noch die Gefahr eines erneuten Tests der Unterstützung bei 11.900 Punkten. Sollte sie tatsächlich ein weiteres Mal erreicht werden, wird es eng. Denn ein Abgleiten unter diese markante Unterstützung würde ein mögliches positives Szenario im 1-Jahreschartbild zerstören und weiteres Abwärtspotenzial eröffnen. Das mögliche Ausmaß eines Abgleitens ist in diesem Chartbild nicht sichtbar.

Dazu müssen wir in den langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index blicken:

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Langfristtrend vollkommen intakt, aber achten Sie auf die 11.900.

Der übergeordnete Langfristtrend (blauer Trendkanal) bleibt weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt. Innerhalb dieses sehr breiten Trendkanals kann dem DAX-Index ein weiterer flacherer Trend zugeschrieben werden (Hellblauer Trend).

Und hier sehen Sie auch das vorhandene Auf- bzw. Abwärtspotenzial, sollte die angesprochene 11.900er Marke (rote Linie) halten oder eben nicht.

Eine gelungene Wende eröffnet +1.000 Punkte Aufwärtspotenzial. Ein Abgleiten bis auf die untere hellblaue Trendbegrenzung ist einzukalkulieren, falls der DAX die 11.900 nicht halten kann. Aktuell liegt sie bei etwa 11.000 Punkten. Das bedeutet ein Abwärtspotenzial nach einem möglichen Bruch der 11.900 von gut -900 Punkten.

Lange Baisse aktuell vollkommen ausgeschlossen

Sie brauchen aktuell keine Angst vor einer langen Baisse zu haben. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, denn spätestens der hellblaue Trendkanal hat sehr gute Chancen, noch mindestens 1 Jahr lang befolgt zu werden. Wir sprechen hier lediglich von einer möglichen ausgedehnten Konsolidierung, die im Falle Ihres Eintreffens günstige Einstiegsmöglichkeiten schaffen kann.

FAZIT: Es ist noch nicht entschieden, wohin die Reise geht!

In welche Richtung es geht, bleibt im Nebel der vielen Unsicherheitsfaktoren (Zinsen, Dollar, Handelskrieg etc.) noch verborgen.

Die Zinsen steigen zwar, aber nur moderat. Die US-Konjunktur ist weiter im Aufwind. In Europa sind die Zinsen noch tief. Im Grunde genommen führt kein Weg an der Aktie vorbei.

Ein möglicher Handelskrieg wird in meinen Augen zu hochgespielt. Es gab schon immer Zölle auf ausländische Waren. Stimmen von Experten aus China beziffern die US-Strafzölle auf chinesische Waren als wenig konjunkturbeeinflussend. Die chinesische Wirtschaft wird weiter mit über 6% pro Jahr wachsen, Strafzoll hin oder her.

Eine ausgedehntere Konsolidierung ist natürlich nicht auszuschließen, aber spätestens an der 11.000er Marke winken günstige Einstiegskurse.

 „Bleiben Sie an der Außenlinie“!

Für DAX-Trader ist Raushalten angesagt, wenn sie nicht auf dem falschen Fuße erwischt werden wollen.


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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!