DAX: Neue Kauflaune! Aber ich erkenne da was….

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Bodenbildung abgeschlossen. Kursziele und auch dunkle Wolken? Welche, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: imagentle / shutterstock.com)

In der Vorwoche hatte ich Sie noch darauf hingewiesen, dass die als Argument für die gesunkenen Kurse hervorgekramte Zinsangst nicht fundiert ist.

Es scheint, als habe sich diese Meinung auch unter den Börsianern durchgesetzt. Denn nur eine Woche später spricht kein Anleger mehr von Zinsangst.

Prompt kann der DAX-Index auch seinen Widerstand bei 12.600 Punkten überwinden, wie im kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index gut zu erkennen ist:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Kurzfristiger Aufwärtstrend bestätigt!

Nachdem Anfang April die lange umkämpfte Unterstützung in der Gegend um 11.800/900 Punkte mit einem Aufwärts-GAP (schwarze Ellipse) nach oben verlassen wurde, formte der DAX-Index in den nachfolgenden Wochen einen Aufwärtstrend (blaue Trendlinien). Dieser geriet Mitte April an der 12.600er Marke (rote Trendlinie) ins  Stocken. Mehrere Versuche, hier nach oben auszubrechen, blieben erfolglos.

Heute hat der DAX-Index es dann geschafft!

Er knackte die Marke und sattelte auch sofort gut 200 Punkte oben drauf.

Sie erkennen im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild bei der Extrapolation der oberen Begrenzung des Aufwärtstrendkanals, dass Potenzial bis etwa 12.900 Punkte besteht.

Diese kurzfristige Zielmarke wird auch im mittelfristigen 1-Jahreschartbild vom DAX-Index gestützt:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Wende geschafft, 12.900 erstes Ziel.

Im mittelfristigen 1-Jahreschartbild vom DAX-Index sehen wir zwei lange Bodenbildungsformationen in der Gegend von 11.900 Punkten (grüne Unterstützungslinie) in Form von „Round Bottoms“.

Die Wende hat mit der heutigen Bewegung über den Widerstand bei etwa 12.600 Punkten (schwarze gestrichelte Linie) auch endlich Ihren letzten Schliff erhalten.

Luft ist aber zunächst nur bis 12.900 Punkte recht begrenzt vorhanden.

Hier kommt dem DAX-Index eine schwere Hürde entgegen. (rote Widerstandslinie). Sie resultiert aus den Hochpunkten des vergangenen Sommers und dürfte nicht so einfach geknackt werden. Spätestens an der 12.900 sollten Sie mit einer Korrektur rechnen, bevor ein ernsthafter Versuch unternommen werden könnte, die Januar-Hochpunkte anzulaufen!

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Das A und O an der Unterseite bleibt die Zone um 11.800/900 Punkten.

Fazit mittelfristig: Bodenbildung vollendet. Ziel 12.900, dann Pause!

Werfen wir abschließend einen Blick in den langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Schleicht sich da eine große S-K-S-Formation heran?

Vorab: Der übergeordnete Bullentrend (blauer Trendkanal) bleibt weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt. Auch bereits in den Jahren 2011, 2014, 2015 und 2016 gab es Phasen mit Konsolidierungshaken. Kein Trend der Welt kommt ohne diese Konsolidierungen im Aufwärtstrend aus!

Aus langfristiger Perspektive ist die Börsenwelt immer noch vollkommen entspannt, aber es kann sich eine dunkle Wolke ausbilden, die eine längere Korrektur begünstigen würde.

Mögliches Störfeuer

Ich habe Sie für Sie im Chartbild mit S – K – S markiert. Diese so genannte Schulter-Kopf-Schulter-Formation ist in der Charttechnik eine weit verbreitete Konsolidierungs-formation. Sie sorgt in der Regel dafür, dass die Kurse ein gutes Stück unter die Nackenlinie fallen. Diese wäre aktuell bei 11.900 auszumachen. Ein Abgleiten bis auf die untere hellblaue Zone müsste dann einkalkuliert werden. Das bedeutet je nach zeitlichem Erreichen etwa 11.000 – 11.500 Punkte für den DAX-Index.

Aber werfen Sie jetzt nicht all Ihre Aktien über Bord! Denn die S-K-S-Formation muss sich zunächst einmal ausbilden!

Noch sieht alles entspannt aus. Ein Anlaufen der alten Hochpunkte würde die Formation schnell beseitigen.

In der Charttechnik geht es aber darum, mögliche zukünftige Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und davor zu warnen.

Achten Sie also auf dieses charttechnische Zeichen!

An der Oberseite wäre das Optimalszenario nach Überwinden der angesprochenen Widerstände bei 12.600 und 12.900 die Oberkante des Aufwärtstrendkanals. Das maximale Potenzial ist demnach bei etwa 13.750/14.000 Punkte angesiedelt!

Nach unten ist die 11.900er Zone recht stabil, es besteht bei einem Bruch dieser Zone ein maximales Risiko bis zur 11.000er Marke.


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!