DAX notierte Unternehmen: Stämme und Vorzüge, die „unbekannten Geschwister“

Der deutsche Aktienmarkt marschiert weiter auf die 7.000-Punkte-Marke zu. (Foto: Deutsche Börse AG)

Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex mit 1,3% im Plus und schloss bei 6.957 Punkten. Im Zentrum des Interesses standen wieder einmal die deutschen Autobauer, wobei sich die BMW-Stammaktie an die Indexspitze setzen konnte.

MAN: Über 50% Differenz zwischen Vorzugs- und Stammaktie

Ich habe Ihnen hier im Schlussgong bereits den Unterschied zwischen Stammaktie und Vorzugsaktie am Beispiel des LKW-Bauers MAN vorgestellt.

Die MAN-Vorzugsaktie konnte im vergangenen Monat nach den Meldungen über VW-Pläne einer LKW-Allianz (VW will Scania übernehmen, anschließend soll Scania MAN kaufen) deutlich stärker zulegen als die Stammaktie.

Derzeit beträgt der Bewertungsabschlag jedoch noch immer rund 50%. Die Vorzüge notieren bei gut 60 Euro, die Stämme bei 95 Euro. Kommt es zu einer vollständigen MAN-Übernahme durch VW/Scania, wird sich diese Bewertungslücke weitgehend schließen.

Bemerkenswert: Noch 2008 waren bei MAN die Vorzugsaktien teurer als die Stammaktien.

Auch bei einigen anderen DAX-Konzernen gibt es Stammaktien und Vorzugsaktien mit einem großen Bewertungsunterschied.

Der Schlussgong möchte Ihnen diese „unbekannten Geschwister“ der DAX-Unternehmen kurz vorstellen und die Entwicklung aufzeigen.

BMW und Metro weisen ebenfalls große Bewertungsunterschiede auf

Auch den heutigen DAX-Tagesgewinner BMW gibt es zweimal an der Börse. Neben der aus dem DAX bekannten Stammaktie gibt es eine Vorzugsaktie, die deutlich günstiger bewertet ist.

Die BMW-Vorzugsaktie müsste um 58,53% steigen, um die gleiche Bewertung wie die Stammaktie aufzuweisen. Noch im Jahr 2008 betrug die Differenz lediglich 20,95%.

Die gleiche Entwicklung lässt sich auch bei den beiden Metro-Aktien feststellen. Hier ist der Bewertungsunterschied sogar noch größer.

Während die im DAX notierten Stammaktien bei 57,92 Euro notieren, gibt es die Vorzugsaktien zum Preis von 35,29 Euro. Ein Unterschied von 64,13%.

Henkel, RWE und Fresenius weniger auffällig

Bei der Aktie vom Waschmittel-Hersteller Henkel geht der Bewertungsunterschied in die andere Richtung. Dort notieren die Vorzugsaktien im DAX und die Stammaktie ist relativ unbekannt. Während noch vor zwei Jahren der Bewertungsunterschied 12,01% betrug, liegt er mittlerweile bei 20,75%.

Eine ganz eigene Entwicklung hat die Fresenius-Aktie hinter sich. 2008 notierte zunächst die Stammaktie oberhalb der im DAX notierten Vorzugsaktie.

2009 drehte sich das Blatt und die Vorzugsaktie wurde deutlich teurer als die Stämme. Der Unterschied stieg auf 16,22%. Mittlerweile ist es den Stammaktien wieder gelungen, diese Bewertungslücke zu schließen.

Die Bewertungslücke schließen konnte auch RWE. Die im DAX notierten Stammaktien sind zwar immer noch 7,48% teurer als die Vorzüge, doch der Zweijahrestrend zeigt, dass sich die Lücke schließt. Noch 2008 war die Stammaktie 23,77% teurer als die Vorzugsaktie.

VW macht Vorzüge und Stämme wieder interessant

Mit VW schließt sich der Kreis. Der Autokonzern hat dafür gesorgt, dass das Thema Vorzüge und Stämme für Investoren an der Börse wieder spannend wird. Wie oben beschrieben: Die Übernahme-Pläne durch VW/Scania bringen Schwung in die MAN-Vorzüge und -Stämme.

Im Vorjahr waren die Stamm- und Vorzugsaktien von VW das heiße Börsenthema. Die Stammaktien standen zunächst im Mittelpunkt des Übernahme-Versuchs durch Porsche.

Dieser Versuch scheiterte jedoch und die Stammaktien verschwanden fast vollständig aus dem freien Handel. Daher mussten sie den DAX verlassen. Direkter Nachfolger im DAX: Die Vorzugsaktien von VW.

Das Ergebnis dieser VW-Rochade im DAX: Die Kursdifferenz hat sich gedreht. Jetzt sind die VW-Vorzüge teurer als die Stämme.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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