DAX: Nun ist es also doch noch passiert…

Vor genau einer Woche hatte ich für Sie das Thema „Kurslücke im Chart“ thematisiert. Dazu analysierten wir den DAX-Verlauf seit Oktober des vergangenen Jahres.

Wie im Chart weiter unten noch einmal zu sehen, hatte ich für Sie 6 solcher Kurslücken unter die Lupe genommen und war dabei zu folgenden Erkenntnissen gelangt:

Eine Abwärts-Kurslücke entsteht immer dann, wenn das Angebot die Nachfrage urplötzlich massiv übersteigt und daher erst zu deutlich niedrigeren Kursen Umsätze zustande kommen.

Bei einer Aufwärts-Kurslücke geschieht das exakte Gegenteil:

Die Nachfrage ist derart hoch, dass bei dem zur Verfügung stehenden (zu geringen) Angebot erst auf deutlich höherem Kurs-Niveau Käufer und Verkäufer zusammenkommen.

Was Ihnen Kurslücken mitteilen können

Allerdings liefern Ihnen die Kurslücke (englisch: Gap) selbst und der begleitende Umsatz noch wichtige Zusatz-Informationen:

Je größer die Kurslücke und je höher der dazugehörige Umsatz, desto bedeutsamer ist das so zustande gekommene Kauf- bzw. Verkaufs-Signal.

Dementsprechend war die im April 2017 generierte Aufwärts-Kurslücke – großes Loch, weit überdurchschnittlicher Umsatz – von großer Bedeutung:

dax-kurslücken_10-08-2017

DAX: Aufwärts-Kurslücke im April zündete tolle Rallye

Seinerzeit war es die Euphorie über den vom Kandidaten Macron gewonnenen ersten Wahlgang für das französische Präsidentschaftsamt.

Für die Marktteilnehmer war damit das „Frankreich-Problem“ bereits vorzeitig vom Tisch, was sich dann 14 Tage später ja auch so bestätigte.

Gaps dienen auch als Unterstützung bzw. Widerstand

Doch Gaps sind nicht allein hilfreiche Signale für den Einstieg (Aufwärts-Kurslücke) oder um short zu gehen (Abwärts-Kurslücke).

Immer wieder erweisen sich Aufwärts-Kurslücken im weiteren Verlauf als Unterstützungs-Zone und Abwärts-Kurslücken als Widerstands-Bereich.

So auch beim DAX: Bis zum heutigen Tage hatte sich der deutsche Leitindex wacker gegen die Schließung des April-Gaps – Notierung unter der Marke von 12.091,33 gewehrt.

DAX: Marcon-Kurslücke geschlossen

Heute ist es dann doch noch passiert: Der DAX fiel am Donnerstag-Vormittag bis auf 12.047 Zähler (roter Ring).

Der April-Kurslücke kam schon bei der Entstehung eine recht hohe Bedeutung zu.

Zuletzt wurde diese noch einmal dadurch bekräftigt, dass der DAX knapp über der Unterseite des Gaps Halt fand.

Mit dem Schließen der Aufwärts-Kurslücke könnte daher nun weiterer Verkaufsdruck entstehen.

Denn auf diesem Niveau dürften vermehrt Stop-Loss-Orders installiert worden sein bzw. Marktteilnehmer dies als Zeichen von Schwäche auslegen.

Das ergibt auch aus einer anderen Chart-Perspektive heraus Sinn:

dax_10-08-2017

DAX: Wird nun der Aufwärtstrend vom Februar 2016 zum Kursziel?

Nach dem Bruch des sehr steilen Aufwärtstrends von Dezember 2016 (blaue Linie) wurde Ende Juli 2017 auch noch der Aufwärtstrend vom Juni 2016 (gestrichelte grüne Linie) nach unten verlassen.

Mit dem Kursrückgang vom Donnerstag wurde nun auch noch der im Juni dieses Jahres initiierte Abwärtstrend durch ein tieferes Tief bestätigt.

Entsprechend droht jetzt die Gefahr, dass der DAX weiter in Richtung der (grünen) langfristigen Aufwärtstrend-Linie seit Februar 2016 zurückfällt.

Dann könnte das eingezeichnete blaue Rechteck zur Kursziel-Zone werden: Für den DAX würde das einen Rückfall in den Bereich 11.250 – 11.400 bedeuten.


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10. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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