DAX: Nun wird es ernst

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Der DAX hat am vergangenen Freitag seinen Aufwärtstrend aus dem Jahr 2016 verlas-sen. Doch das ist nicht alles! (Foto: imagentle / shutterstock.com)

In den vergangenen Wochen habe ich ihnen mehrfach dargelegt, warum die Aktien der Wall Street – fundamental und charttechnisch betrachtet – den deutschen Titeln vorzuziehen sind:

Zum einen profitieren die US-Unternehmen von dem im Dezember 2017 auf den Weg gebrachten, umfangreichen Steuermaßnahmenpaket. Zum anderen zeigten die Indizes der Wall Street seit dem Sommer 2017 schlichtweg die bessere Performance.

Diese Relative Stärke ist auch weiterhin gegeben. Nichtsdestotrotz haben sich die Vorzeichen an den Aktienmärkten in der abgelaufenen Handelswoche signifikant verschlechtert.

Und daraus resultiert für den DAX eine besonders brisante Marktlage.

DAX verlässt Aufwärtstrend seit Februar 2016

Schauen wir zunächst einmal auf die kurz- und mittelfristige Entwicklung des deutschen Leitindex:

DAX verlässt Aufwärtstrend seit Februar 2016

Bereits Anfang März 2018 war der DAX leicht durch seinen seit Februar 2016 bestehenden Aufwärtstrend gerutscht. Dies wurde jedoch kurzfristig durch die umgehende, kräftige Erholung „geheilt“.

Doch wie der gelbe Kreis markiert, ist der Index nun erneut und diesmal noch klarer durch den Aufwärtstrend gefallen. Wirklich stabil war die Lage allerdings auch nach dem ersten Durchrutschen Anfang März nicht:

Das 50-Tage-Momentum hat nämlich auch danach seinen seit Ende Oktober bestehenden Abwärtstrend nicht nach oben verlassen können. Dieser Indikator spiegelt Ihnen bekanntlich wider, wie es um Schwung und Dynamik eines Marktes bestellt ist.

Am Indikator können Sie ablesen, dass die Dynamik im DAX also nicht allein abwärts gerichtet, sondern auch negativ ist und allmählich weiter zunimmt.

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Eine mögliche Unterstützung findet sich übrigens zwischen 10.700 und 10.800 Punkten, wie Ihnen die pinkfarbene Markierung zeigt.

DAX in einem langfristigem Verkaufssignal

Schauen wir nun einmal, wie sich diese Analyse-Erkenntnisse in die langfristige charttechnische Betrachtung einfügen.

Dazu habe ich für Sie einen Monats-Chart mit dem Indikator für Trend-Intensität, dem Relative Stärke Index (RSI), vorbereitet.

DAX: RSI generiert ein langfristiges Verkaufssignal

Sie sehen gewiss ebenfalls die Brisanz dieser Konstellation: Bis zum langfristigen Aufwärtstrend aus dem Jahr 2009 fehlen nur noch rund 500 Punkte.

Werden also die Unterstützung mit ihrer unteren Begrenzung bei 11.430 Zählern sowie der Aufwärtstrend aus 2009 (auf praktisch dem gleichen Niveau) nach unten durchbrochen, dann wird sich der Abwärtsschwung beschleunigen.

Fazit

Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass dieses Szenario eintritt, ist ausgesprochen hoch: Denn der 14-Monats-Relative Stärke Index hat seinen Aufwärtstrend vom Februar 2016 ebenfalls nach unten durchbrochen.

Da es sich hier um ein langfristiges Verkaufssignal handelt, ist ein DAX-Rückschlag in Richtung 10.700 / 10.800 Punkten also wohl das Minimum, das Sie erwarten können.

Sie sehen: Die Relative Schwäche des DAX gegenüber der Wall Street wird uns also noch eine Weile begleiten.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.