DAX: Ohne Twitter geht´s nicht…!

Der Index hängt am Twitterzipfel! Wie es weitergeht und wohin es gehen kann, verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Der DAX-Index hatte sich in den vergangenen 14 Tagen sehr stark gezeigt und einen möglichen Boden ausgebildet.

Dennoch ist die Kuh noch nicht ganz vom Eis.

Dies ist erst der Fall, wenn die 12.600er Marke geknackt wird. Angesichts des immerwährenden Unsicherheitsfaktors Donald Trump bleibt ein Restrisiko!

Sind die negativen Nachrichten zu einem US-China Handelskrieg einigermaßen abgeebbt und vom Markt verdaut, zieht schon wieder die nächste dunkle Wolke aus dem Hause Trump heran. Und das Kaliber hat sich noch einmal deutlich erhöht. Denn diesmal sind es Kriegsandrohungen gegen die angeblichen Schuldigen eines noch nicht untersuchten Giftgasangriffs in Syrien. Mit Verlaub, wenn ein Staatsoberhaupt Nachts in Richtung Russland gerichtet twittert:“Die Raketen werden kommen, neu, schön und schlau!“, dann fange ich an der Besonnenheit dieser Person zu zweifeln.

Man kann schon nervös werden, wenn sich auf syrischem Boden ähnliches wiederholen sollte, wie 1950 in Korea. Ein militärisches Kräftemessen zwischen Russland oder Iran oder allen beiden mit den USA könnte die Aktienmärkte erneut in Schwierigkeiten bringen.

Hoffen wir, dass letztendlich die Vernunft siegt!

Wie sich die vergangenen Handelstage charttechnisch ausgewirkt haben, analysieren wir zunächst imkurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Bodenbildung gut möglich

Der DAX-Index hat lange mit der Unterstützung in der Gegend um 11.900 Punkte (grüne Unterstützungslinie) gekämpft. Sie wurde zwar das eine oder andere Mal unterschritten, aber immer, wenn dies geschah, kam sofort Kaufinteresse auf und führte den Index zum Sitzungsschluss bzw. zur nächsten Börseneröffnung wieder über die 11.900er Marke.

Sie erkennen im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild das „Rounding Bottom“ (schwarze Mulde), welches in der Charttechnik eine mögliche Wendeformation darstellt. Anschließend gelang dem DAX-Index mit einer fulminanten Kurslücke (GAP) der Ausbruch aus dem ehemaligen Abwärtstrendkanal (roter Trendkanal).

Mit Heranpirschen an die Widerstandszone um 12.450 Punkte hat er die Grundlage für eine tatsächliche signifikante Wende gelegt. Die schlechte Nachrichten heute aus den USA bezüglich eines militärischen Eingreifens in Syrien haben den Index heute wieder unter Druck gesetzt. Sollte er unter die 12.200er Marke sinken (obere grüne Linie), dann könnte die Wende noch einmal in Gefahr geraten.

Wann die Wende nach oben aber vollständig und signifikant vollzogen ist, sehen wir im 1-Jahreschartbild vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Die Wende könnte klappen

Im mittelfristigen 1-Jahreschartbild vom DAX-Index sehen Sie sehr schön, wie der Index sich in den vergangenen Wochen in der Unterstützungsgegend um die 11.900 Punkte abgekämpft hatte. Aber mit Erfolg. Denn der nachfolgende dynamische Anstieg in Richtung 12.450 Punkte zeigt, dass reges Kaufinteresse in den Markt geflossen ist.

Um der Wende aber einen signifikanten abschließenden Charakter zu verleihen, muss der DAX-Index nach der oberen Begrenzung des Abwärtstrendkanals (schwarzer Trend) bei etwa 12.450 auch die Widerstandsmarke von 12.600 Punkten (blaue Trendlinie) überwinden. Sie resultiert aus dem ersten Zwischenhoch der Abwärtsbewegung. Erst dann kann von einem eindeutigen Boden gesprochen werden und der Blick in Richtung neuer Aufwärtsphase gerichtet werden.

Das Augenmerk darf aufgrund der angesprochenen politischen Unsicherheiten aber nicht von der Unterseite weichen. Denn je nach Hiobsmeldungen kann in diesen schwankungsstarken Tagen schnell die Stimmung kippen.

Werfen wir abschließend einen Blick in den langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

„Normale Korrektur“ innerhalb des Langfristtrends

Der übergeordnete Langfristtrend (blauer Trendkanal) bleibt weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt. Auch bereits in den Jahren 2011, 2014, 2015 und 2016 gab es Phasen mit Konsolidierungshaken. Kein Trend der Welt kommt ohne diese Konsolidierungen im Aufwärtstrend aus!

Aus langfristiger Perspektive ist die Börsenwelt noch vollkommen entspannt.

Innerhalb dieses sehr breiten Trendkanals kann dem DAX-Index ein weiterer flacherer Trend zugeschrieben werden (Hellblauer Trend).

Und hier sehen Sie auch das vorhandene Abwärtspotenzial, sollte die angesprochene 11.900er Zone (obere rote Linie) nicht halten.

Ein Abgleiten bis auf die untere hellblaue Trendbegrenzung ist einzukalkulieren, falls der DAX die 11.900 nicht halten kann. Aktuell liegt sie bei etwa 11.000 Punkten. Dazwischen befindet sich noch eine gute Unterstützung im Bereich 11.400/500 Punkten (mittlere rote Linie).

Eine gelungene Wende eröffnet hingegen +1.000 Punkte Aufwärtspotenzial.

Abschließendes Fazit:

Der DAX-Index hat seine Chance ergriffen und eine Wende eingeleitet.

Um diese Wende charttechnisch signifikant zu vollenden, muss der Index aber die 12.600 knacken.

Nach unten ist die 11.900er Zone recht stabil, es besteht bei einem Bruch dieser Zone ein maximales Risiko bis zur 11.000er Marke.

Obacht sollte auf die politische Entwicklung in Sachen USA/Russland/Iran gelegt werden. Je nach Nachrichtenlage kann dies schnell zu Verzerrungen am Markt sorgen. Dabei meine ich nicht nur negativ nach unten, sondern auch positive Überraschungen nach oben können möglich sein.

Noch bleibt Raushalten das cleverste Trading, wenn sie nicht auf dem falschen Fuße erwischt werden wollen. Erst oberhalb der 12.600 kann Entwarnung gegeben werden und Longpositionen aufgebaut werden.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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