DAX: Passen Sie auf – Gut, aber Gefährlich!

Nach der Amtseinführung von Donald Trump legten die Aktienmärkte abermals die vorher entstandene Unsicherheit ab und zogen kräftig an.

Ich warne Sie vor aufkommenden Gefahren, wenngleich der DAX-Index charttechnisch durchaus weiterhin positiv zu betrachten ist.

Dies gilt aber eben nur vorausgesetzt, die Marschgeschwindigkeit wird nicht übertrieben und die nötigen Pausen werden eingelegt. Aber lesen Sie selbst:

Wie sich die charttechnische Situation aktuell darstellt, analysieren wir zunächst in derkurzfristigen Analyse und werfen einen Blick auf den 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 1M 260117

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Seitwärts-Phase mit einem fulminanten GAP übersprungen

Der vielversprechende Start des DAX-Index gleich am 1. Handelstag des neuen Börsenjahres 2017 mit einem Sprung über die weihnachtlich bedingte 2-wöchige  Seitwärts-Zone mündete zunächst in neue Lethargie.

Getrieben von Unsicherheit über die Amtseinführung von Donald Trump und der neu aufflackernden BrExit-Thematik durch Theresa May hielten sich die Käufer zurück.

Das Resultat sehen Sie im Chartbild: eine 3-wöchige Seitwärts-Phase (rote Trendlinien).

Doch nach unten konnten die DAX-Bären keine Akzente setzen. Es gab kaum Abwärtsdruck. Sobald der DAX mal 100 Punkte nachgab, setzten Käufe ein und schoben ihn wieder auf Vortagesstände an.

Gestern war es dann soweit, die DAX-Bullen übernahmen wieder das Ruder und katapultierten den Index mit einem Eröffnungs-GAP (Kurslücke, schwarze Ellipse) nach oben.

Die Seitwärts-Phase ist wie schon im Dezember und zu Beginn des Jahres erneut nach oben aufgelöst worden.

Fazit kurzfristig:

Mit der „Korrekturfahne“ konsolidierte der DAX-Index den starken Jahresanfang. Diese wurde nach oben verlassen. Das ist charttechnisch ein positives Zeichen.

Wie weit kann der DAX-Index jetzt noch steigen?

Das ist dem kurzfristigen Chartbild nicht zu entnehmen.

Sie erkennen aber, dass eine Trendlinie aus der Verbindung der vergangenen 3 Hochpunkte im Januar bereits Widerstand vermeldet (blaue Trendlinie).

Nach unten ist ab sofort die Januar-Schiebezone als gute kurzfristige Unterstützung zu werten. Das bedeutet, 11.630 Punkte sind schon als kleine Unterstützung erwähnenswert.

Zurück zur Frage, wie es nach oben weitergehen kann: Aber auch das mittelfristige 1-Jahres-Chartbild gibt hier keine Anhaltspunkte für obere Ziele.

Dazu blicken wir ins folgende 1-Jahres-Chartbild vom DAX-Index:

DAX 1j 260117

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

DAX-Index kurzfristig und mittelfristig überkauft!

Es ist unschwer zu erkennen, dass der DAX-Index seit Dezember schon einen guten Schluck aus der Pulle genommen hat.

Dieser zurückgelegte Anstieg entspricht in seinem Ausmaß schon dem Anstieg nach dem DAX-Sturz zu Beginn des vergangenen Jahres bis April bzw. dem Anstieg nach dem BrExit-Votum bis August (grüne Pfeile).

Das muss natürlich nicht zwingend bedeuten, dass damit der Anstieg jetzt de facto beendet ist. Denn es gibt eine Reihe außergewöhnlicher Faktoren, die eben nicht prognostizierbar, aber vorhanden sind.

Dazu zählt an 1. Stelle Donald Trump und dessen aggressive Wirtschafts- und Finanz-Politik. Überraschungen in positiver wie negativer Hinsicht sind hier immer möglich.

Fazit mittelfristig:

Der Markt wirkt charttechnisch zunächst überkauft, aber weiterhin sehr positiv vom Grundton für das 1. Halbjahr 2017.

Nimmt man die vorangegangenen DAX-Sprünge als Vorlage, dann stünde uns jetzt eine über mehrere Monate andauernde Seitwärts-Phase ins Haus.

Abschließend ein Blick auf den langfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index:

DAX 10j 260117

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Auch unter langfristiger Betrachtung tauchen jetzt Widerstände auf

Im langfristigen 10-Jahres-Chartbild des DAX-Index ist gut erkennbar, dass sich nach Überwindung des ehemaligen über fast 2 Jahre andauernden Abwärts-Trendkanals (roter Trendkanal) ein neuer mittelfristiger Aufwärts-Trendkanal etabliert hat (grüner Trendkanal).

Aber auch hier ist er aktuell an die obere Begrenzung angestoßen, wie das auch schon in der mittelfristigen Analyse und kurzfristigen Analyse erschlossen wurde.

Eine weitere gesunde Hausse mit Bestand und ohne Blasenbildung wäre innerhalb dieses Trendkanals nur möglich, wenn die nächsten etwa 2 Monate  seitwärts konsolidiert wird.

Nach dem Abbau der aktuellen Überkauft-Situation, die im optimalen Fall auch durchaus wie erwähnt seitwärts erfolgen könnte, wäre schon in März/April das Allzeithoch von 12.400 Punkten drin.

Fazit: Gut, aber gefährlich

Sollte jetzt angetrieben durch Euphorie und Anlagezwang der DAX-Index ohne Korrektur weiter nach oben laufen, droht eine massive Übertreibungs-Blase, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Herbst platzen wird!

Was mich dabei jetzt beunruhigt, ist die Tatsache, dass ich in meinen Analysen genau für den Herbst 2017 einen Ölpreis-Einbruch erwarte.

Das passt natürlich zusammen, würde aber auch bedeuten, der DAX-Index wird bis Juni weiter ansteigen, bevor er dann in ernsthafte Absturz-Gefahr rutscht.

Auch meine Analysen bezüglich der US-amerikanischen Aktienmärkte zeigt eine Blase, die nach dem Sommer gefährlich zu platzen droht.

Mein Rat:

  1. Nicht übertrieben und blindlings auf den fahrenden Zug aufspringen!
  2. Insbesondere aber kurz vor dem Sommer aus dem Markt verabschieden, den Sommer genießen und abwarten, was im Herbst passiert.

26. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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