DAX probt die Befreiung

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China im Blickpunkt. DAX schafft Abwärtstrend! Worauf Sie jetzt achten müssen, das verrrät Ihnen Michael Sturm. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Die Impulse für eine Konjunkturerholung kommen aus China. Am Montag wurden die Daten zur Kreditvergabe veröffentlicht. Sie stieg im Monat März um +8,6% auf 2,86 Trillionen Yuan. Das gab den Anlegern am Rande der Handelsstreit-Verhandlungen zwischen China und den USA Hoffnung auf eine Konjunkturerholung vom Binnenmarkt heraus!

Grund: China befindet sich im Umbruch, weg von einer reinen Exportnation. Die Exportdaten waren im Vormonat schlechter als erwartet ausgefallen. Die jetzt veröffentlichten Daten zur Kreditvergabe lassen eine Ankurbelung des Binnenmarktes erwarten.

Auch die Verschiebung des Brexit in den Oktober sorgte für Erleichterung. Zumindest sind die täglichen Brexit-Meldungen etwas in den Hintergrund geraten.

Wie sich dies charttechnisch auswirkt, betrachten wir zunächst durch einen Blick auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Es läuft: Mit zwei Aufwärts-GAP´s dynamisch nach oben!

Das kurzfristige 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index zeigt Ihnen die steile Aufwärtsbewegung seit Beginn des Monats. Mit gleich 2 Aufwärts-GAPs (Kurslücke, schwarze Ellipse) binnen 1 Woche überwand der DAX-Index den Widerstand bei 11.800 Punkten (untere grüne Horizontallinie). Diese Marke fungiert also ab sofort als neue charttechnische Unterstützung.

Seit gestern konnte dann auch die zweite Hürde, die 12.025er Marke (obere grüne Horizontallinie), geknackt werden.

Fazit: Betrachten Sie ab sofort die 11.800 bis 12.025 als kurzfristige Unterstützungszone!

Kursziele nach oben sind aus dem Kurzfristchart nicht herauszulesen. Dazu schauen wir in den mittelfristigen Chart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Mittelfristiger Abwärtstrendkanal tatsächlich überwunden!

Ich habe Ihnen im mittelfristigen Chartbild den mustergültigen mittelfristigen Abwärtstrendkanal (dunkelroter Trendkanal) eingezeichnet. Der DAX hat sich seit Jahresbeginn rasch an die obere Begrenzung dieses seit über 15 Monaten gültigen Abwärtstrendkanals herangearbeitet. Im April konnte er diesen Trendkanal endlich überwinden (roter Kreis).

Ziel zunächst nur 12.200 und danach Treppenstufen!

Sie erkennen am eingezeichneten recht steilen Aufwärtstrendkanal (blauer Trendkanal), dass sich hier bei 12.200 Punkten ein Widerstand abzeichnet. Ich rechne ab da zumindest einmal mit einer Pause. Natürlich könnten die Osterbedingt dünnen Umsätze sogar zu einer Überziehung nach oben führen, aber selbst dann ist ein weiterer Anstieg nicht ohne Verschnaufpause durchzuhalten.

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Sie sehen am linken Rand die Treppenartige schwankungsstarke Abwärtsbewegung mit einigen Hoch- und Tiefpunkten (schwarze Punkte). Jeder dieser Punkte ist ein Widerstandsmerkmal auf dem weiteren Weg nach oben. Da müsste schon viel überraschend Positives passieren, wenn der DAX-Index hier ohne Konsolidierung durchmarschieren sollte.

Rechnen Sie also für die kommenden Wochen zunächst mit uneinheitlich schwankenden Märkten.

Zum Schluss noch ein Blick auf den langfristigen 15-Jahres-Chart vom DAX:

DAX-Chart 15 Jahre (Wochenbalken)

Bisher nur V-Umkehr!

Im langfristigen Chartbild erkennen Sie die V-Umkehr des DAX in der letzten Abwärtsbewegung.

Die11.800 (obere grüne Linie) wurde überwunden. Jetzt kommt dem Index die obere Trendbegrenzung seit Jahresbeginn 2018 entgegen (rote Trendlinie). Sie liegt in etwa auf dem heute erreichten Niveau in der Region um 12.200 Punkte.

Damit würde dies mitz der oberen Begrenzung aus dem steilen Aufwärtstrend in der mittelfristigen Analyse übereinstimmen. Das bedeutet für Sie: Die 12.200 sollte markant sein!

Die V-Umkehr (schwarzer Pfeil) stört mich immer noch etwas. In der ganzen Historie von Aktienmärkten gab es so etwas sehr selten. Meist wird zunächst ein zweites Leg-Down beobachtet, also ein zweites Mal nach unten getestet, bevor es weiter nach oben geht. Ich habe Ihnen das im Chart eingezeichnet (rote W-Formationen). Es muss nicht so kommen, aber es wäre schon sehr ungewöhnlich, wenn der DAX hier einfach durchmarschiert. Zumindest ein Rückfall und Test der 11.250er Marke (untere grüne Linie) im weiteren Jahresverlauf muss in Betracht gezogen werden.

Sollte der DAX allerdings auf 12.500 durchlaufen, dann können Sie sogar mit neuen Allzeithochs liebäugeln. Denn es gibt noch viele nichtinvestierte Anleger. Und bekanntlich nährt die Hausse die Hausse. Allein der Glaube fehlt mir noch, war das Weltuntergangsjammern ja noch nicht so lange her!

FAZIT:

Der DAX bewegt sich endlich wieder! Rein charttechnisch betrachtet sollte an der 12.200 erst einmal eine Pause eingelegt werden.

Die scharfe V-Umkehr zum Jahreswechsel ist schon seltsam und mit einem zweiten Leg in Anlehnung an eine W-Bodenformation wäre mir wohler!

Aber lassen wir uns überraschen! Achten Sie auf die beginnende Earnings-Season! Wenn von den Unternehmen auch noch Positives kommt, dann könnte der DAX tatsächlich in Richtung 12.500/13.000 durchstarten.


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!