DAX-Prognose 2012: Hohe Volatilität

Der Jahresanfang wird von Analysten gerne genommen, um Prognosen für den DAX-Stand am Ende des Jahres zu geben.

Wenn man die vielen unvorhersehbaren kursrelevanten Ereignisse des vergangenen Jahres sieht, zeigt sich, dass diese Prognosen schnell Makulatur sind.

Ich sehe zwar Zeichen für ein gutes Börsenjahr, wie ich im gestrigen Kommentar geschrieben habe: „ Ausblick 2012: Zeichen für gutes Börsenjahr“. Aber auch das steht auf wackligen Beinen.

DAX: Seit dem Jahr 2000 eine ernüchternde Bilanz

Die Betrachtung der Börse seit Ende 1999 zeigt vor allem dies: Es ging unter hohen Schwankungen Auf und Ab. Das ernüchternde Ergebnis: Der DAX hat seit Anfang 2000 bis Ende 2011 ziemlich genau 13% minus eingefahren. Es war keine gute Zeit für Aktionäre, die „Kaufen und Halten“ als Strategie nutzen.

DAX-Prognose 2012: Hohe Volatilität

Die Betrachtung des unten stehenden Charts des DAX (auf Basis seiner Wochenschlusskurse) lässt eine DAX-Prognose zu, die aber hohe Wahrscheinlichkeit auf Erfüllung hat: Es wird volatil (schwankungsreich) weitergehen.

DAX: „Sicher“ ist nur die Volatilität

Das neue Jahrtausend: Bisher eine ernüchternde Bilanz für Aktienbesitzer. Wer Anfang 2000 einstieg und den DAX in etwa nachgebildet hat und seitdem „eisern“ dabei blieb, verbucht rund 13% minus.

Immerhin: Wer im Laufe des Jahres 1999, vor der Börsenblase, eingestiegen ist, verbucht – je nach Kauftag – ein Plus von rund 10%. Für 12 Jahre Haltedauer auch kein berauschendes Ergebnis.

Gute Gründe für Aktien

Betrachtet man die Performance des DAX für einen noch längeren Zeitraum (im Chart nicht zu sehen), weisen Aktien jedoch ein dickes Plus auf.

Wann auch immer ein Kauf der DAX-Werte vor dem Jahr 1999 stattgefunden hat, bis Ende 2011 verbucht so ein Depot deutliche bis (sehr) hohe Gewinne. Außerdem sind Aktien unverändert eine gute Geldanlage zur Diversifizierung vorhandenen Vermögens.

DAX: Der längste Trend dauerte rund 5 Jahre

Im obigen Chart sehen Sie ein wildes Auf und Ab. Der längste Trend in dieser Zeit dauerte knapp 5 Jahre. Das war die Rally vom Jahr 2003 bis Anfang 2008.

Angesichts der Schuldenproblematik ist es wenig wahrscheinlich, dass es im laufenden Jahr zu einem eindeutigen Trend kommt.

2012: Vorteil für Trader

Relativ kurzfristige Trades (einige Tage bis wenige Monate) haben in 2012 voraussichtlich die besten Gewinnaussichten. Wichtig ist, dass Sie dann auf steigende Märkte (Call-Optionen) und fallende Märkte (Put-Optionen) setzen. Ich denke, diese Prognose hat gute Aussichten, Bestand zu haben.

Zum guten Schluss: Heute vor 2.118 Jahren, also genau am 03.01.106 v.Chr., kam Marcus Tullius Cicero, der römische Konsul, Anwalt, Schriftsteller, Philosoph und wohl berühmteste Redner Roms zur Welt. Er sagte:

„Jeder Mensch kann irren! Unsinnige nur verharren im Irrtum!“

Wir Börsianer müssen uns täglich neu auf den Markt einstellen. Der Irrtum gehört dazu. Aber nicht nur unsinnig, sondern katastrophal wäre für uns das Verharren im Irrtum.

Auch im neuen Jahr versuche ich den Markt jeden Tag neu zu bewerten und zu kommentieren. Ich hoffe, meist richtig zu liegen, scheue mich aber nicht, einen Irrtum zuzugeben.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

3. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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