Dax-Quartalsberichte: Siemens punktet, Infineon schwächelt

Halbwegs versöhnlich hat der Dax die turbulente vergangene Börsenwoche zu Ende gebracht. Dabei waren die letzten zwei Handelstage vor allem von Unternehmensbilanzen dominiert.

Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag verzeichnete der Leitindex leichte Aufschläge von jeweils unter einem Prozent. Zuletzt ging es 0,5 Prozent nach oben auf 11.309 Zähler. Auf Wochensicht hat der Dax damit minimale Verluste von 0,3 Prozent eingefahren.

Siemens überzeugt, Infineon schwächelt

Im Mittelpunkt standen am Donnerstag vor allem die Quartalsberichte mehrerer Dax-Konzerne, die überwiegend positiv ausfielen. So konnte etwa Siemens die Erwartungen der Analysten für das dritte Geschäftsquartal deutlich übertreffen, die Aktie legte zeitweise kräftig zu. Auch am Freitag wirkte das gute Ergebnis noch nach: Mit einem Tagesplus von 1,5 Prozent zählte Siemens hier erneut zu den stärksten Titeln im Dax.

Weniger eindeutig fielen die Reaktionen auf den Zwischenbericht von Infineon aus. Der Chiphersteller hat seine Jahresprognose leicht nach unten korrigiert angesichts der schwächelnden Situation im großen Absatzmarkt China.

Dennoch sieht sich das Unternehmen „klar auf Wachstumskurs“ – eine Sichtweise, die von mehreren Analysten bestätigt wurde. Angeschoben von positiven Analysteneinschätzungen drehte die Aktie nach anfänglichen Verlusten am Donnerstag ins Plus, musste am Freitag allerdings wieder Gewinne abgeben und schloss 0,7 Prozent leichter.

Lufthansa unter Druck

Die Lufthansa profitierte im abgelaufenen Quartal weiterhin von günstigen Spritpreisen, die den Gewinn auf 635 Millionen Euro in die Höhe katapultierte. Allerdings kämpft die Airline weiterhin mit inneren Streiktendenzen, den Folgen des Germanwings-Absturzes im März und der steigenden Konkurrenz im Ausland.

Auf Premiumseite drängen arabische Luxuslinien in den Markt und graben vor allem Geschäftskunden ab, während von der Billigseite Easyjet und Ryanair immer weiter expandieren und einen großen Teil der touristischen Passagiere unter sich aufteilen. Die Aktie der Lufthansa landete am Freitag mit einem Plus von 0,4 Prozent im unteren Mittelfeld des Leitindex.

K+S: Übernahmegerüchte sorgen für Bewegung

Spitzenreiter am Freitag war K+S. Hintergrund waren erneut Gerüchte um eine mögliche Übernahme durch den kanadischen Konkurrenten Potash. Dessen Deutschlandchef hatte verlautbaren lassen, dass deutsche Arbeitsplätze durch einen Zusammenschluss zumindest vorerst nicht gefährdet würden.

Die Führung des Kasseler Dax-Konzerns wies dies jedoch zurück und sträubt sich nach wie vor gegen ernsthafte Verhandlungen. Anleger beobachten das Gerangel mit ungebrochen hoher Spannung, denn auch eine feindliche Übernahme scheint denkbar. Die Aktie kletterte am Freitag um satte 6 Prozent.

Wann kommt die Zinswende?

Für etwas Verwirrung am Parkett sorgte unterdessen die Kombination aus den jüngsten Fed-Protokollen mit aktuellen Konjunkturdaten. Letztere fielen gemischt aus, sodass sich Für und Wider einer nahenden Zinswende wieder einmal die Waage halten.

Aus den Protokollen des Offenmarktausschusses, der vergangene Woche erneut getagt hatte, ging einmal mehr nichts Konkretes hervor, was Rückschlüsse auf den genauen Zeitplan der angestrebten Zinswende erlauben würde. Noch in diesem Jahr, aber wohl frühestens im September will die Fed damit beginnen, den historisch niedrigen Leitzins schrittweise anzuheben.

3. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt