Dax rauscht in die Tiefe

Der Höhenflug ist fürs erste vorbei: Der Dax hat am Donnerstag und Freitag kräftige Verluste hinnehmen müssen.

Bereits am Donnerstag rutschte der Leitindex unter die 12.000-Punkte-Marke und schloss fast 2 Prozent schwächer. Zum Wochenausklang ging es dann um weitere 2,6 Prozent oder mehr als 400 Punkte abwärts auf einen Schlusswert von nur noch 11.688 Zählern.

Analysten zeigten sich dennoch gelassen. Bereits seit Wochen sagen sie eine Kurskorrektur voraus, nachdem der Dax mit einem Plus von mehr als 20 Prozent das stärkste Jahresauftaktquartal seiner Geschichte hingelegt hatte.

Griechenland zurück auf der Agenda

Insofern ist eine Konsolidierung aus Sicht vieler Börsianer längst überfällig. Außerdem gab es keine nennenswerten Impulse, die für Kauflaune gesorgt hätten.

Ganz im Gegenteil: Die Sorge um Griechenland schreckte einige Anleger wieder auf. Bei den Verhandlungen zwischen der Athener Regierung und den internationalen Gläubigern herrschte zuletzt Stillstand. Medienberichten zufolge lehnte der Internationale Währungsfonds eine Anfrage der griechischen Regierung ab, die Zahlung einer fälligen Kreditrate aufzuschieben.

Zudem wurde Griechenlands Rating von der Agentur Standard & Poor’s heruntergestuft, was Anleger zusätzlich alarmierte. Einigermaßen plötzlich steht damit wieder ein möglicher „Grexit“, also ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone, auf der Agenda.

Volkswagen mit Minus an der Dax-Spitze

Vor diesem Hintergrund und bedingt durch die Gewinnmitnahmen rutschten sämtliche Einzelwerte am Freitag in die Verlustzone. Am stärksten behauptete sich die Volkswagen-Vorzugsaktie mit einem Minus von 1,1 Prozent.

Im Handelsverlauf hatte sie zwischenzeitlich sogar im Plus notiert, nachdem der Machtkampf an der Konzernspitze vorläufig zu einem Punktsieg des Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn geführt hatte. Der Aufsichtsrat wird demnach vorschlagen, Winterkorns Vertrag über 2016 hinaus zu verlängern.

Firmenpatriarch Ferdinand Piech war zuvor überraschend auf Distanz zu seinem langjährigen Vertrauten Winterkorn gegangen und hatte für ein mittelschweres Beben im Konzern sowie bei den Anteilseignern gesorgt.

Alle Dax-Werte in der Verlustzone

Auf Rang zwei im Dax hielt sich Eon mit einem Verlust von 1,3 Prozent. Der Energiekonzern zählte bereits am Vortag zu den stärkeren Dax-Titeln – ebenso wie Konkurrent RWE, der nach einem negativen Analystenkommentar am Freitag jedoch abstürzte und mit einem Abschlag von 3,5 Prozent zu den schwächsten Titeln gehörte.

Noch tiefer fielen lediglich Adidas, K+S und Schlusslicht Bayer mit Verlusten zwischen 3,5 und 4 Prozent.

Neue Handelswoche birgt Überraschungspotenzial

Unklar ist, wohin die Dax-Reise in dieser Woche gehen wird. Während manche Beobachter mit weiteren Kursrückgängen und einer überfälligen Konsolidierungsphase rechnen, gehen andere davon aus, dass sich die Stimmung nach dem Wochenende wieder beruhigt und Schnäppchenjäger nun die Gelegenheit zum Einstieg nutzen.

Die weitere Entwicklung in Griechenland könnte sich als richtungsweisend herausstellen, doch auch von der laufenden Berichtsaison dürfte der eine oder andere Impuls ausgehen.

20. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt