Dax rauscht weiter in den Keller

Dieser Jahresauftakt ist wahrlich nichts für schwache Nerven. Gerade einmal zwei Wochen hat der Dax gebraucht, um seinen kompletten Jahresgewinn von 2015 zu pulverisieren.

War es im Vorjahr die ersten drei Monate steil bergauf gegangen, deuten die Vorzeichen nun in die gegenläufige Richtung. In rasantem Tempo hat der Dax seit Jahresbeginn rund 1.000 Punkte oder 10 Prozent verloren.

US-Konjunktur und China-Börsenbeben drücken Dax

Zum Ausklang der vergangenen Handelswoche setzte sich der Negativtrend ungebremst fort. Schwache US-Börsen und die Sorge um die US-Konjunkturentwicklung waren nur das i-Tüpfelchen, welche die Verluste in Frankfurt zeitweise noch ausweiteten.

Die grundlegenden Probleme der Finanzmärkte sind derzeit in China zu suchen. Dort geht das Wirtschaftswachstum deutlich zurück und auch die Aktienmärkte erleben einen Einbruch nach dem anderen. Dass das Ausmaß nicht noch viel größer ist, liegt vor allem am aggressiven Eingreifen der chinesischen Währungshüter.

Dennoch ist das Börsenbeben von Shanghai auch in Frankfurt deutlich zu spüren. Dort ging der Dax am Freitag 2,5 Prozent schwächer bei nur noch 9.545 Zählern aus dem Handel.

Ölpreis sorgt für Verunsicherung

Für Furore sorgt auch der Ölpreis, der zuletzt sowohl für die US-Sorte WTI als auch für die wichtigere Sorte Brent bei um die 30 Dollar je Barrel pendelte. Beobachter führen dies neben der globalen Überproduktion auch auf schwindende Nachfrage angesichts der konjunkturellen Schwächen in China und den USA zurück.

Und das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage dürfte sich künftig noch verschärfen: Am Wochenende einigten sich Vertreter des Westens und des Iran in Wien auf eine Aufhebung der Sanktionen, nachdem Teheran wesentliche Teile des Atomabkommens erfüllt hatte. Dadurch dürfte die Ölfördermenge auch dort bald wieder zulegen.

Alle Dax-Werte deutlich im Minus

Bei den Dax-Anlegern sorgt diese insgesamt schwierige Gemengelage für Bauchschmerzen. Sämtliche Einzelwerte gingen am Freitag schwächer aus dem Handel. Vergleichsweise glimpflich kam Adidas davon: Der Sportartikelhersteller eroberte die Dax-Spitze mit einem Verlust von 0,8 Prozent.

Darüber hinaus verzeichnete das obere Dax-Drittel Abschläge zwischen einem und 2 Prozent, das Mittelfeld 2 bis 3 Prozent und am unteren Ende der Skala verloren einzelne Titel auch deutlich mehr als 4 Prozent.

Dazu zählten wieder einmal die Energieversorger: Eon und RWE gaben 4,1 und 4,6 Prozent ab, das Schlusslicht markierte Infineon mit einem Minus von 4,8 Prozent. Schwach präsentierten sich auch die Banktitel: Die Deutsche Bank gab um 4,1 Prozent nach, die Commerzbank kam mit einem Tagesverlust von 3,7 Prozent nur wenig besser davon.

18. Januar 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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