DAX rennt dem Dow Jones davon

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Der DAX hat das 76er Retracement des Corona-Crashes schon überwunden. Der Dow Jones braucht dafür noch fast 1.000 Punkte. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Die Börsenwelt rätselt: Warum performt der DAX so viel besser als der Dow Jones? Üblicherweise praktizieren die beiden eher Synchronschwimmen, als dass einer den anderen abhängt. Das sehen Sie zu Beginn des folgenden Charts. Auf der linken Seite wird noch Paarlaufen betrieben, doch dann kommt auf einmal ein Ruck und die beiden gehen getrennte Wege.

Somit sind wir auch weiterhin an einer seltsamen Stelle: Der DAX hat das 76er Retracement des Corona-Crashes schon überwunden. Der Dow Jones braucht dafür noch fast 1.000 Punkte. Wenn wir das hochrechnen, wo der Dow Jones stehen würde, wenn er dieselbe Performance zeigen würde, wie der DAX: Dann müsste der Dow bei etwa 27.400 Punkten rangieren. Aktuell kämpft er mit der 26.000. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

Liegt es am Wahljahr?

Kann ich mir zwar kaum vorstellen, dass der DAX im Durchschnitt besser läuft, wenn es eine US-Wahl gibt. Aber testen wir es einfach einmal im Vergleich.

Wenn wir uns die Wahljahre ab 1988 anschauen – soweit gehen die Daten bei Seasonax zurück – bekommen wir beim DAX ein Ergebnis von 4,9 Prozent Wachstum. Das ist jetzt der Durchschnitt aus den letzten neun Wahljahren. Große Ausreißer waren durchaus dabei: 2008 ging es 37,44 Prozent herunter. 1988 gab es dafür ein Plus von 38,63 Prozent. 2012 immerhin noch 28,03 Prozent. Im Trump-Wahljahr 2016 waren es 12,79 Prozent.

Was macht der Dow Jones Industrial Average dagegen? Wir nehmen auch hier den Zeitraum ab 1988, damit der Vergleich sauber ist. Und siehe da: Der Dow Jones wächst in Wahljahren im Schnitt nur um 1,25 Prozent. Der DAX ist also fast viermal so stark!

Auch hier war das 2008 natürlich negativ. Es steht ein Minus von 32,72 Prozent in den Büchern. Die guten Jahre waren 1996 (24,55 Prozent) und 2016 (15,94 Prozent). Dow Jones seinen Hochpunkt im Durchschnitt Ende April in diesen Jahren hinlegt. Das Jahrestief war Ende Oktober erreicht. Vor der Wahl ging es dann wieder etwa hoch.

Der DAX hat in Wahljahren seinen Höhepunkt meist Anfang März erreicht und danach noch einmal Ende April. Das Tief war auch hier im Oktober zusehen.

Tesla und Amazon explodieren

Eine kleine Randnotiz am Ende: Die Aktienkurse von Tesla fliegen weiter mit der Rakete nach oben. Tesla ist damit mehr wert als Toyota und VW. Amazon hat heute zum ersten Mal die 3.000 US-Dollar pro Aktie durchbrochen!

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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