DAX schafft den Befreiungsschlag

August und September sind, statistisch gesehen, die schwächsten Börsen-Monate; nur in diesen beiden Monaten weist der DAX im langjährigen Durchschnitt ein Minus auf.

Diesmal allerdings sieht es aus, als könne der deutsche Leitindex der Saisonalität trotzen; der DAX ist fulminant in den September gestartet.

200-Tage-Linie erfolgreich getestet

Nachdem der DAX im Juni mit 12.952 Punkten ein neues Allzeithoch markiert hatte, setzte in der Folge eine Korrektur ein.

Gegenüber seinem Rekordstand büßte der Index zeitweise gut 8% ein und fiel im August auf ein zwischenzeitliches Tief bei 11.869 Zählern zurück.

Von hier aus konnte sich der DAX stabilisieren und wieder oberhalb der runden 12.000er-Marke etablieren.

Das war auch deshalb wichtig, weil in dieser Region die nach wie vor steigende 200-Tage-Linie verläuft.

Der langfristige Gleitende Durchschnitt wurde zwar mehrfach kurzzeitig unterboten, konnte letztlich aber verteidigt werden.

Fulminanter Start in den September

Der saisonal eher schwachen Börsen-Monat August brachte unter dem Strich nur ein kleines Minus von 0,5%.

Daraufhin ist der DAX fulminant in den Monat September – den statisch schlechtesten – Börsen-Monat gestartet und hat allein seit dem Monatswechsel bereits 4% zugelegt.

Gegenüber dem jüngsten Korrektur-Tief bei 11.869 Zählern marschierte der DAX in gut 2 Wochen um fast 700 Punkte oder knapp 6% nach oben.

Langfristiger Aufwärtstrend vor der Fortsetzung

Mit der jüngsten Rally hat der Index positive charttechnische Signale geliefert:

Nach dem erfolgreichen Test der 200-Tage-Linie (die dünne blaue Linie im Chart) konnte der DAX bereits in der vergangenen Woche die kurzfristige, vom Rekordhoch ausgehende Abwärts-Trendlinie überspringen.

In dieser Woche startete der Index dann mit einem kleinen Gap (Kurslücke) nach oben in den Handel.

Und jetzt schaffte er auch noch den Sprung über das alte Rekordhoch aus dem Jahr 2015 bei 12.391 Punkten.

Die gut 2 Monate währende Korrektur-Phase ist damit beendet. Aus charttechnischer Sicht spricht jetzt alles für eine Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends.

dax

Allzeithoch rückt in Reichweite

Nach dem kräftigen Anstieg gegenüber dem jüngsten Korrektur-Tief ist ein kurzes Luftholen zwar nicht auszuschließen.

Auch gilt dies vor dem Hintergrund, dass am Freitag der Große Verfallstag an den Terminbörsen ansteht, der häufig für etwas höhere Kurs-Ausschläge sorgt.

Hält sich der DAX jedoch über 12.400 Zählern, steht weiteren Kurssteigerungen nichts im Wege.

Ein Widerstand wartet zunächst noch bei knapp 12.700 Punkten. Darüber ist der Weg bis zum Allzeithoch (12.952) frei.

Wird auch diese Hürde genommen, halte ich mittelfristig Notierungen von 13.500 bis 13.600 Zählern für realistisch.

Auf jeden Fall spricht im Augenblick viel dafür, dass wir nach der kleinen Sommerpause einen „goldenen Herbst“ erleben werden.

13. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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