DAX schiebt weiter stark zur Seite

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Der DAX hat sich eine neue Spielwiese ausgesucht. Aktuell muss der Rasen nur zwischen 12.700 und 12.900 gemäht werden. Das reicht dem DAX völlig um sich auszutoben. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

DieTV-Debatte im US-Wahlkampf hat wenig Neues gebracht. Dazu hätte einer der beiden Kandidaten ausreden dürfen. Jetzt ist die Frage, ob wir noch zwei geplante TV-Duelle sehen oder wir uns das ganze Theater sparen, weil es eh nichts bringt. Biden ging im Schnitt wohl als Sieger hervor. Aber das liegt in erster Linie daran, weil man von ihm wenig bis nichts erwartet hat.

Er ist nicht auf der Bühne eingeschlafen und hat sich nicht groß verhaspelt. Insofern ist er im Soll. Trump hat in erster Linie dadurch geglänzt, dass er sich gegen Biden und den Moderator versucht hat durchzusetzen. Aber das wird auch kaum unentschlossene Wähler überzeugt haben.

DAX im 15-Minuten-Chart

Hier sehen Sie die bisherige Woche im DAX. Nach einem fulminanten Start am Montag ging es hoch bis fast auf 12.900 Punkte. Seitdem pendeln wir fleißig innerhalb von 200 Punkten.

Unterm Strich ist aber wieder nichts passiert. Das Tief wurde bei 12.700 fast punktgenau getroffen. Heute haben wir versucht neue Hochs zu machen und sind daran gescheitert. Insofern kann die restliche Woche ähnlich unspektakulär sein.

Wir haben ja auch Monatsende. Da gibt es dann auch immer die üblichen Kapitalzuflüsse. Haben Sie einen Sparplan für ETFs? Genau dadurch fließen die Gelder immer rein. Ende des Monats gibt es Geld. Kurz danach werden die ETFs abgebucht. Also gibt es hier immer einen kleinen Push nach oben.

Doch das hilft alles nichts, wenn jetzt die große Ungewissheit vor der Wahl zuschlägt. Oder gibt es gar keine Ungewissheit, weil ja Biden jetzt auch bei den Quoten nach letzter Nacht Favorit ist? Doch was ist, wenn Biden tatsächlich gewinnt? Das wäre laut einigen Marktanalysten nämlich extrem schlecht für die Wall Street und könnte die Börse nach unten ziehen.

Kommt also die große Panik und wir sehen inklusive Corona den nächsten Crash?

Nein. Wohl kaum. Auch wenn es gerne als Thema gespielt wird – nur, weil jetzt Biden möglicherweise das Amt übernimmt, gibt es keinen Crash. Die USA haben ja auch keine zweite Welle bei der Pandemie. Sie stecken noch immer in der ersten.

Aber mal ehrlich: Glauben Sie wirklich, dass die Aktien noch einmal extrem stark einbrechen werden und das Niveau des Corona-Tiefs erreichen? Es gibt immer noch Leute, die gehen davon aus. Die sagen, ihre Ziele im DAX liegen bei 9.000 Punkten oder noch niedriger. Das Corona-Tief war bei 8.250 Punkten laut Xetra. Außerbörslich waren wir sogar unter 8.000.

Doch mit all dem Stimulus, den die Notenbanken in den Markt gepumpt haben – wieso sollten die Kurse jetzt so tief fallen? Die Gefahr vor neuen Allzeithochs ist größer. Das haben die Indizes in den USA schon gezeigt. Nur der DAX hängt hier mal wieder hinterher. Nicht untypisch leider. Insofern ist es auch legitim auf einen schwachen DAX zu tippen in der Zukunft. Auch wenn es nicht sehr realistisch wirkt. Immer noch besser als auf einen schwachen S&P 500 oder NASDAQ zu tippen.

Fazit

Der DAX hat sich eine neue Spielwiese ausgesucht. Aktuell muss der Rasen nur zwischen 12.700 und 12.900 gemäht werden. Das reicht dem DAX völlig um sich auszutoben. Verlassen wir diese Zone, kann es schnell weiter in die entsprechende Richtung gehen. Es wäre auch typisch das, wenn wir die Zone über Nacht verlassen und den nächsten Tag mit einer Kurslücke starten.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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